Sie sind hier: Juli 2008  

JUNISCHNEE

Junischnee I vor dem Schnitt




Junischnee II




 

Die beiden Junischnee sind seit ca. Oktober 2007 bei uns. Wir haben sie von Ikea. Mein Mann hat die beiden Pflanzen gegen meinen Widerstand durchgesetzt und sie waren für mich ungeliebte Hausgenossen. Bis vor einem Monat sahen sie mehr nach Busch oder Strauch aus (was kein Wunder ist, denn ein Junischnee ist ja auch ein Strauch). Ich persönlich assoziiere mit einem Bonsai eher einen Baum.

Die Junischnee wucherten so vor sich hin und waren auch durch stiefmütterliche Pflege einfach nicht tot zu kriegen. Ich lasse Pflanzen nicht absichtlich eingehen, aber bei den Junischnee war ich mehrfach nahe dran, es zu tun.

Jedenfalls taten mir die Pflanzen mit den hängenden, ausgetrockneten Blättern dann doch wieder leid und ich wässerte sie. Die Junischnee mussten bei mir eine harte Zeit durchstehen, Mal ließ ich sie tagelang dürsten und in der prallen Sonne stehen, Mal wässerte ich sie zu viel und ihre Wurzeln standen in viel zu viel Wasser.

Bis mich einer der beiden Junischnee mit einer kleinen, weißen Blüte überraschte. (Ich wusste zu dem Zeitpunkt weder, dass es sich bei dem Gestrüpp auf meinem Fensterbrett um Junischnee handelte, noch dass es blühen kann). Nach und nach zeigten sich mehr Blüten und ich begann, die Junischnee regelmäßiger und sorgfältiger zu pflegen. Ich forschte dann auch im Internet nach, was für Pflanzen ich da überhaupt hatte. Die Bestimmung war für nicht ganz einfach. Für mich sind kleine Blätter eben kleine Blätter. Anfänglich dachte ich, ich hätte Liguster, es ist wohl aber doch eher Junischnee (wenn ich mir die Blüten so betrachte).

Sie waren mir immer noch zu struppig. Als mein Mann eine Woche verreist war, setzte ich mich vor die Junischnee und schaute sie mir lange und intensiv an, bis ich mir ein Konzept für sie überlegt hatte. Danach schnitt ich sie dann sehr konsequent.

Mittlerweile haben sie mir schon wieder zu viele Triebe, aber mir gefallen die Blüten bei Junischnee II sehr gut und so warte ich bei ihm die Blütezeit erst einmal ab.

Beide Pflanzen mussten dringend von der stinkenden, alten Erde befreit werden (die roch wirklich scheußlich). Das war vielleicht ein Kampf. Obwohl ich mich durch Recherche im Internet darauf vorbereitet hatte, war das Umtopfen schwerer, als ich dachte.

Ich habe mit Junischnee I angefangen und es war sehr schwer, die Erde mit einem hölzernen Schaschlikspieß aus den Wurzeln zu piecken. Ganz gelungen ist mir das leider nicht und so blieb noch ein Rest alter Erde im Zentrum des Wurzelballens zurück.

Bei Junischnee II hatte ich dann schon mehr Übung und die Arbeit ist mir besser von der Hand gegangen.

Die Wurzeln habe ich bei beiden Junischnee ungefähr um die Hälfte gekürzt und danach war nach meinem Empfinden immer noch genug da.

Gepflanzt habe ich die Junischnee in ihre alten Schalen mit neuer Erde (2 Teile Kaktuserde, 1 Teil Tongranulat). Die alte Schale ist für Junischnee I wohl mittlerweile zu klein, aber ich hatte eben keine andere Schale parat. Ich habe in zwei Baumärkten nach passenden Schalen gesucht und keine gefunden. Ein Bonsaifachgeschäft ist hier nicht in der Nähe und die Schalen, die ich im Internet gesehen habe, waren mir echt zu teuer. Ich werde unwirsch bei dem Gedanken, mir industriell hergestellte Massenware zu überteuerten Preisen kaufen zu müssen, nur, weil Bonsaischalen in Deutschland nicht genug nachgefragt werden, um zum üblichen Sortiment eines normalen Baumarktes zu gehören. Es ging mir schließlich nicht um handgefertigte Schalen.

Jedenfalls geht es mittlerweile Junischnee II gut (auch, wenn es auf dem Foto nicht so wirkt), während bei Junischnee I täglich ungefähr 5 Blätter gelb werden und dann abfallen. Es treiben aber auch wieder neue Blätter aus und es wird sich zeigen, wie sich Liguster I entwickelt.

Obwohl Junischnee I eher einen etwas angeschlagenen Eindruck macht, habe ich mich entschlossen, ihn noch ein wenig zu schneiden. Ich bin das Risiko eingegangen, weil er von der Form einfach nicht mehr gefallen hat.



Junischnee I nach dem Schnitt




 

Die Idee ist, dass aus Junischnee I ein Mal ein 'windgepeitschter Bonsai' wird. Die jetzige Version ist eher als Zwischenschritt zu verstehen.