1. Geschichte
Die Fehmarner Inselbahn wurde am 8. September
1905 durch die Kreis Oldenburger Eisenbahn Gesellschaft eröffnet.
Die KOE wurde am 1. August 1941 verstaatlicht, damit kam auch die Fehmarner
Inselbahn zur DR. Der Abschnitt Burg (Fehmarn)-Orth verlor am 2. Februar
1956 seinen Personenverkehr. Der 30. April 1963 war ein einschneidendes
Datum in der Geschichte der Inselbahn. Einerseits ging die Strecke Großenbrode-Puttgarden
der Vogelfluglinie in Betrieb, anderseits verlor
die Fehmarnsundfähre dadurch ihre Daseinsberechtigung. und wurde gleichzeitig
mit dem Abschnitt Fehmarnsund-Burgstaaken der Inselbahn stillgelegt. Gleichzeitig
wurde mit dem Bau des Gleisdreiecks Burg West der Bahnhof Burg wieder von
Norden her von Personenzügen erreicht.
Am 13. Mai 1963 wurde das Teilstück Burgstaaken-Burg
stillgelegt. Auf diesem Abschnitt liegen die Schienen noch, sind aber mit
Sand aufgefüllt und so zu einem 1435 mm breiten Radweg geworden. Als
nächtes traf es den Güterverkehr auf dem Abschnitt Petersdorf-Orth,
welcher am 1. Februar 1974 eingestellt wurde. Der Personenverkehr auf dem
Abschnitt Burg West-Burg endete am 24. September 1983. Bis zu dem Tag wurde
Burg von einem Schnellzugpaar angefahren, welches nach der Ankunft in Puttgarden
über die nördliche Verbindungskurve nach Burg zurücksetzte.
Der Abschnitt Burg West-Petersdorf verlor am 1. Juni 1984 seinen Güterverkehr,
liegt aber noch. Nur der Bahnübergang der B 207 ist verschwunden.
Der spärliche Güterverkehr nach Burg hielt sich noch bis Anfang
der 90er Jahre. Inzwischen ist die Strecke Burg West-Burg stillgelegt.
2. Streckenführung
Die Strecke begann am Fähranleger Fehmarnsund.
Mit der Fähre wurden die Züge, zum Schluß V 36 und VT 95
von Großenbrode her übergesetzt. Der Fähranleger wird heute
als Yachthafen benutzt, die Brücke des Anlegers steht noch heute,
allerdings in ziemlich maroden Zustand. Die Rampe wurde einige Zeit als
Slipanlage für Boote benutzt. Auf ihr liegen noch Schienen. Versetzten
wir uns zurück in die Zeit vor 1956. Auf dem Bahnsteig des Bahnhofs
Fehmarnsund stehen beobachten wir das Anlegen des Fährschiffs und
des Abladens des Triebwagens. Außerdem hat die Fähre einen Volkswagen
mit Kennzeichen aus der Amerikanischen Zone mitgebracht. Der muß
Geld haben, sich einen Urlaub an der Ostsee mit eigenem Auto leisten zu
können. Nun ja, der Triebwagen, ein Vorserien VT 95 steht am Bahnsteig,
wir steigen ein und los geht die beschauliche Reise über die Insel
Fehmarn. Seit ein paar Jahren ist Fehmarn die einzige deutsche Ostseeinsel.
Nach 2,5 Kilometern halten wir im Haltepunkt Wulfen. Von hier bis Burgstaaken
fährt der Zug am Burger Binnensee entlang. Bei der Haltestelle Burgstaaken
zweigt eine Anschlußbahn zum Burger Hafen ab. Kurz darauf erreichen
wir den Bahnhof Burg (Fehmarn). Er verfügt über einen 3-ständigen
Lokschuppen. Ferner zweigt hier ein Anschlußgleis zu einer Ziegelei
ab. Hier kommt uns der Gegenzug entgegen. Er besteht aus zwei Vorkriegsbeiwagen
gezogen von einer V 36. Kurz nach unserer Abfahrt passieren wir das Anschlußgleis
einer Futtermittelfabrik, wo die Wagen mit einer Drehscheibe verteilt werden.
Etwa 2,5 Kilometer später halten wir im Bahnhof Landkirchen. An der
Ladestraße wird gerade Vieh verladen. Kurz darauf durchfahren wir
den Haltepunkt Alt Jellingsdorf. Da niemand aussteigen will und auch keiner
am Bahnsteig steht macht sich der Triebwagenführer nicht die Mühe
zu Halten. Schon halten wir im Bahnhof Lemkendorf und noch mal 1,5 Kilometer
weiter und der Bahnhof Petersdorf ist erreicht. Nach einem kurzen Plausch
zwischen Lokführer, Schaffner und Stationsvorsteher geht die Fahrt
weiter. Nach 3,5 Kilometern erreicht der Zug die Endstation, den Bahnhof
Orth, direkt an der Ostsee gelegen. Beim Aussteigen meinte der Schaffner
zu mir, daß spätestens wenn diese neue Schnellstrecke nach Dänemark
fertig ist, ist hier Schluß. Schade drum, die Fehmarner Inselbahn
ist noch eine richtige Bimmelbahn. Von der Fähre bis hier mußte
der Zug an 39 Bahnübergängen Läuten und Pfeifen.Und das
auf nicht ganz 21 Kilometer Streckenlänge.