Nachtfahrt  Allermöhe - List

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Wenn andere Leute sich nach einer langen Arbeitswoche auf das Sofa zurückziehen und den Hörer des Telefons daneben legen um ihre Ruhe zu haben, dann gibt es dazu auch Alternativen. Zum Beispiel, sich mit einigen Freunden zu einer "kleinen" Radtour am Autohof Allermöhe zu treffen.

So ist es am Freitag den 31.08. geschehen. Das die Fahrt mit insgesamt 270 km nicht ganz so kurz wurde, kann man ahnen, wenn man erfährt, das die drei von der Tankstelle Andreas, Heino und Bernd heißen. Das Ziel heißt List/Sylt und soll nach den HaLaRa Regeln erreicht werden.

Vom Mond beschienen geht es gegen 21:00 Uhr durch die Elbmarsch und anschließend über den Radwanderweg nach Bad Oldeslohe, wo unsere erste Kontrolle ist. Vorsorglich decken wir uns mit Cola ein, um eventueller Müdigkeit begegnen zu können.

Wieder auf unserem Weg durch die schöne, ruhige Nacht kommt es dann in der Nähe des Klingberges zu ungeahnten Jagdscenen. Ein nicht näher zu identifizierendes Wesen, etwa so groß wie ein Dachs, läuft Bernd, der gerade vorne fährt, vor das Vorderrad. Der nutzt seine Chance auf einen sauberen Blattschuß und fährt direkt drüber um sich darauf sofort auf den Asphalt zu werfe. Der hinter ihm fahrende Heino legt sich gleich dazu und Andreas zieht es vor, nur einige der über den Asphalt rutschenden Ausrüstungsteile durch Überfahren vor dem Weiterrutschen zu bewahren.

Für das Berappeln nach unserem unverhofften Jagdglück und die Radreparatur brauchen wir im Scheinwerferlicht eines freundlichen Autofahrers etwa eine Stunde. Jeder zweite Autofahrer hält an und bietet seine Hilfe an. So viel Hilfsbereitschaft überrascht uns dann doch. Leider ist von dem Tier nichts mehr zu finden. Nachdem ihm Bernd im ersten Moment den Tod an den Hals gewünscht hat, wollen wir doch hoffen, daß es wie wir mit Materialschäden und einigen Asphaltflechten davon gekommen ist. Auch wenn wir gerne wüßten, welcher Gattung es angehörte.

Der weitere Verlauf der Nacht läuft dann eher etwas ruhiger ab. Bei zuerst klarem, dann sich leicht bewölkenden Himmel ziehen wir mit leichtem Rückenwind als Nachtexpress unsere Bahn durch die Nacht. Bei Breiholz überqueren wir den Nordostseekanal und in Hamdorf, der zweiten Kontrollstelle, bestätigen wir uns gegenseitig durch Unterschrift unsere Anwesenheit. Gegen 4:00 Uhr ist es halt eher ruhig im Ort. Vor Niebüll gibt es noch zwei kurze Schauer und wir müssen eine Stunde auf den Zug warten, der mit uns um 9:41 Uhr nach Westerland aufbricht. Dort angekommen, warten wir einen Schauer ab und sind um 11:18 Uhr in List, wo es in einer Bäckerei erst mal was zu beißen gibt. Für den Rückweg nach Hamburg nehmen wir die Bahn.

Trotz aller Zwischenfälle haben wir eine schöne Tour hinter uns, die Spaß gemacht hat. Wie sagte Andreas, für den es die erste Nachtdurchquerung auf dem Rad ist? Er hat es sich anstrengender vorgestellt. Nachts zu fahren, kann auch schön sein.

Man sieht sich; vielleicht auf einer HaLaRa-Tour?

P.S.

Da wir unsere Beute nicht mitnehmen konnten, ist der Straftatbestand der Wilderei nicht erfüllt. Nachahmung der Jagd wird trotzdem nicht empfohlen. Der Aufwand ist zu hoch und man kann sich auch auf andere Art wach halten.

Bernd

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