Neuseeland gilt oft als Radfahrerparadies. So einfach hier alles ist, so nett die Menschen, so rücksichtslos sind auch die Autofahrer auf den langen Strecken. Ich persönlich fand diese Reise als meine gefährlichste und nicht nur einmal rettete mich der Abgang in den Straßengraben, wenn sich mal wieder einer tollwütigen Lkw-Fahrer zum Überholen anschickte, ohne die Mittellinie zu berühren. Daß in Neuseeland Helmpflicht gilt, ist wahrscheinlich bekannt, doch man sollte auch einen guten Rückspiegel montieren, und zwar am besten auf der richtigen Seite - Linksverkehr ;-)
Ansonsten ist alles recht problemlos. Empfindliche Menschen stören sich evtl. an der Mückenplage an der We(s)tcoast der Südinsel. Nach einem Abhärtungsprogramm in der kanadischen Arktis merkt man die aber kaum noch.
Auf manchen Etappen geht es sinnlos hoch und runter. Eine gute Gangschaltung und evtl. das für Nord- und Südinsel getrennt erhältliche Heft 'Pedaler's Paradise' mit den Höhenprofilen gängiger Strecken sei empfohlen. Gute Sonnenschutzmittel gibt es relativ günstig im Land. Für Gesicht, Nacken und Ohren ist anfangs LSF 50 nicht zuviel.
In den Städten ist die Diebstahlquote für Fahrräder angeblich recht hoch. Schließt es überall ordentlich an.
Man hat große Angst vor eingeschleppten Krankheiten und Bakterien. Bei der Einreise werden Fahrräder gründlich auf Schmutz untersucht, ebenso Zelte. Ich mußte mein Zelt und die Häringe desinfizieren lassen, andere Reisende erzählten mir später, daß sie ihr Fahrrad unter Aufsicht putzen mußten. Bei evtl. Anschlußflügen kann man sich die Verzögerung evtl. nicht leisten.
Und noch was: Auf Billigzelte mit Fiberglasgestänge sollte man auch (und besonders) in Neuseeland verzichten. Man wird dadurch zwar kaum in Lebensgefahr geraten, aber das Gepäckstück 'Zelt' kann man vermutlich bald entsorgen.
Falls jemand von Euch vorhat, zum Milfordsound zu radeln, bedenkt folgendes: Ich wurde inerhalb von ca. 2 Std. von ca. 30 Bussen überholt, die meisten Fahrer hatten von Sicherheitsabstand noch nichts gehört. Wenn die erste Angriffswelle der Pauschaltouristen überstanden ist, gehts locker weiter. Der Tunnel am Paß ist über 1.000 Meter lang und unbeleuchtet, er erfordert unbedingt Licht. Er hat ein Gefälle von ca. 10% und auf dem Rückweg muß man bergauf, also auch hinten ein Licht montieren.