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Der Aufstieg
des Hollywood - Imperiums
Die 40er
Noch bevor Amerika in den Krieg
eintrat, erregte Charlie Chaplin mit Der
große Diktator 1940 viel Aufsehen und leistete einen entscheidenden
Beitrag zur inneramerikanischen Debatte um den Kriegseintritt
der USA. Mit dem Anschlag auf Pearl Harbour am 7. Dezember
wurde auch Amerika in den Krieg mit einbezogen.
Der Krieg und seine Filme
Die Kriegs- und Nachkriegsfilme decken
d ie
gesamte Genre-Palette ab. Mitverantwortlich für diese Spannbreite
ist die Vielzahl der Regisseure und Schauspieler, die von
Europa nach Hollywood flohen wie René Clair, Jean
Renoir, Joseph Sternberg oder Alfred Hitchcock.
Besonders die Propagandafilme tragen die Handschriften der
Immigranten. Als bester Film zählt hier Casablanca von
1942. Was die Menschen aber auch brauchten war Ablenkung vom
Alltag.
In der Kriegszeit entstand der "Film
Noir", auch bekannt als die "Schwarze Serie".
Diese Filme basieren auf den Gangsterfilmen der 30er. Nun
ist der Protagonist ein einsamer Privatdetektiv, der hinter
den Kulissen äußeren Wohlstandes allgegenwärtige
Korruption und Egoismus entdeckt. "Das Merkmal des
schwarzen Films (film noir) besteht darin, daß die Menschen
gefangen und verstrickt sind in ein Spinnennetz von Wahnvorstellungen
und Angst, unfähig Schuld und Unschuld, Wahrheit und
Lüge zu unterscheiden" (Robert Sklar). Als filmische
Elemente orientieren sich die Macher an Elementen des deutschen
Expressionismus wie der Düsternis von Nosferatu oder
der Ausleuchtung von M- Eine Stadt sucht einen Mörder.
Erster Film dieser Art ist The Maltese Falcon [Der Malteserfalke]
1941. Humphrey Bogart gelingt hier mit seiner
Rolle als Detektiv der internationale Durchbruch.
Als krasses Gegenbild zu der "Film
Noir"-Rubrik fungiert das Musical. Dieses durchlebte
Ende der 40er Jahre seine Blütezeit. In den Kriegsjahren
erfreute sich das Publikum an
Going My Way [Weg zum Glück, 1944], Cabin in the Sky
[Die
Hütte im Himmel, 1943] und Yankee Doodle
Dandee [1942]. Außerdem wurden in den Kriegsjahren Literaturverfilmungen
gedreht, wie Hemingways For Whom the Bell Tolls [Wem die
Stunde schlägt, 1943] mit Gary Cooper und Ingrid
Bergmann sowie Shakespeares Macbeth von Orson
Welles. In den 40er Jahren enstanden ebenso ein Reihe
hochkarätiger "Edelwestern", die in Ton und
Farbe sowie starker Besetzung glänzten, darunter The
Treasure of the Sierra Madre [Der Schatz der Sierra Madre],
Red River und Fort Apache [Bis zum letzen Mann],
je1948.
Das Fernsehen
erobert die Zuschauer
1945 wurde in den USA das kommerzielle
Fernsehen gestartet. Innerhalb weniger Jahre entwickelte es
sich zur größten Konkurrenz des Kinos. Den Major Companies
wurde 1946 die Auflage gemacht, sich von ihren Kinoketten zu
trennen. Mit diesen besaßen sie eine Monopolstellung. Das änderte
die Machtstellung in Hollywood. Stars wurden unabhängig, konnten
höhere Honorare fordern und Einfluss auf die Filmgestaltung
nehmen. Außerdem wollten nach 1945 die
europäischen Staaten ihre eigenen Filmproduktionen schützen
und erhoben Steuern bis zu 75%. Die Besucherzahlen gingen nach
1948 erschreckend zurück. Dagegen stieg die Zahl der verkauften
Fernsehapparate zwischen 1946 und 1951 von 10 000 auf 12 Millionen
Geräte. Zwar versuchten Filmemacher mit technischen Erneuerung
auf die sinkenden Besucherzahlen zu reagieren. So stellt Cecil
B. De Milles Samson and Delilah [Samson und Delilah,
1949] den Beginn der aufwendigen und teuren Historienfilme in
Technicolor dar. 1953 startete 20th Century Fox das " CinemaScope"-Verfahren
(Filme in überbreiter Leinwandgröße). Zwar war das Publikum
von den neuen Verfahren anfangs begeistert, doch wurden die
Verluste dadurch nicht besser, Hollywood entwickelte sich von
der Filmstadt zu Fernsehstadt. Die Zuschauer konnten nun Ihre
Leinwandstars im Fernsehen bewundern. Außerdem liebten
sie den Humor des Komikers Milton Berle und die Situationskomödie
von Lucille Ball in I love Lucille. 1953 war
klar: Das Ende des Hollywood-Imperiums war erreicht.
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