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BIOGRAFIE
Dunkles zu sagen
Wie Orpheus spiel ich
auf den Saiten des Lebens den Tod
und in die Schönheit der Erde
und deiner Augen, die den Himmel verwalten,
weiß ich nur Dunkles zu sagen.
Vergiß nicht, daß auch du, plötzlich,
an jenem Morgen, als dein Lager
noch naß war von Tau und die Nelke
an deinem Herzen schlief,
den dunklen Fluß sahst,
der an dir vorbeizog.
Die Saite des Schweigens
gespannt auf die Welle von Blut,
griff ich dein tönendes Herz.
Verwandelt ward deine Locke
ins Schattenhaar der Nacht,
der Finsternis schwarze Flocken
beschneiten dein Antlitz.
Und ich gehör dir nicht zu.
Beide klagen wir nun.
Aber wie Orpheus weiß ich
auf der Seite des Todes das Leben,
und mir blaut
dein für immer geschlossenes Aug.
Ausfahrt
Vom Lande steigt Rauch auf.
Die kleine Fischerhütte behalt im
Aug,
denn die Sonne wird sinken,
ehe du zehn Meilen zurückgelegt
hast.
Das dunkle Wasser, tausendäugig,
schlägt die Wimper von weisser
Gischt auf,
um dich anzusehen, gross und
lang,
dreissig Tage lang.
Auch wenn das Schiff hart stampft,
und einen unsicheren Schritt tut,
steh ruhig auf Deck.
An den Tischen essen sie jetzt
den geräucherten Fisch;
dann werden die Männer hinknien
und die Netze flicken
aber nachts wird geschlafen,
eine Stunde oder zwei Stunden,
und ihre Hände werden weich sein,
frei von Salz und Öl,
weich wie das Brot des Traumes,
von dem sie brechen.
Die erste Welle der Nacht schlägt
ans Ufer,
die zweite erreicht schon dich.
Aber wenn du scharf hinüberschaust,
kannst du den Baum noch sehen,
der trotzig den Arm hebt
- einen hat ihm der Wind schon
abgeschlagen
- und du denkst: wie lange noch,
wie lange noch
wird das krumme Holz den
Wettern standhalten?
Vom Land ist nichts mehr zu
sehen.
Du hättest dich mit einer Hand in
die Sandbank krallen
oder mit einer Locke an die Klippen
heften sollen.
In die Muscheln blasend, gleiten die
Ungeheuer des Meers
auf die Rücken der Wellen, sie
reiten und schlagen
mit blanken Säbeln die Tage in Stücke,
eine rote Spur
bleibt im Wasser, dort legt dich der
Schlaf hin,
auf den Rest deiner Stunden,
und dir schwinden die Sinne.
Da ist etwas mit den Tauen
geschehen,
man ruft dich, und du bist
froh,
dass man dich braucht. Das
Beste
ist die Arbeit auf den
Schiffen,
die weithin fahren,
das Tauknüpfen, das Wasserschöpfen,
das Wändedichten und das Hüten der
Fracht.
Das Beste ist, müde zu sein und am
Abend
hinzufallen. Das Beste ist, am
Morgen,
mit dem ersten Licht, hell zu
werden,
gegen den unverrückbaren Himmel zu
stehen,
der ungangbaren Wasser nicht zu
achten,
und das Schiff über die Wellen zu
heben,
auf das immerwiederkehrende
Sonnenufer zu.
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Bachmann