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Einführung in den Buddhismus


Der Buddhismus gilt als eine der großen Weltreligionen. Er selbst bezeichnet sich eher als methodischer Weg, sich selbst und andere Lebewesen zum Glück zu führen. Die Grundannahme ist, dass alle Lebewesen aufgrund von Unwissenheit und der Konsequenz von Karma (Beziehung von Ursache und Wirkung) leiden.

Der Buddhismus kann in drei Wege eingeteilt werden:

Hinayana (kleines Fahrzeug)
Bezeichnend für den Hinayana-Weg ist die Absicht, sich selbst zu befreien. Die Texte Vinaya (moralisches Verhalten), die Sutras (spirituelles Training) und der Abhidharma (Schrift über Weisheit) konzentrieren sich auf die Methoden, Arhatschaft zu erlangen als das Ende von Leiden und seinen Ursachen.

Mahayana (großes Fahrzeug)
Besonders charakteristisch für Mahayana ist die Absicht, das Glück und die Befreiung anderer zu erreichen. Die Mahayana Schriften sind gleich wie im Hinayana, doch unterscheiden sie sich in ihrer Auslegung. Zusätzlich gibt es weitere Schriften über geistige Kontemplation und Weisheit, wie zum Beispiel die Mahayana-Sutras, die die Prajnaparamita enthalten. Im Mahayana-Training ist der wichtige Aspekt des Trainings, ganz egal was man tut und wo man ist, die Entwicklung des mitfühlenden Strebens nach dem Wohlergehen der anderen. Selbst wenn du eine Tasse Tee trinkst, trinkst du sie nicht, um deine Gier zu befriedigen, sondern um den Körper zu stärken, ihn zu erhalten als Werkzeug, um anderen dienen zu können. Diese erleuchtete Geisteshaltung wird Bodhicitta genannt.

Vajrayana (Resultatsfahrzeug)
Besonders charakteristisch für das Vajrayana (Tantra) ist die reine Wahrnehmung. Durch eine Einweihung, die durch einen tantrischen Meister gegeben wurde, sieht und aktualisiert man die Welt als ein reines Land und alle Lebewesen als erleuchtete Wesen. Diese Errungenschaft bringt den Geist zwangsläufig zur Realisation der absoluten Wirklichkeit. In der tantrischen Praxis gibt es nichts, das vermieden oder zerstört werden muß, vielmehr wird alles als Umwandlungsbrennstoff der Weisheit benutzt, die wunderbare Vereinigung von Glückseligkeit, Klarheit und Leerheit selbst.

Unterscheidung
Obwohl die drei Fahrzeuge verschiedene Praxismethoden anwenden, ist ihr gemeinsames Ziel, die Befreiung aus dem leidvollen Samsara (der relativen Wahrheit) zu erlangen. Folgendes Beispiel verdeutlicht den Unterschied der verschiedenen Praxismethoden der drei Fahrzeuge:
Die emotionalen Verunreinigungen sind wie ein gefährlicher Tiger.

Hinayana-Anhänger sind wie diejenigen, die sich vor dem gefährlichen Tiger schützen, indem sie ihm aus dem Weg gehen. Mahayana-Anhänger sind wie diejenigen, die sowohl sich selbst als auch andere vor dem gefährlichen Tiger schützen, indem sie ihn bedingungslos ausrotten. Vajrayana-Anhänger sind wie diejenigen, die anstatt ihre Energie und ihr Potential damit zu verschwenden, dem gefährlichen Tiger auszuweichen oder ihn zu zerstören, ihn mit geschickten Mitteln zähmen und dann auf ihm reiten. Dzogchen-Yogis dagegen sehen den Tiger als Illusion des eigenen Geistes und müssen nicht reagieren.

Padmasambhava ist der Gründer des Vajrayana-Buddhismus in Tibet und die Quelle der Termatradition der Nyingma ("alte Schule"). Er ist bekannt als Guru Rinpoche, der Kostbare Lehrer. Die Nyingmapas respektieren ihn als den zweiten Buddha. Er erschien auf wunderbare Weise in einem Lotus (Padma). Im neunten Jahrhundert lud König Thrisong Deutsen Padmasambhava nach Tibet ein, der zu dieser Zeit als der machtvollste tantrische buddhistische Meister in Indien berühmt war. Durch seine erleuchtete Macht befriedete und unterwarf er schnell alle gegnerischen Mächte, die die Einführung des Buddhismus und die Konstruktion von Kloster Samye zu verhindern suchten. So konnte sich der Buddhismus in alle Teile Tibets ausbreiten.

Vier Schulen
In Tibet gibt es vier Haupttraditionen des Buddhismus. Die "alte Schule" (Nyingma) wurde von Padmasambhava gegründet. Die anderen Schulen sind Kagyud, gegründet vom großen Übersetzer Marpa (1012-1099) mit ihrem Oberhaupt Karmapa, Sakya, gegründet vom verehrten Weisen Khon Kon chog Gyal po (1034-1102) und Gelug, die vom gefeierten Gelehrten Je Tsong kha pa (1357-1419) gegründet wurde, mit ihrem allseits anerkannten Oberhaupt Dalai Lama.

Trotz verschiedener Interpretationen und Schwerpunkte haben die vier tibetischen Schulen viele gemeinsame Schriften. Die alten tantrischen Schriften sowie die entdeckten Termas (Schätze) werden von den Nyingmapas benutzt, spätere Tantras von den neuen Schulen.