Wien - Prag - Berlin 770 km

 

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Bericht Burkhard

 

 

Wien - Prag - Berlin - Hamburg

1050 km

 

Wien - Prag - Berlin - Hamburg: Eine Fahrt in drei Akten:

Mit dem Rennrad, kleinem Gepäckträger und Lowrider-Taschen daran und kleinem Rucksack auf dem Rücken. Mit dem Nachtzug von Hamburg nach Wien. Vier Rennfahrer und ich. 
Start in Wien am 27. Juni morgens um 5.00 Uhr. Im Westen
aus Wien, über die ersten Berge nach Tulln, dort über die Donau, von dort mitten zwischen den größeren Orten gen Nordwesten zum Grenzübergang in Vratenin nach Tschechien nördlich von Drosendorf, Stadt.
Weiterfahrt allein,
weil ich zu langsam war. Weiter ging es gen Nordwesten in einem Gelände wie die Appalachen (USA) über Pelhrimov - Vlasim (wo ich leider übernachten mußte, weil meine Stirnlampe nicht leuchten wollte). Am nächsten Morgen um 9.00 Start über Benesov nach Prag. Die Berge nahmen kein Ende. Am folgenden Tag startete ich allein morgens um 3.30 Uhr an der nordwestlichen Stadtgrenze über Kralupy - Louny zum Grenzübergang des Erzgebirges nordwestlich von Most nach Deutschneudorf. Wurde unterwegs von meinen Fahrradfreunden überholt. Das Erzgebirge stand plötzlich wie eine Wand wie damals in den USA die Rocky Mountains vor mir und mußte überquert werden. 1,5 Stunden brauchte ich für 12 km! Ich lahme Ente! Aber dann kam der Hammer: Das Erzgebirge. Davon kann ich heute noch Alpträume bekommen. Diese riesigen Schweinebuckel wollten und wollten kein Ende nehmen. Über Freiberg - Riesa (schon völlige Dunkelheit) - Bad Liebenwerda (plattes Gelände) - Luckau (nächster Tag, wieder hell geworden) - Zossen nach Königs-Wusterhausen. Dort kam ich um 10.15 Uhr an. Von Geschwindigkeit konnte keine Rede mehr sein. Ich war auf dem Rad kurz vor dem Einschlafen.
Anschließend habe ich volle 17 Stunden bei meiner Tochter hintereinander geschlafen. Noch ein Ruhetag in Erkner/Berlin.
Am folgenden Tag um 3.30 Uhr Start allein auf der B5, der Heerstraße, gen Westen nach Hamburg. Eine ganz tolle Landschaft durfte ich dort durchradeln. Ich lernte den Ort Rhinow kennen, in dem Otto von Lilienthal sein Flugzeug entwickelte. Auch kam ich durch Rühstedt, bekannt als das größte Storchendorf Europas. Über die Brücke von Dömitz gelangte ich auf die westliche Elbeseite. Auf der Elbuferstraße ging es über Hitzacker gen Norden. In der großen Elbebiegung gen Westen rauschte und knallte ein großes Gewitter auf mich hernieder. Davon ließ ich mich nicht stören und radelte weiter. In Geesthacht ging es über die Elbebrücke. In Hamburg-Bergedorf durfte ich mir den Zielstempel für meine Papiere geben lassen. Mit der S-Bahn erreichte ich auf dem Hamburger Hauptbahnhof noch den letzten Zug nach Kiel. Um 24.45 Uhr ließ mich mein Mann wieder in unsere Wohnung, wo ich mich nach dem Duschen glücklich, aber vollkommen ausgelaugt, ins Bett legte.

Bericht Hermine

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