
Es ist kaum zu glauben, aber wahr.
Jetzt hat die Chefin schon zwei so prachtvolle Burschen wie uns, und
doch ist sie immernoch nicht zufrieden. Sie hat noch einen großen
Traum...

Der Traum von
einem , wie sie es nennt, "Wesen", klein, von stämmiger Gestalt und
"hässlichem" Aussehen. Ein Wesen, geboren, um zu gefallen, Freude zu
bringen, aufzuheitern, einfach ein Hund fürs Herz.
Als ob sie das nicht schon hätte? Können wir nicht auch auf dem Schoss
sitzen, treu zu Füssen liegen mit lieblichem Blick nach oben?
Und schnarchen, wie es diese Wesen tun, können wir auch. Wozu also einen
Mops?
Weil die Chefin einfach verrückt danach ist, der
Mops ist ihre
große heimliche Liebe, sie möchte auch einfach einmal einen
unkomplizierten kleinen Hund haben.
Zugegeben, unkompliziert und einfach zu handhaben sind wir nicht, auch
wenn wir uns ja schon redlich bemühen, unser Gesicht auch mal in sorgen-
und verständnisvolle Falten zu legen, an einen
Mops kommen wir da
nicht ran.
Warum
also hat sie noch keins dieser liebenswerten kleinen Faltengesichter?
Weil die Menschen haben sie kaputtgezüchtet. Wie ihr auf dem Bild
seht,hatten sie früher noch kleine Schnäuzchen und nicht nur eine dicke
Falte über der Nase, früher konnten sie noch freier und besser atmen.
Sicher, nicht alle Möpschen leiden darunter, doch viele dieser Geschöpfe
schon. Deshalb wartet die Chefin mal ab, ob die Menschen so vernünftig
sein werden und dem
Mops das Schnäuzchen wiedergeben, durch geplante Zucht mit Tieren,
die heutzutage auf Ausstellungen keinen Blumentopf gewinnen können, weil
sie zu viel Schnauze haben. Nein, keine anderen Rassen einkreuzen, das
liebenswerte Wesen des Möpschens muss erhalten bleiben! Inzwischen hat
sich auch ein Verein gegründet, dessen
Zuchtziel es ist, den ursprünglichen Mops mit Schnauze wieder
rückzuzüchten.

O, wie gerät sie ins Schwärmen, die Chefin, was hat sie für einen
verklärten Blick und für ein Lächeln um die Lippen und in den Augen,
wenn sie vom Traum eines eigenen Möpschens erzählt, eine kleine
"Plattnase" mit großen glänzenden Augen in einem verständnisvoll
blickenden Faltengesicht.
Auch
wenn viel Leute verständnislos den Kopf schütteln, wenn sie von innerer
Schönheit und so schwärmt.
Haben
doch die meisten Leute ein völlig falsches Bild im Kopf, das Bild eines
fetten faulen Pralinen verschlingenden
Mopses, der
röchelnd und unbeweglich auf dem Sofa liegt. Doch das alles kann die
Chefin nicht erschüttern, sie glaubt eisern an die Erfüllung ihres
großen Traumes, da können selbst wir sie nicht davon abbringen. So ein
Mops hat ja
wenigstens einen Vorteil, er ist klein und kompakt, so dass er nicht
gleich umfällt, wenn mal ein Cattle Dog mit ihm "spielt".
