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AHORN |
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Dieser Ahorn siedelte sich im Frühjahr 2008 im Blumentopf eines roten Schlitzahorns auf meinem Balkon an. Solche Sämlinge haben wir jedes Jahr in unseren Blumentöpfen dank des reichaltigen Baumbestands des Innenhofes. Normalerweise reiße ich diese unerwünschten Neusiedler aus den Töpfen wie Unkraut. Diesen Ahorn hier habe ich jedoch vorsichtig ausgegraben und in eine überzählige Bonsaischale getopft. (Die Schale stammt von einem Baumarkt-Bonsai, der uns vor Jahren wegen mangelnder Pflegekenntnisse eingegangen ist.)
Bonsais und ihre Pflege waren mir bisher mehr lästige Pflicht als ein wirkliches Anliegen. Mein Mann schleppt die Biester heran und ich muss mich dann um sie kümmern. Absichtlich eingehen lassen möchte ich die Bäumchen aber auch nicht, also wässerere ich sie regelmäßig und schnippele an ihnen konzeplos herum, wenn die Triebe zu stark austreiben.
Der ausgeprägte Lebenswille unserer Ulme ließ mich innehalten und darüber nachdenken, mich etwas intensiver mit der Hege und Pflege von Bonsais zu beschäftigen, sozusagen als Belohnung für die Pflanze für ihren Durchhaltewillen. Gedacht, getan! Ich recherchierte im Internet nach Informationen und las interessiert nach, welche Gehölzarten sich für Bonsais eignen. Bisher hatte mein Mann die Bonsais ja immer gekauft. Angeregt durch meine Recherche wollte ich nun versuchen, einen aus der Natur entnommenen Bonsai zu formen. Und da mir die Natur die Samen von Bäumen so reichhaltig auf die Balkontöpfe bläst, schaute ich mich zunächst einmal auf meinem Balkon um.
Fast wäre das Projekt an der Blumenerde gescheitert. Ich hatte nämlich keine da, als ich den Ahorn ausgegraben hatte. Also ab mit dem Ahörnchen in eine Tasse Wasser. Dort stand die Pflanze dann ca. eine Woche auf der Fensterbank und ich hatte keine Lust zum Baumarkt zu gehen und überhaupt soll die richtige Zusammensetzung von Bonsai-Blumenerde ja eine komplizierte Sache sein. Ich hatte aber keine Lust auf Kompliziertheiten.
Ich bin dann doch noch zum Baumarkt und habe mir einen Sack Kakteenerde und einen Beutel Seramis Tongranulat gekauft. Ich fand das viel einfacher als das, was ich in den Empfehlungen im Internet über die richtige Zusammensetzung von Bonsaierde gelesen hatte.
Kakteenerde habe ich gewählt, weil in dieser Erde recht viel kleiner Kies enthalten ist, der für die gute Durchlüftung von Bonsaierde so unabkömmlich sein soll. Dass Seramis Tongranulat ein brauchbares Produkt für Bonsaierde ist, las ich in einer Empfehlung vom Bonsai Club.
Da ich kein kleines Gitter zur Hand hatte, um das Loch in der Bonsaischale zu bedecken, schnitt ich mir einen Kaffeefilter zurecht und bedeckte das Loch damit. (Ich hatte es erst ohne Bedeckung probiert, hatte beim Wässern dann aber ein Riesenloch in der Blumenerde, weil diese in das Waschbecken geplumst ist.) Die Kakteenerde habe ich mit dem Tongranulat ungefähr im Verhältnis 2 zu 1 gemischt (da habe ich echt keine Wissenschaft drauß gemacht).
Durch den Kaffeefilter dauert es länger, bis das Wasser nach dem Wässern des Bonsais abgetropft ist. Also habe ich mit der Nadel noch kleine Löcher in den Kaffeefilter gepieckt. Irgendwann löst sich das Papier ohnehin auf, was aber nicht schlimm ist, weil die Wurzeln dann mit der Blumenerde einen Ballen bilden.
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