Radfahren ist ziemlich populär in Kenya und Uganda, da das Fahrrad auf
dem Land als Fortbewegungs- und Transportmittel eingesetzt wird. In Westkenya
und Uganda wird es sogar als "Taxi" verwendet, wobei sich der Fahrgast auf
den gepolsterten Gepäckträger setzt.
Ein Weißer auf dem Fahrrad ist jedoch ein Kuriosum und wird entweder
bestaunt, bewundert oder auch bloß ausgelacht.
In jedem Dorf gibt es eine Fahrradwerkstatt, wobei man die nur zum Reifenflicken
nutzen kann. Einen Achter bekommen einige von ihnen auch noch raus, aber
bei modernen Schaltungen hört der Spaß auf. Das haben viele noch
nie aus der Nähe gesehen. Wenn man jedoch ein ernstes Problem hat, mit
dem man alleine nicht fertig wird, dann hilft evtl. das afrikanische
Improvisationsvermögen weiter. In der Hinsicht kann den Jungs ja keiner
das Wasser reichen ...
Kenya eignet sich eigentlich hervorragend zum Radfahren, wenn man die Hauptstraßen meidet. Ein Rückspiegel ist unbedingt empfehlenswert.
Der Straßenzustand ist sehr unterschiedlich. Manche Straßen (auch Nebenstraßen) sind in einem tadellosen Zustand und auf manchen Straßen (auch Hauptstraßen) gibt es bemerkenswert große Schlaglöcher. Außerdem gibt es noch Schotterpisten, die auch jeweils sehr unterschiedlich sind. Manchmal sind sie in passablem Zustand und manchmal nicht. Bei schlechten Pisten führt im Abstand von 1-20 Metern oft ein Trampelpfad entlang, den die einheimischen Radler nutzen. Darauf läßt es sich oft hervorragend fahren.
In jedem kleinen Dorf gibt es ein "Hotel", also eine kleine Kneipe, in der
man etwas zu essen bekommt. Kartoffeln, Reis, Bohnen, Maisbrei oder Mais
und dazu auch Fleisch, wobei letzteres mehr aus Knochen, Sehnen, Knorpel,
Fett besteht. Ich habe "auf dem Land" immer fleischlos gegessen, weil das
nichts für mich war. Ich bin dahingehend aber auch etwas empfindlich.
Das Essen ist ansonsten gut und reichhaltig, aber manchmal sind Kartoffeln
oder Reis auch kalt. Das ist halt nunmal so. Bezahlt haben wir für eine
Mahlzeit zwischen 5 KSh und 80 KSh, das sind umgerechnet etwa 6 Cent bzw.
1 Euro. In Städten gibt es gelegentlich auch mal ein etwas gehobeneres
Lokal, in dem die Preise dann auch entsprechend höher liegen. Dort bezahlt
man dann etwa 2,50 bis 5 Euro.
Wer in Nairobi mal so richtig spachteln möchte, begibt sich ins Carnivore
(siehe "spezielle Links" unter "Kenya/Uganda) und haut sich Bauch voll. Hier
kommen die Kellner immer wieder mit Fleischspießen an die Tische, bis
man satt ist. Neben Fleisch vom Schwein, Rind, Lamm, Huhn gibt es auch
Strauß, Zebra und verschiedenen Antilopenarten. Wer ganz normal nach
Karte wählen möchte, muß vorab einen Tisch reservieren.
Wasser bekommt man nicht überall bzw. manchmal nur in winzigen Flaschen.
Entkeimungsmittel haben sich mehrfach als hilfreich erwiesen. Ansonsten gibt
es in fast jedem Dorf "Sodas", also Cola, Fanta und der ganze Kram.
Außerdem gibt es in den "Hotels" Chai, was Tee sein soll, aber meist
nicht ist. Es schmeckt ein wenig eigenwillig, was mich nicht störte,
aber Axel und Daniel von dem Zeug fernhielt.
Wer gerne Kaffee trinkt, hat in Kenya schlechte Karten. Obwohl hier Kaffee
angebaut wird, gibt es kaum einmal welchen zu trinken. Meist bekommt man
eine heiße Tasse Wasser und ein Beutelchen Nescafe (abgepackt in Kenya).
Wer irgendwo auf dem Land in kleinen Dörfern ißt, muß bedenken, daß dort das Wasser oft kilometerweit von einer Quelle oder Pumpe herangeschleppt wird. Das Spülwasser ist den "Hotels" wird daher nicht ganz so regelmäßig gewechselt, wie man das hierzulande zu tun pflegt. Und Geschirr wird auch nicht abgetrocknet, sondern gleich wieder die nächste Portion draufgehauen. Ob das Wasser für den Tee gekocht hat und woher die Milch stammt (die bereits in der Teekanne drin ist), weiß man auch nicht. Wir haben damit aber keinerlei Probleme gehabt und unterwegs auch Salat und ungeschältes Gemüse oder Hackfleisch (gibts nur in größeren Orten) gegessen.
Es gibt erstaunlich viele Zeltplätze im Land an irgendwelchen landschaftlich
interessanten Stellen. In den Städten und Dörfern gibt es überall
günstige Unterkünfte, wobei es ratsam ist, sich vorab die Zimmer
zeigen zu lassen. Dieses Anliegen löst auch keine Verwunderung aus.
Da Westkenya und Uganda dicht besiedelt sind, wird man beim wilden Zelten
meist nicht unentdeckt bleiben und jede Menge neugierigen Besuch bekommen.
Besser ist es, irgendwo um Erlaubnis zu fragen. Dann kommen zwar auch jede
Menge Leute, aber die gehen dann auch wieder, wenn man schlafen
möchte.
Ich habe unterwegs auch zweimal auf dem Gelände eines Hospitals zelten
dürfen und beide Male wurde mir eine Waschgelegenheit geboten. Kirchen
und Schulen könnten evtl. ebenfalls für eine Übernachtung
herhalten, aber im Falle einer Schule stehen dann am Morgen wahrscheinlich
Hunderte von Kindern um einen herum.
Anlaufpunkt in Nairobi ist die Upper Hill Campsite.
In Kenya gibt es in jeder halbwegs größeren Stadt eine Filiale
der Barclays Bank, deren Geldautomaten Kreditkarten oder Maestro-Card
akzeptieren. Im "lonelay planet" kann man sehen, wo es Filialen dieser Bank
gibt. In Kitale an der Grenze zu Uganda wurde Maestro nicht mehr akzeptiert.
Beim Einlösen von Reiseschecks kann es vorkommen, daß man ohne
den Kaufbeleg kein Geld bekommt.
In Uganda habe ich keine internationalen Geldautomaten mehr gesehen. Teilweise
kann man in den Banken weder Reiseschecks einlösen noch fremde
Währungen (Euro, US-Dollar, Kenya-Schilling) eintauschen. Mit viel Fragerei
findet man dann evtl. eine Wechselstube.
In ländlichen Gegenden und kleinen Dörfern sollte man genügend Kleingeld verfügbar haben. Hier sind manchmal nicht mal 100 KSh (1,25 Euro) an Wechselgeld vorhanden und dann läuft jemand durchs ganze Dorf, um welches aufzutreiben.
Die Bandbreite der Toiletten variiert zwischen Plumpsklos, französischen
Hocktoiletten und den bei uns üblichen Wasserspülklosetts. Bei
letzteren sind allerdings die Klobrillen meist nicht vorhanden. Toiletten
sind üblicherweise eigentlich in einem akzeptablem Zustand. Klopapier
sollte man auf jeden Fall immer selbst dabei haben, weil es auf den Toiletten
oft keines gibt. Man kann es aber in jedem Dorf kaufen.
Duschen sind manchmal nicht vorhanden und oftmals auch nur kalt. Gelegentlich
wird das Wasser zu bestimmten Zeiten auch mit Holzfeuer erwärmt.
Nairobi ist ein heißes Pflaster und wenn man blaß aus Europa
ankommt, wirkt man wie ein Magnet auf Taschendiebe, Betrüger und
natürlich auch Gewaltverbrecher. Wenn man das Pech hat, von jemandem
mit einer Pistole bedroht zu werden, dann muß einem klar sein, daß
derjenige nicht lange fackelt, falls man nicht zügig das tut, was er
sagt. In Nairobi werden immer wieder Menschen erschossen, weil sie sich sp
spontan nicht ausrauben lassen wollen ...
Neyschibt, ein Deutsch-Tunesier, den wir in Nairobi trafen, wurde von drei
falschen Polizisten mitten in Nairobi am hellen Tag ausgeraubt. Einer hatte
sich von hinten mit Handschellen an sein Handgelenk gekettet und ein anderer
setzte ihm die Pistole auf den Bauch. So etwas passiert natürlich nicht
ständig, aber Nairobi ist eine der Städte in der Welt, wo man einfach
auch mit so etwas rechnen muß.
Man sollte bei Dunkelheit nicht mehr in der Stadt unterwegs sein und nach Möglichkeit einen Flug buchen, der morgens bzw. rechtzeitig tagsüber in Nairobi ankommt.
Neben der Gewaltkriminalität gibt es noch jede Menge Leute, die einem irgendwelche Geschichten auftischen, um einen um ihr Geld zu betrügen. Manche Geschichten sind zu offensichtlich, aber einige sind echt nicht schlecht. Man muß hier einfach alle Sinne beisammen haben. Hier meine Erlebnisse aus Nairobi:
- ein angeblicher Student kommt mit einem Zettel auf mich zu, auf dem schon einige Leute unterschrieben haben und jeweils ein Spendenbetrag daneben steht. Man wolle damit eine Studentin unterstützen, die an Polio leidet. Ich stelle mich blöd und weiß nicht, was Polio ist. Der Typ kennt aber sogar das deutsche Wort "Kinderlähmung". Wer hier auf einem solchen Zettel unterschreibt und Geld rausrückt, hat es nicht anders verdient, als beschissen zu werden.
- in der Stadt wird man häufig von Typen angesprochen, die Kunden für
Safariunternehmen anwerben wollen. Da ich eine mehrtägige Safari nach
Maasai Mara für das Ende der Tour nicht ausschließe, lasse ich
mich auf ein Gespräch ein und antworte dabei auch auf die Frage, wo
ich in Nairobi wohnen würde. Ich denke mir nichts schlimmes dabei.
Eine halbe Stunde später überholt mich ein Typ und schüttelt
mir die Hand. Ich bin etwas verdutzt und der Typ meint, er sei John "irgendwer"
und Koch auf der Upper Hill Campsite. Ob ich mich denn nicht mehr erinnern
könnte und wir hätten doch gestern abend miteinander gesprochen
und und und ...
Natürlich trifft man die ersten Tage haufenweise Leute und kann die
Gesichter der Schwarzen anfangs auch nur schwer unterscheiden. Eigentlich
bin ich sicher, daß ich ihn noch nie gesehen habe, aber er spult seine
Show ziemlich gut runter und ich gerate ins Grübeln. Als nächstes
erzählt er, daß er gerade beim Einkaufen für die Küche
war und als er wieder losfahren wollte, war der Tank leer und das Geld fürs
Tanken läge auf dem Campingplatz. Er schlägt vor, daß ich
ihm die 4.800 KSh (so 60 Euro) fürs Tanken gebe und er mir das Geld
hinterher auf dem Campingplatz wiedergibt. Ich erzähle ihm, daß
ich gerade zwei T-Shirts kaufte und nur noch 50 KSh (60 Cents) dabei habe.
Er beschimpft mich daraufhin noch als Lügner und verschwindet wieder.
Dieser Trick führt sicherlich gelegentlich zum Erfolg, weil der
Betrüger weiß, wo man untergebracht ist.
- Daniel und ich werden bei der Suche nach einer Bank von einem Typ angesprochen, der uns erzählt, er würde nächstes Jahr zum Studieren nach Gießen gehen und uns einige Fragen zum Schulsystem stellen will. Da die Banken gleich schließen, haben wir nicht so viel Zeit und der Typ bzeichnet uns noch als Rassisten, weil wir mit Schwarzen nicht sprechen wollten. Normalerweise läuft es darauf hinaus, daß der Betrüger finanziell gerade nicht so gut gestellt ist und sich Geld erbittet, welches er dann im nächsten Jahr, wenn er ja in Deutschland ist, wieder zurückbringen wird. Bei unserem Gesprächsverlauf kam es dazu nicht und auf so eine durchsichtige Sache wären wir auch nicht reingefallen.
- Hardcore-Variante
Während Daniel im Internetcafé ist, werde ich am nächsten
Tag von dem gleichen Typ wieder angesprochen. Ich beantworte ihm ein paar
Fragen und dann verschwindet er ungewöhnlich problemlos wieder. Keine
Minute später werde ich von einem angeblichen Polizisten angesprochen,
der mir erzählt, daß man meinen Gesprächspartner von eben
verhaftet und Rauschgift sowie fremde Währungen bei ihm gefunden hat
und man mich evtl. auch verhaften müßte. Er bringt das auch recht
autoritär rüber und will nun wissen, welche Währungen ich
dabei habe und bugsiert mich währenddessen in eine Richtung, wo ein
weiterer Polizist sitzt und uns freundlich zulächelt. Ich frage ihn,
ob er mir beweisen kann, daß er wirklich bei der Polizei ist und gehe
davon. Da nach 2 Sekunden kein Widerspruch zu hören ist, drehe ich mich
um und der Typ ist wie vom Erdboden verschluckt. Wenn man drauf reinfällt
(und das wäre mir auch fast passiert), dann wird das Geld zur Kontrolle
von Fingerabdrücken o.ä. eingezogen und man sieht es nie wieder.
Impfungen sind nicht vorgeschrieben, wenn man aus Deutschland nach Kenya
einreist. Reist man aus einem Gelbfiebergebiet ein, benötigt man eine
Gelbfieberimpfung. Bei Einreise nach Uganda (egal woher) benötigt man
immer eine Gelbfieberimpfung. Da sowohl Kenya als auch Uganda Gelbfiebergebiete
sind, hätte ich theoretisch bei der Einreise nach Uganda und bei der
Rückreise nach Kenya diesbezüglich kontrolliert werden müssen.
In der Praxis hat das nie jemanden interessiert.
Trotzdem ist die Impfung empfehlenswert, da die Krankheit in diesen Ländern
nunmal vorkommt und wahrscheinlich noch weniger lustig ist als eine malaria
tropica und bei einer an der Grenze vielleicht doch mal durchgeführten
Kontrolle möglicherweise gleich eine Zwangsimpfung durchgeführt
wird mit einer Nadel, die schon 100 andere im Körper hatten. Bei einer
HIV-Rate von 50% oder darüber ist das auch keine Erfahrung, die man
machen möchte.
Mir sind in Kenya keine aggressiven Hunde begegnet und es schien mir, als hätten die Hunde eher Angst vor mir gehabt. Sie lernen von kleinauf, daß Steinwürfe unangenehm sind und spätestens, wenn man einen Stein aufhebt, hat man wohl seine Ruhe. Ich mußte es jedoch nie ausprobieren.
Wer sich einen Reiseführer zulegen will, kommt eigentlich nicht am "lonely
planet" vorbei. Es gibt eine Ausgabe für Kenya und eine für Ostafrika,
in der die Kenya-Ausgabe vollständig enthalten ist. Sie enthält
außerdem Infos zu Uganda und Tanzania und kostet kaum mehr.
Von den deutschen Reiseführern kann ich am ehesten den von Hartmut Fiebig
aus dem Reise Know-How-Verlag empfehlen, zumal Hartmut als Ex-Afrikaradler
auch ein paar Tips für Reiseradler gibt. Alle anderen deutschen
Reiseführer, die ich durchgeblättert habe, kann man den Hasen geben
...
Es empfiehlt sich, ein paar wichtige Vokabeln auf Suaheli (Kisuaheli, Swahili) zu können, da die Bevölkerung auf dem Land nicht immer Englisch spricht. Ein paar Wörter in der Landessprache erleichtern die Sache dann möglicherweise. Man spricht die Wörter übrigens ziemlich genau so, wie man sie schreibt. Es ist also nicht sehr schwierig ...
Jambo - Hallo (gängige Begrüßung, sollte man kennen, gelegentlich
wird auch Salama verwendet)
Karibu - Willkommen
Habari - wie gehts?
Nzuri - Danke, gut (Antwort auf Habari)
Asante - Danke
Asante sana - Danke vielmals
Tafadhali - Bitte
Kwaheri - Auf Wiedersehen
Hakuna Matata - kein Problem (wenn Du das hörst, hast Du wahrscheinlich
eines)
Matata - Problem
Pole Pole - langsam
Hatari - Gefahr
Hema - Zelt
Lala - Schlafen
Ugali - Maisbrei
Chapati - eine Art Fladenbrot
Mandazi - eine Mischung aus Croissant und Donut
Chai - Tee
Hotel/Hoteli - Wirtschaft, "Restaurant"
Hospitali - Krankenhaus
Daktari - Arzt, Doktor
Rechnungen in Restaurants stimmen so gut wie nie. Am besten rechnet man nochmal
schnell nach und die angeschriebenen Preise sind manchmal plötzlich
ungültig, wenns ans Bezahlen geht. Da will man von den "reichen
Weißen" einen Zuschlag und am besten fragt man vorher nach, was das
Essen kostet.
Wann immer man einen Kassenzettel oder eine Quittung bekommt, hebt man diese
besser eine Weile auf. Manchmal benötigt man sie nur, um die leere
Colaflasche abzugeben und beim nächsten Mal kann man sich nicht mehr
erinnern, daß die Übernachtung bezahlt wurde und will die Rechnung
sehen. Mir ist es einmal passiert, daß man die bereits am Vorabend
bezahlte Übernachtung nochmal kassieren wollte (Campingplatz Nähe
Hippo Point in Kisumu) und in einem günstigen Moment bin ich schnell
davongefahren.
Wenn man irgendwo bezahlt und den Betrag nicht pasend hat, kann es vorkommen,
daß jemand mit dem Schein durch den Ort läuft und versucht, ihn
zu wechseln. Diese hat immer funktioniert und eine Weile später kam
derjenige mit dem Wechselgeld zurück.
Als Weißer wird man stellenweise sofort als Amerikaner angesehen.
Vielleicht mag es sinnvoll sein, sich eine kleine Deutschlandflagge oder
ein D-Schild auf die Packtaschen zu kleben, zumal ein großer Teil der
Bevölkerung islamisch ist und die USA nicht immer besonders gut angesehen
sind. Wenn man sich als Deutscher zu erkennen gibt, ist alles
problemlos.
Verwende keine dieser selbstaufblasbaren Iso-Matten. Die zahlreichen Dornen
bereiten ihnen ein schnelles Ende. Da kann man vor dem Zeltaufbau nach Dornen
suchen, wie man will. Man übersieht immer mal welche und meine Iso-Matte
hatte am Schluß so viel Löcher, daß sie die Luft keine Stunde
mehr gehalten hat. Ich habe sie am Ende einfach nur noch mit geschlossenem
Ventil untergelegt.
Wenn Du unterwegs nicht weißt, in welche Richtung Du fahren mußt,
dann frage nie nach dem Weg, indem Du in eine Richtung zeigst. Der Gefragte
wird mit "yes" antworten, wenn er es nicht weiß oder nicht versteht.
Es hilft auch nicht, vorher zu fragen, ob derjenige Englisch spricht, denn
auch diese Frage wird Dein Gesprächspartner zügig mit "yes"
beantworten. Wenn er die Frage nach seinem Namen auch mit "yes" beantwortet,
dann kann man seine Antwort in den Wind schreiben. Auch wenn man diese Hinweise
beachtet, dann gibt es noch einen weiteren wichtigen Tip, den ich auch nicht
kenne. Sonst wäre mir folgendes nicht passiert:
Einmal habe ich auf einer geplanten Tagesetappe von 40 km, die mir am Nachmittag
genügend Zeit zum Fotografieren an einem Wasserfall lassen sollte, schon
für die ersten 15 km mehr als 60 km fahren müssen, weil man mich
kreuz und quer durch die Gegend geschickt hat. An dem Tag kam ich kurz vor
Einbruch der Dunkelheit am Ziel an. An einem anderen Tag erreichte ich am
Abend wieder den Ort, an dem ich morgens losfuhr, weil ich unterwegs keine
Chance sah, noch auf den richtigen Weg zu kommen.
Wenn man in Uganda nach Jinja am Viktoriasee kommt, bietet sich die Gelegenheit, an einer der spektakulärsten Raftingtouren teilzunehmen, die weltweit angeboten werden. Aus dem See fließt der Weiße Nil und auf den ersten 30 km gibt es einige der wildesten Stromschnellen, die sich überhaupt noch befahren lassen.
Auf der Strecke liegen einige Wildwasser-5-Stromschnellen. Wildwasser 6 gilt als unfahrbar und lebensgefährlich. Auf einer anderen Skala werden die befahrbaren Stromschnellen von 1-10 bewertet. Der Nil und der Colorado in den USA sind weltweit die beiden einzigen Flüsse, auf denen man während einer kommerziell angebotenen Raftingtour Stromschnellen der Kategorie 10 fahren kann, wobei es nur auf dem Nil ganzjährig möglich ist.
Das klingt erstmal ziemlich gefährlich, aber die Strecke auf dem Nil gehört auch zu den sichersten Raftinggebieten, weil sich auf der Strecke so gut wie kein Felsen befindet, gegen den man geschleudert werden könnte. Natürlich kann trotzdem mal etwas passieren, wenn einem bei einer Kenterung mal ein Paddel ins Gesicht schlägt oder wie mir jemand aufs Knie fällt. Das ist zwar die große Ausnahme, aber absolute Sicherheit gibt es bei so einer Tour halt eben nicht.
Unter den "speziellen Links" auf der Kenya/Uganda-Seite gelangst Du zu den beiden Raftingunternehmen in Jinja. Wir waren mit den Nile River Explorers unterwegs und die fahren mit den kleineren Booten, die das ganze noch etwas wackliger gestalten. Zur Sicherheit gibts einen Helm und eine Schwimmweste und außerdem fahren drei Kayakfahrer als Begleitung mit, die in Bedrängnis geratenen Mitfahrern zur Hilfe eilen und abschleppen sowie die verlorenen Paddel wieder einsammeln. Zu Beginn der Tour wird auf einem ruhigen Streckenabschnitt geübt, aus dem Boot zu fallen, dieses wieder aufzurichten und reinzusteigen und natürlich auch, auf die Kommandos des Guides richtig zu reagieren. Vorkenntnisse sind übrigens keinerlei erforderlich.
Ein vierter Kayakfahrer fährt mit der Kamera mit und geht rechtzeitig vor den großen Stromschnellen an Land, um die ganze Bescherung zu filmen. Direkt nach der Tour schneidet er die Szenen zu einem etwa halbstündigen Video zusammen und 3-4 Stunden später wird das auf der Campsite der NRE an den Bujagali Falls auf einem Fernseher gezeigt. Man hat dann die Gelegenheit, eine CD mit diesem Video zu kaufen.
Am Vorabend unserer Tour sahen wir das Video der letzten Tour und ich habe ernsthaft überlegt, die Buchung wieder zu stornieren. Natürlich bin ich nun froh, daß ich es nicht getan habe, weil es eine großartige Erfahrung und ein echtes Highlight der Reise war.