Ahu Tongariki (Banner)

Der Ahu Tongariki ist der größte restaurierte Ahu auf der ganzen Insel: auf der 98 Meter langen, 6 Meter breiten und 4 Meter hohen Plattform stehen 15 Moais majestätisch am Rande einer kleiner Bucht.

Die Anlage wurde im Jahre 1993 unter der Leitung des chilenischen Archäologen Claudio Cristino wieder aufgebaut, nachdem sie am 21.05.1960 durch einem Tsunami fast vollständig zerstört worden war (siehe Bericht unten zur Restauration des Ahu Tongariki).

Die Besichtigung gehört zu den "Nummer 1"-Zielen.

Ahu Tongariki
Ahu Tongariki

Sehr anschaulich könnt Ihr hier sehen, daß sich auf der gesamten Insel kein Moai dem anderen gleicht: kleine, große, dicke und dünne Moais stehen einträchtig nebeneinander.

Der kleinste Moai hier ist immer noch unglaubliche 5,4 Meter lang, der längste mißt 14 Meter Höhe; das durchschnittliche Gewicht beträgt 40 Tonnen, wobei der größte Moai geschätzt 88 Tonnen wiegt und der Moai mit Pukao (oben in der Reihe der 2. von rechts) immer noch 60 Tonnen auf die Waage bringt.

Ahu Tongariki
Ahu Tongariki

Sehr nahe am Ahu findet Ihr zwei Petroglyphen von Schildkröten, aber wenn Ihr der Blickrichtung der Moais folgt, sind kurz vor der Straße noch dutzende schöne Felszeichnungen zu finden ("Papa Tataku Poki").

Ahu Tongariki

Auf dem mit einer kleinen Mauer umzäunten Gelände findet Ihr nahe der Straße einen einzelnen Moai stehen. Er hat den Namen "Traveling Moai" oder reisender Moai erhalten, da er nach Japan zur "Osaka Trade Fair"-Ausstellung gebracht worden ist. Außerdem wurde er im Jahre 1989 von Thor Heyerdahl zu Transportexperimenten benutzt und dabei an seiner Basis beschädigt.

Restauration des Ahu Tongariki
Wir hatten das große Glück, die Vorgeschichte der Restauration des Ahus aus erster Hand, nämlich von
Sergio A. Rapu, zu erfahren: Sergio hatte seine Arbeit als Direktor des Museums und als Gouvernoer aufgegeben, um seine Stelle an der Universität von Berkeley zu beginnen, da führte er ein japanisches Filmteam über die Insel und natürlich auch zum Ahu Tongariki. Er wurde von einer Journalistin gebeten, doch eine Minute zu den Zuschauern in Japan zu sprechen und normalerweise sprach er dann von der Schönheit der Insel und den beeindruckenden Moais, aber diesmal hatte er eine Eingebung und er sagte: "wenn ich genug Geld und Material hätte, dann würde ich diesen Ahu gerne wieder aufrichten". Gerade mal 2 Tage nach der Ausstrahlung der Sendung erhielt einen Telefonanruf vom Direktor der japanischen Kranbaufirma Tadano: "ich stelle Ihnen einen Kran und 1 Million Dollar zur Verfügung, wenn sie den Ahu wieder aufbauen". Da Sergio aber in die USA reisen mußte, stellte er ein Team um den Claudio Christino zusammen, die den Ahu anhand von alten Zeichnungen und Fotographien wieder aufbauten:

Ein Seebeben vor der chilenischen Küste bei Valdivia hatte am 21.05.1960 die Küstenlinie um einige Meter absacken lassen und dabei einen Tsunami erzeugt, der fast 4.000 Kilometer durch den Pazifik eilte und nach einigen Stunden die Osterinsel erreichte. In der kleinen Bucht (Hanga Nui) vor dem Ahu Tongariki wurde das Wasser wie in einen Trichter gepresst und der Wasserspiegel stieg kurzzeitig um 152 Meter (!). Die ehemals bis zu 30 Moais auf und an der Plattform wurden von der gewaltigen Welle bis zu 640 Meter in Inselinnere gespült und es blieb kein Stein auf dem anderen.

Der auf dem Rücken und scheinbar vor dem Ahu liegende Moai auf dem breiten Bild befindet sich ca. 100 Meter vom Ahu entfernt und wurde dort als Zeichen der ungeheuren Gewalt liegen gelassen.

Fototipp: schlicht der Traum eines jeden Fotographen: 15 Moais stehen in Reih' und Glied nebeneinander vor dem blauen Wasser des Pazifiks und wachen voller Stolz über ihr Reich.

Dieser Ort ist ideal für Sonnenaufgangs-Bilder und wenn Ihr den Wecker auf 6:30 Uhr stellt, könnt Ihr bei wolkenfreiem Himmel mit dem Auto in 25 Minuten am Ahu Tongariki sein.

Ebenso ideal ist der Ahu am Nachmittag, wenn die Sonne über den
Rano Raraku wandert und die Moais von vorne beleuchtet. Bitte beachtet bei Sonnenuntergangsfotos, daß durch die zwischenliegenden Hügel die Sonne hier bestimmt schon 30 Minuten vor dem "echten" Untergang nur noch Schatten "spendet".

Ahu Tongariki

Copyright 2005 - 2007 für alle Texte und Bilder Dr. Birgit Zwang und Michael Fehr, soweit nicht anders angegeben