Grundlagen

Inhalt

Einführung

Elemente

Entwicklung

 

 

 

 

 

 

 


     Einführung

 

Interkulturelle Dimension der Körpersprache

In unserer modernen Welt sieht man sich ständig vor neue Herausforderungen gestellt. Im Zuge der Globalisierung wird mehr und mehr Wert auf gute internationale und interkulturelle Beziehungen gelegt, was die Beherrschung von mehr als zwei Fremdsprachen in naher Zukunft unausweichlich macht.  

Oft wird allerdings vergessen, dass nicht nur das gesprochene Wort eine Sprache, eine Kultur ausmacht, sondern dass auch andere, großteils unbewusste Verhaltensmerkmale eine wesentliche Rolle beim Gelingen der Kommunikation spielen. Die Rede ist hierbei von den nonverbalen, d.h. außersprachlichen  Elementen der Kommunikation.

Im Gegensatz aber zur gesprochenen Sprache, wurde das Kulturspezifische der Körpersprache in der Vergangenheit noch nicht hinreichend untersucht. Diese Forschungslücke kann jedoch, wenn man das immer stärkere Zusammenrücken von Völkern und Kulturen betrachtet, zu erheblichen Kommunikationskonflikten führen. Missverständnisse und Vorurteile sind die Folge, die weitere Probleme nach sich ziehen können.

Deshalb sei an dieser Stelle betont, wie wichtig es ist, sich mit nonverbaler Kommunikation auseinander zu setzen und neben Fremdsprachen an  sich auch anderskulturelle nonverbale Codes zu erlernen. Ganz gleich, ob man Linguistik-Experte oder Leihe ist, ob man beruflichen oder privaten Kontakt zum Ausland und zu ausländischen Mitbürgern pflegt.

Ein als zu aufdringlich empfundener Körperkontakt des Nachbarn aus Spanien in Smalltalk-Situationen oder der falsch interpretierte, fehlende Blickkontakt der türkischen Kollegin im Büro beispielsweise, werden dann vielleicht aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. Die Toleranzbereitschaft erhöht sich und somit wird ein aktiver Beitrag zur besseren Völkerverständigung geleistet. 

Aus diesen Gründen und weil uns das Gebiet sehr interessiert, haben wir uns dazu entschlossen die Nonverbale Kommunikation europäischer Sprachen als unser Referats- und Seminararbeitsthema zu wählen und diese Homepage aufzubauen. 

Wir hoffen sehr, dass wir mit unseren Beiträgen die Neugier Vieler wecken können, sich selbst mit dem Thema zu beschäftigen. Jedem, der sich auf lockere, leichte Art einen Überblick  der Nonverbalen Kommunikation verschaffen will, können wir wärmstens das Buch Gestures: The Do’s and Taboos of Body Language Around the World von Roger E. Axtell empfehlen, der nach Desmond Morris einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Körpersprache im interkulturellen Vergleich ist. Demnach stützen wir uns in unseren Forschungen weitestgehend auf die Werke dieser beiden.

Unsere Eigenleistung bei der Erstellung dieser Homepage liegt in der Herausarbeitung des körpersprachlichen Verhaltens und der am weitesten verbreiteten Gesten in den behandelten Kulturkreisen und der Versuch einer länderspezifischen Einteilung. Ein besonderes Anliegen dabei ist das Herausheben einer Schnittmenge innerhalb eines Kulturkreises und der Vergleich untereinander.

Dabei sind wir wie folgt vorgegangen:

Im ersten Semester des Kurses konzentrierten wir uns auf die Körpersprache (insbesondere Gesten) in den "kerneuropäischen" Länder, Spanien, Italien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien. Unter Kerneuropa verstehen wir jene Länder, deren Sprache dem Lateinischen sehr verbunden ist und die zu den bevölkerungsstärksten Länder Westeuropas zählen.

Im zweiten Semester richteten wir das Augenmerk auf weitere europäische Länder, um den europäischen Kulturkreis zu vervollständigen. Diesem stellten wir die Körpersprache in weiteren Kulturkreisen der Welt gegenüber.

 

Viel Freude an unserer Homepage und mit den neu gewonnenen

 Erkenntnissen über die  

Körpersprache

  wünschen

 

Bogna, Ilaria, Nele, Rebekka

Verena, Andi

 

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    Elemente

Jedes körperliche Ausdrückverhalten ist Ausdruck eines bestimmten emotionalen Befindens.

Was bedeutet, dass durch den leib-seelischen Zusammenhang werden bestimme Emotionen in körperlichen Verhalten ausgedrückt.

Es existiert ein Gleichgewicht im Zusammenhang des Gedankens  mit dem, was wir zum Ausdruck bringen, dh. keine Bewegung ist zufällig, sondern Ergebnis bewussten oder unbewussten Denkens.  Ist der Gedankenprozess einschließlich unseres Gleichgewichtsinns beeinträchtig, etwa durch den Einfluss vom Alkohol, wird der Zusammenhang erst recht deutlich.

 

Bei der Untersuchung des Themas "Sprache als Träger der Gedanke" eine  wichtige Rolle spielt Wahrnehmung. Die nonverbale Kommunikation ist bestimmt von der mentalen, physischen und psychischen Wahrnehmungsfähigkeit. Also, nicht nur das, wie ich, als der Vortragende meine Gedanken zum Ausdruck bringe, sondern auch, wie werde ich verstanden, ob mein Bild "im Kopf" dem Bild, das  in dem Kopf des Empfängers entsteht, entspricht. In diesem Fall die nonverbale Kommunikation gilt als Hilfsmittel und die Hände als Werkzeug der Kommunikation. Anhand von Mimik Gestik und Haltung können wir die Andeutung untersteichen, Größe zeigen, Ausrufezeichen setzen, etc.

 Das äußere Erscheinungsbild bestimmt ebenso die Kommunikation, wie die bewusst oder unbewusst vollzogene Körperbewegung, Verbeugung, Dynamik, Rhythmus, Distanz.

 Neben Mimik und Gestik wird die Kommunikation von nonverbalen Sprachkomponenten begleitet, von sogenannten PROSODISCHEN und PARALINGUISTISCHEN akustischen Signalen. Dazu gehört die Betonung, Lautstärke, Akzent, etc.  Es ist eine Tatsache, dass Stimmklang beeinflusst die Bewegung. Wenn wir die Hände fest ineinander legen wächst unsere Aggressivität, und wenn wir die Hände ganz leicht ineinanderlegen, nimmt die Stimme wie von selbst einen milderen Klang (Sonntagsrednerpose!). Wir werden aber auf diese Komponenten nicht genau eingehen und konzentrieren uns auf die nichtsprachliche Vermittlung von Informationen.

 

Die Elemente der nonverbalen Kommunikation sind: Mimik, Körperkontakt und räumliches Verhalten, Blickverhalten, Haltung und Gestik. Im folgenden werden wir genauer auf diese Elemente eingehen.

 

Mimik

Hier kommt die Frage, ob diese Signale geerbt oder erlernt sind. Die neusten Untersuchungen haben bewiesen, dass sogar blind geborene Kindern verziehen ihr Gesicht. Sehr viele Signale wie erröten, Lächeln, Stirn runzeln gelten als nicht willentlich beeinflusste Signale. Zur  Mimik gehören auch Augenbrauen und Mundpartie (Zunge, Lippen).  Wenn wir beispielsweise mit offenem Mund und hochgezogenen Augenbrauen in der Vorlesung sitzen  signalisieren wir einen hohen Informationsbedarf (fragender Gesichtsausdruck).

 

 

Körperkontakt und räumliches Verhalten

Ganz oft entsteht beruflicher Ärger aus Territoriumsverletzungen. Territorium bezeichnet etwas abstraktes, z.B. Wissensgebiet. Die Ursache der Emotion geht aus dem Territorialdenken hervor. Es trifft immer Selbstbewusstsein. Distanzverhalten ist stark situationsabhängig. Wir unterscheiden zwischen: intimen Verhalten (bei Paaren), persönlichen Verhalten (bei guten Bekannten, z.B. Schulter klopfen), gesellschaftlichen Verhalten (Geschäftsgespräche) und öffentlichen Verhalten (Respektpersonen).

 

 

Blickverhalten

Gesprächspartner haben einen Blickkontakt. Dieser jedoch ist vom Thema, Persönlichkeit oder Verhältnis abhängig. Im Prinzip der Hörer blickt den Sprecher 75% der Dauer der Konversation dagegen der Sprecher blickt den Hörer bloß 40% der Gesprächsdauer.  Von großer Bedeutung ist die Pupillenerweiterung. Im allgemeinen Blickkontakt wird als Einladung zur Kommunikation und Aufmerksamkeit verstanden. Ganz oft hört man: "Schau mich an, wenn ich mit dir rede!"

 

 

Haltung

Bei einem langweiligen Monolog können wir beobachten wie der Körper des Hörers  nach hinten geht. So wird der zunehmende Distanz zu dem Sprecher auf nonverbalen Art und Weise gezeigt. Um Interesse zu erwecken müssen wir den Hörer zur Verbeugung am Tisch zwingen, d.h. die Zuneigung erzeugt Aufmerksamkeit. Abneigung prägt die Haltung. Zur Veranschaulichung hier zwei Beispiele: ein hochgehobenes Bein bedeutet eine Blockade, eine Schutzbarriere mit der sich der Gesprächspartner distanziert;  ein Mensch der sich an der Lehne seines Stuhles klammert gibt uns die Nachricht: er möchte hier nur beobachten, nicht konfrontieren.

 

 

Akustische Signale

Zu diesen Signalen zählen die prosodische und paralinguistische Signale. Sie finden ihr Ausdruck in der Betonung der Wörter, im Akzent, in der Lautstärke, etc. Da wir uns aber in unserem Thema auf die nichtsprachliche Vermittlung von Informationen konzentrieren, blieben diese Signale hier nur kurz erwähnt. Was eine Tatsache ist, dass Stimmklang beeinflusst die Bewegung. Wenn wir die Hände fest  ineineander legen wächst unsere gressivität, und wenn wir die Hände ganz leich ineinander legen, nimmt die Stimme wie von selbst einen milderen Klang (Sonntagsrednerpose!)

 

 

 

Gesten

Gesten sind Ausdruckserscheinungen der nonverbalen Kommunikation. Wir werden im folgenden auf die nonverbalen Verhaltensweisen und nonverbale Elemente, bzw.  Verhaltenskanäle genauer eingehen.

 

 

 

Nonverbale Verhaltenweisen

Die Nonverbale Kommunikation, ist von der physischen und psychischen Wahrnemungsfähigkeit des Menschen determiniert. Deswegen kann man verschiedene Verhaltenweisen unterschieden, wie die zwei Wissenschaftler Ekman und Friesen 1969 herausgefunden haben: 

ILLUSTRATOREN: sind Bewegungen, die die Sprache ergänzen und verdeutlichen. Sie beziehen sich auf Verhaltensweisen. (Gesten – Kopfbewegungen...)

 ADAPTOREN (MANIPULATOREN): man benutz diese Bewegungen um Emotionen zu kontrollieren, Bedürfnisse zu befriedigen, interpersonale Kontakte zu entwickeln, z.B. wenn man sich während eines Telefongespräches am Kopf kratzt, Fingernägel kaut oder ähnlich.

 EMBLEMEN: diese Gesten ersetzen das gesprochene Wort, beispielsweise ist die erhobene Hand als Zeichen des Grüßens ist ein Ersatz zum verbalen Hallo.

 REGULATOREN: diese sind nonverbalen Zeichen, die den weiteren Gesprächsverlauf regulieren. Feststellen kann man das bei Blickkontaktpausen oder wenn man oft auf die Uhr schaut. All dies kündigt schon die bevorstehende Trennung an.

AFFEKT-DARSTELLUNG: sie sind nonverbale Ausdrucksformen wie Mimik, Stimme und Körperhaltung, die Emotionen also Affekte und die Gesprächsatmosphäre spiegeln.

  

Nonverbale Elemente: Verhaltenskanäle

Mit Hilfe von Verhaltenskanälen werden die verschiedenen Verhaltenweisen unterschieden in:

      GESTIK: durch Extremitäten ausgedrückt (Arm/Hand – Bein/Fuß)

 MIMIK: Gesicht (Augenbrauen – Mundpartie)

       BLICKKONTAKT: Augen (Pupillenbewegung)

 

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    Entwicklung

   

Hintergründe - Entwicklung - Veränderung - Verbreitung

 der Körpersprache, insbesondere der Gesten

  

Grundsätzlich kann man bei der Körpersprache von zwei Teilgebieten sprechen, dem unbewussten, instinktiven nonverbalen Verhalten, welches den Großteil einnimmt und dem bewussten, das sich vor allem in symbolischen Gesten zeigt.

 

Da bei praktisch allen Tierarten nonverbale Verhaltensmuster instinktiv verwurzelt sind, kann man die Körpersprache wohl als ältestes Sprachsystem, d.h.  Mittel zur Verständigung bezeichnen. Die Primaten zeigen bereits eine ausgeklügelte, dem menschlichen Verhalten in vieler Hinsicht ähnliche, Körpersprache. So gibt es z.B. eine ritualisierte Drohgebärde unter Schimpansen, bei der sich die Tiere gegenseitig die Zähne zeigen. Auf einen Unwissenden mag dies wie ein Angrinsen aussehen. Es ist also anzunehmen, dass das Lächeln des Menschen von dieser Drohgebärde abstammt und somit ursprünglich angstmotiviert war. Auch die Redewendung ‚dem Gegner die Zähne zeigen’ dürfte wohl von diesem Ursprung aus den Weg in unseren Wortschatz gefunden haben.

Umso weniger die nonverbale Kommunikation demnach aus der Menschheitsentwicklung wegzudenken ist, desto mehr kann der instinktive Ursprung zu Problemen in der interkulturellen Begegnung führen. Während man sich das, was man wörtlich ausspricht vorher meistens gut vorher überlegt, erfolgen sehr viele nonverbale Äußerungen eben spontan und man ist sich nicht einmal selbst über seine eigene Körpersprache bewusst. Das erschwert wiederum das Erkennen und Verstehen anderskultureller nonverbaler Signale und kann zu Missverständnissen führen. 

 

Als bewusstes Instrument, vor allem im Bereich der Rhetorik, wurde die Körpersprache erstmals im antiken Griechenland und Rom wahrgenommen (vgl. Kalvenkämper), wo man  versuchte diese zu beherrschen und gegebenenfalls zu unterdrücken. Zu dieser Zeit setzte auch  die Forschung über die Gestikulation und die Wirkung der Körpersprache ein, interkulturelle Vergleiche wurden aber erst Jahrhunderte später gezogen.

 

Die Forschung über die symbolischen Gesten ist bis heute am weitesten vorangeschritten, so lässt sich die Entwicklung dieser gut nachvollziehen.

Zunächst geht man von der Entstehung bzw. Erfindung einer Geste an einem bestimmten Ort aus. Prinzipiell kann eine Geste zu jeder Zeit und an jedem Ort entstehen, viele der heute gängigen Gesten stammen allerdings tatsächlich aus der Zeit des alten Roms. Damals, wie heute wird die Erfindung dann in verschiedene Richtungen verbreitet, entweder durch römische Legionäre, Kolonialisten, Reisende oder heute vorrangig durch Massenmedien. Sobald die Geste auf Reise geht, ist sie unterschiedlichsten Entwicklungsprozessen unterworfen. Es gibt aber durchaus sehr alte Gesten, die sich sowohl in ihrer ursprünglichen Form als auch in ihrer Bedeutung erhalten haben. Man spricht hierbei von konservativen Gesten.

Gestendialekte hingegen zeigen nur noch die Grundelemente der Ursprungsgeste. Beispielhaft hierfür ist die im Alten Rom gebräuchliche phallische Geste „Digitus Impidicus“ (vgl. Morris, S. 82), die sich zwar hierzulande als ‚schlimmer Mittelfinger’ in ihrer Form erhalten hat, sich aber in großen Teilen Europas, vornehmlich in Frankreich und im anglophonen Bereich zur übernormalen Variante des „Forearm Jerks“ (vgl. Morris, S. 80 ff) entwickelt hat. Hierbei tritt nicht nur der Mittelfinger, sondern der ganze Arm in Aktion.

 

Löst sich eine Geste vollständig vom symbolischen Ursprung, so hängt dies meist damit zusammen, dass sie in einer bestimmten Situation beobachtet und nachgeahmt wird, ohne zu nachzufragen, warum sie genau in dieser Situation Einsatz findet (vgl. Morris, S. 267).

Durch solche Ereignisse z.B. kann es passieren, dass eine Geste aus Missverständnis heraus zusätzliche Bedeutungen erhält oder schließlich einen Bedeutungswandel durchläuft. Die Ursache dafür, dass eine Geste verschiedene Bedeutungen hat, kann allerdings auch mit vornherein unterschiedlichen Ursprüngen zusammenhängen.

 

Nun kann man sich die Frage stellen, woran es liegt, dass sich neue importierte Gesten in einem bestimmten Gebiet nicht durchsetzen können oder warum alteingesessene Gesten plötzlich verschwinden.

Es ist tatsächlich so, dass man verschiedene Barrieren (vgl. Morris, S. 263-265) ausmachen kann, die der Verbreitung einer Geste entgegenwirken:

Barrieren kultureller Art werden z.B. durch gegenseitige Vorurteile und Rivalität gefördert. So lehnten die Briten beispielsweise die Geste des „Fingertips Kiss“ ab, da ihnen diese zu unenglisch, sprich französisch war.

Sprachliche Barrieren treten dort auf, wo eine Geste in direktem Bezug zu einem verbalen Ausdruck steht, den es in der anderen Sprache nicht gibt.

Ideologische und religiöse Barrieren setzen Gesten wie dem Kreuzzeichen und allen davon abgeleiteten Formen Grenzen. Ähnlich verhält es sich bei Taboos, die in einer bestimmten Gesellschaft vorherrschen, wie z.B. der Verpönung von Küssen oder Berührung in der Öffentlichkeit. Grußgesten, die Elemente davon einschließen, werden sich dort folglich nicht durchsetzen.

Geographische Barrieren spielten vor allem in der Vergangenheit eine Rolle, Gebirgszüge, große Flüsse, Seen oder das Meer stellten ein unüberwindbares Hindernis für Gesten dar. Heute im Zeitalter moderner Verkehrssysteme und Massenkommunikation sind diese Barrieren wohl kaum noch relevant.

 

Ein weiterer Grund für das Scheitern einer Geste, ist schlichte Unnötigkeit. In Skandinavien gibt es z.B. eine Geste, die ein Rentier symbolisiert, in anderen Breitengraden ist für diese wohl kaum Bedarf vorhanden, da es keine Rentiere direkt vor der Haustür gibt.

Zudem kommt es auch vor, dass in einem Gebiet schon eine andere Geste existiert, die genau die gleiche Bedeutung hat, wie die neue. In diesem Fall also, ist die Nische schon besetzt und die neue Geste hat keine Chance.

 

Das Verschwinden einer Geste bzw. ihr Ersatz kann man mit dem In & Out Phänomen erklären. Ähnlich den Slang-Terms unterliegen Gesten der Willkür ihrer Benutzer, wird eine Geste als nicht mehr zeitgemäß erachtet und bietet sich eine modernere Alternative an, wird die alte Geste immer mehr verdrängt bis sie schließlich ganz verschwindet.

 

 

Abschließend zu diesem Kapitel muss betont werden, dass sich Gesten und nonverbales Verhalten allgemein noch weniger an politische Grenzen halten, wie die gesprochene Sprache. Deshalb ist auch eine länderspezifische Einteilung der nonverbalen Kommunikation, besonders innerhalb Europas, problematisch. Allerdings kann man schon gewisse sprachabhängige Tendenzen und Häufigkeiten ausmachen, wobei aber starke Variationen innerhalb der Länder auftreten können. So sind viele nonverbale Verhaltensweisen eher regionen- als länderabhängig.

Dies hielt uns trotzdem nicht davon ab, uns an einer länderspezifischen Einteilung zu versuchen, die eben solche regionalen und sprachlichen Abweichungen hervorhebt.

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