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Der Aufstieg des Hollywood - Imperiums

Die 20er

Hollywood veränderte sich Anfang der 20er Jahre. Die Studiogelände wuchsen Adolph Zukorund die Banken begannen, sich für das Kino zu interessieren. Zu dieser Zeit existierten fünf Major Companies, große Firmen, die sich den Kampf ums Geld lieferten: Marktführer war Adolph Zukor mit Paramount , es folgten die First National, Universal, Metro-Kinokette und Fox.

 

Hollywood Babylon

Zeitgleich endete die Unschuld Hollywoods, denn die Welt der Schauspieler war von Fatty ArbuckleSkandalen geprägt: Nach einer Party von Gastgeber Fatty Arbuckle, starb die Schauspielerin Virginia Rappe. Arbuckle wurde wegen Vergewaltigung angeklagt. Ein Freispruch konnte seinen ruinierten Ruf dennoch nicht mehr retten. Ein paar Monate später wurde der Regisseur Desmond Taylor ermordet, die Stars Maty Miles Minter und Mabel Normand wurden verdächtigt. Von da an rief man "Hollywood Babylon", die Stadt der Skandale. Das Bild drogensüchtiger und ständig wilde Orgien feiernder Schauspieler beherrschte die Gemüter des Publikums. Der 1922 gegründete Verband zur Selbstkontrolle, Motion Picture Producers and Distributors of America (MPPDA), sollte den Ruf wieder herstellen. Vorsitzender war der Politiker Will Hays. Mit dem Ziel, die großen Filmgesellschaften gegenüber Zensurbehören und mächtigen Publikumsverbänden zu schützen, wurden moralische Standards auferlegt. So war z.B. Nacktheit verpönt, es durfte nicht mehr geflucht werden, Sklavenhandel, Misshandlungen etc. galten als anrüchig. Zudem wurden die Schauspieler auf ihren Lebensstil hin durchleuchtet.

Die Europäer kommen

Greta GarboPositiv zu verbuchen war zu dieser Zeit der Zulauf berühmter europäischer Regisseure und Schauspieler: Friedrich Wilhelm Murnau kam Mitte der zwanziger Jahre nach Hollywood und drehte unter ernormem technischen Aufwand bei der Fox Company 1927 den Film Sunrise [Sonnenaufgang] . Es folgten Josef von Sternberg und Ernst Lubitsch, zusammen mit Pola Negri. 1925 traf Greta Garbo zusammen mit Mauritz Stiller in Hollywood ein. An ihr versuchte MGM (Metro-Goldwyn-Mayer, gegründet 1924), ein neues Markenzeichen zu entwickeln: den Vamp, Garbo die Göttliche, die Unnahbare.

1923 drehte Cecil B. DeMille das mit 1,5 Mio. Dollar produzierte Spektakel The Ten Commandments [Die zehn Gebote]. Der Film überzeugt zwar nicht inhaltlich, dafür aber durch raffinierte Trickaufnahmen etwa vom roten Meer und durch einige Farbszenen. De Mille wurde zum erfolgreichsten Hollywood-Regisseur auf dem Gebiet der historischen und religiösenMary Pickford Monumentalfilme.

1927 entstanden die berühmten Fußabdrücke der Stars am Hollywood Boulevard: Beim Bau des "Egyptian" Kinopalastes trat der Besitzer, Sid Graumann, versehentlich in den feuchten Beton. Er holte daraufhin Stars wie Mary Pickford und Douglas Fairbanks und verewigte sie mit ihren Fuß- und Handabdrücken.

Das Aus für den Stummfilm

Ende der 20er Jahre befanden sich die Warner Bros.Bette Davis in einer finanziellen Krise. Mutig unterzeichneten sie dennoch einen Exclusiv-Vertrag für das Tonsystem "Vitaphone". Und sie hatten Erfolg. In The Jazzsinger [Der Jazzsänger] singt Al Jolson 1927 die ersten Töne.1928 bereits zogen mehr schlechte Tonfilme das Publikum an als Stummfilme bester Qualität. Mit Beginn des Tonfilms endete für viele europäische Schauspieler die Karriere in Hollywood, da sie sich ihrer Sprachbarrieren bewusst wurden (z.B. Pola Negri). Viele verfielen in Selbstzweifel, was passieren würde, wenn ihre Stimme versagen würde, Alkohol und Selbstmord waren die Folge. Stummfilmstars wie Mary Pickford oder Gloria Swanson mussten neuen Stars aus Musical oder Theater wie Marlene Dietrich, Clark Gable oder Bette Davis Platz machen.

Um dem Wegfall der europäischen Immigranten entgegen zu wirken, beschloss man, Filme in mehreren Fremdsprachen zu drehen, jeweils mit Schauspielern der entsprechenden Landessprache. Da es nicht genügend Europäer gab, wurden Scouts in die Länder geschickt, um Talente in Theatern, Musikhallen u.a. zu suchen. Maurice Chevalier, Julia Serda u.a. fanden so ihren Weg in die Filmmetropole. Nie waren zuvor so viele Europäer in Hollywood.

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