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rezension- "Waltz With Bashir" animierte Doku

Waltz with Bashir
Edith Freundl

Du kannst deine Vergangenheit vergessen - aber deine Vergangenheit vergisst dich nicht
"Ich wollte einen Antikriegsfilm drehen, der nichts heroisches hat. Bei Spielfilmen identifizieren sich Jugendliche leicht mit den Hauptdarstellern und der Kameradschaftlichkeit unter den Soldaten. Das wollte ich vermeiden", betont Ari Folman in seinen Interviews. Er ist Protagonist, Autor, Regisseur und Produzent des Films.
Als 19 Jähriger Soldat in der israelischen Armee nimmt er am ersten Libanon Krieg teil. Über zwanzig Jahre später erinnert er sich nur an seine Heimaturlaube, beginnt aber angstvoll ahnend dem Vergessenen nachzuspüren. Er nimmt den Zuschauer mit auf diesen Rechercheweg. Er interviewt Weggefährten und Zeitzeugen. Bildersequenzen von Albträumen und Erinnerungsfetzen ergänzen die Dialoge. Diese Mosaiksteine setzt er zusammen, bis die Ereignisse rund um das Massaker von Sabra und Shatila Schritt für Schritt aufklären. Am Ende steht das Erinnern mit seiner vollen Wucht. Gezeigt wird das Archivmaterial des Massakers, der einzige nicht animierte Teil des Films.
Ist es möglich aus dem Grauen über ein Massaker ein Kunstwerk zu destillieren? Ari Folman ist es mit dieser innovativen Dokumentation gelungen. Die animierten Bilder beschönigen nichts. Sie leiten in die Tiefe des Themas. Agenturbilder über Kriegsgeschehen berühren manchmal nicht mehr, man hat sie zu oft gesehen. Folmans Filmästhetik öffnet die Augen wieder dafür. Er schreibt Filmgeschichte.


V:Pandora Film Verleih, IL / F / D 2008, R: Ari Folman - Laufzeit: 87 Min.

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Fotos: oben © Panorama Quartz Mountain Oklahoma, Brandon (bmckinney)
links © Bücherrücken, Susanne Lenhard