Heizung

Verordnungen zu Heizanlagen

Heizungssysteme

Das gewöhnlich genutzte System mit den Heizkörpern unter dem Fenster ist ist bewährt und billig, hat aber auch Nachteile: Zum einen wird viel Staub aufgewirbelt, was die Allergiker unter uns - und die, die es noch werden wollen :-) mächtig belastet. Um dem Staub zu biden wird dann empfohlen die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Trockene Heizungsluft wird eigendlich von allen als unangenehm empfunden, aber feuchte(re) Raumluft ist nur deshalb angenehmer, weil weniger Staub die Schleimhäute reizt. Bei den Heizkörpern ist der Anteil an Strahlungswärme recht gering, da sie relativ klein sind. Deshalb wird die Luft arg erwärmt. Diese hohe Lufttemperatur und niedrige Strahlungsleistung haben folgende Nachteile

Sie kann an den kälteren Aussenwänden kondensieren und das kann zu Schimmelbildung führen. Das passiert gar nicht mal so selten. Besonders in Verbindung mit dichten Fenstern hinter grösseren Möbelstücken an Aussenwänden.

Auch Milben und ähnlich unangenehmes vermehrt sich in wärmerer und feuchterer Atmosphäre natürlich besser.

Beim Lüften geht mehr Energie verloren, da die warme Luft gegen kalte ausgetauscht wird und die voll erwärmt werden muss. Strahlungsheizungen kommen mit einer niedrigeren Lufttemperatur aus.

Aussserdem hat sich menschliches Leben nun einmal unter der Sonne entwickelt. Unser ganzer Organismus ist einfach auf Strahlungswärme eingestellt. Da der menschliche Körper den grössten Teil seiner Wärme durch Strahlung abgibt, gibt es einen Austausch von Strahlungenergien: Der Mensch strahlt die Wand mit 310 K an und die Wand strahlt zurück. Bei einer Wandtemperatur von 18 °C mit 291 K, bei 23 °C mit 296 K.

Das Behaglichkeitsdiagramm gibt die Verhältnisse von Luft-, Wandtemperaturen an, bei denen man man sich wohl fühlt. Grundsätzlich sagt es, dass es auch niedrige Lufttemperaturen als angenehm empfunden werden, wenn die Strahlungstemperatur der Wand entsprechend höher ist.

Dieser Austausch von Strahlungsenerige findet immer statt. Wenn die Strahlungsenergie der Wand höher ist, verhindert sie die Entwärmung des menschlichen Körpers besser. Besonders im Bereich der von Armen und Beinen. Der Körper hat zwar das Bestreben seine Kerntemperatur konstant auf 37 °C zu halten, die der Gliedmassen ist aber je älter einer ist immer kälter. Höhere Temperaturen verbessern den Stoffwechsel. So wird behauptet, dass Strahlungsheizungen auch gegen Krankheiten wie Rheuma vorbeugen.

Strahlungsheizungen

Wandheizung

Ein Arbeitskollege von mir hat sich eine Wandheizung im völligen Alleingang selbergebaut:

Er würde auch Fragen dazu beantworten: mail

Funktionsvergleich der Heizsysteme

Im Bereich von Heizkörpern wird die Raumluft aufgeheizt. Der beheizte Raum wird vorrangig durch die zirkuliernde Warmluft erwärmt, nur minimal durch Wärmestrahlung. Im Raum befindlicher Staub, Milben und Bakterien werden permanent verwirbelt.

Bei Fussbodenheizungen wird die Raumluft im Bereich des Fussbodens erwärmt. Die warme Luft steigt in Intervallen nach oben

Kachelöfen haben im Vergleich zu Wandheizungen eine relativ kleine Wärmeabstrahlungsfläche. Entsprechend höher sind die Oberflächentemperaturen.

Wandheizungen gewährleisten ein gleichmäßiges Temperaturniveau innerhalb des beheizten Raumes. Die Wärmestrahlung wird von den umgebenden Wänden absorbiert und reflektiert.

Zur Technik von Heizanlagen

Hydraulischer Abgleich

Der "Hydraulische Abgleich" meint die Verteilung von Drücken, Strömungsgeschwindigkeiten und Temperaturen im Rohrnetz der Heizung. Da die Heizkörper heute mit Thermostatventilen ausgestattet sind, meinen viele (Heizungsbauer) man könne darauf verzichten, eine mit Erfahrungswerten für die Nennweite und Verlegung der Rohre gebaute Anlage sei schon in Ordnung. Ist nicht so meint Herr Beizke nur mit einer hydraulisch und natürlich auch vom Wärmebedarf her richtig berechneten und justierten Anlage bekommt man es überal warm UND kommt mit der minimalen Energie aus und braucht sich auch nicht über Fliessgeräusche ärgern.

Hier eine Anleitung zum einstellen der Hydraulik einer Fussbodenheizung zitiert mit freundlicher Genehmigung von Herrn Beitzke:

Wenn Sie in der Wohnung oder der Etage, in der Sie selber wohnen, Bereiche der Fußbodenheizung haben, die zu warm oder zu kalt sind, können Sie diese selber abgleichen. Sie benötigen dazu nur etwas Geduld und eine saubere Buchführung, in die sie alle Änderungen reinschreiben, die sie einstellen.

Und Ihre nackten Füße. Ja, genau. Der Mensch ist so temperaturempfindlich, dass er schon 0,5 Temperaturänderung bemerkt, Fußsohlen können noch viel mehr.

Das Prinzip ist ganz einfach:

Sie Vermindern den Durchfluss durch Drosseln solange, bis alle Kreise im Gleichgewicht sind. Dazu sollten alle Kreise in letzter Zeit gespült worden sein, schon damit die Einstellschrauben leichtgängig und die Ventile frei sind.

Sie müssen dann 2 Fälle unterscheiden:

  1. Die Heizkreise sind schon mal abgeglichen worden
  2. Die Heizkreise sind noch nie abgeglichen worden

Bei

  • haben Sie ein Protokoll darüber (selten) oder Sie bemerken, das die Einstellschrauben an den einzelnen Kreisen teilweise eingedreht sind.
  • sind die Schrauben (fast) alle offen und der Boden ist sehr unterschiedlich warm, die Zimmer auch.
  • Zum Ändern gehen Sie so vor:

  • Machen Sie sich eine Liste mit Datum, Heizkreis-Lage, Kreisnummer und Kreisbezeichnung, die Sie mehrfach kopieren.
  • Entfernen Sie alle elektrischen Motorantriebe der Einzelraumregelungen, damit diese Ventile ganz offen sind.
  • Schreiben Sie genau(!) die Anzahl Umdrehungen auf, die nötig sind, den einzelnen Kreis über das andere (Rücklauf- oder Vorlaufventil) komplett abzudrehen. Notieren Sie das, denn das ist Ihre Ausgangsstellung, wenn schon mal abgeglichen wurde: notieren! Meist sind 5,5 Umdrehungen zwischen auf und zu.
  • Drehen Sie dann alle Einstellschrauben wieder ganz auf.
  • Vergewissern Sie sich, dass jetzt wirklich geheizt wird.
  • Sie kennen die Kreise, die immer zu warm sind? Drehen Sie sie etwa 1/3 zu.
  • Warten Sie mindestens 3 Heiztage, um Ihre Einstellungen danach zu testen.
  • Sind jetzt alle Kreise zu warm, müssen Sie die Heizleistung am Regler nach unten stellen. Meist ist dann die Heizkurve zu hoch. Wenn Sie das nicht tun, sparen Sie nichts! (0,3...0,5 ist für Fußbodenheizungen richtig.)
  • Vermindern Sie dann den Durchfluss des Kreises, der jetzt noch zu warm ist, um ca 1/6.
  • Warten Sie mindestens 3 Heiztage.
  • Laufen Sie mit nackten Füßen durch die Wohnung und Sie werden auch die kleinsten Differenzen bemerken.
  • Achten Sie auf die 20/21 Raumtemperatur und stellen Sie sie am Regler vorsichtig nach.
  • Justieren Sie nach einigen Wochen noch die Kreise, die nicht ganz ok sein sollten.
  • Wenn Sie sie noch benötigen sollten, setzen Sie die elektrischen Motorventile der Einzelraumregelungen jetzt wieder auf. Normalerweise braucht man sie nicht mehr - schade um das Geld.
  • Wenn Sie sich vertan haben, korrigieren Sie anhand Ihrer Liste - oder fangen wieder bei Punkt 3 an.
  • Heften Sie die Liste zu Ihren Heizungsunterlagen und hängen Sie das Abgleichergebnis in jeden Verteilerschrank.
  • Für EnergieSparBeratungen stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung.
    Freundliche Grüße aus Aachen von

    Dietrich Beitzke

    Antwort von

    System Integration Beitzke

    Dipl.-Ing. Dietrich Beitzke VDI
    website: http://www.beitzke.de/
    website: http://www.heiztagebuch.de/
    website: http://www.heizungsbetrieb.de/

    Sonstiges

    Das Mollier Diagram, immer wieder nützlich zu allen Berechnungen der Klimatechnik: