KBS 130 (HAMBURG-)ELMSHORN-WESTERLAND

1. Geographie
Die Strecke ab Elmshorn in weiten Schleifen durch die Marsch über Itzehoe, Heide und Husum und weiter über den Hindenburgdamm zur Insel Sylt.

2. Geschichte
Der erste Abschnitt von Elmshorn bis Glückstadt wurde am 20. Juli 1845 durch die Glückstadt-
Elmshorner Eisenbahn Gesellschaft eröffnet. Am 15. Dezember 1847 wurde in Glückstadt eine Anschlußbahn zum Hafen eröffnet. Am 15. Oktober 1857 wurde die Strecke nach Itzehoe verlängert. Es folgte am 1. November 1878 der Abschnitt Itzehoe-Weddinghusen. Zum 1. Januar 1879 ging die GEE in die Holsteinische Marschbahn Gesellschaft auf. Am 1. September 1886 folgte der Abschnitt Heide-Lunden und am 17. Oktober 1887 der Abschnitt nach Bredstedt. Am 15. November 1887 ging die Verlängerung nach Hvidding, dem damaligen Grenzbahnhof in Betrieb. Zum 1. Januar 1888 wurde die HMG in Schleswig-Holsteinische Marschbahn Gesellschaft umbenannt, bevor sie am 1. Juni 1890 verstaatlicht wurde. Am 1. Juni 1920 ging die neue Streckenführung von Wilster über die Kanalbrücke Hochdonn in Betrieb und die alte Drehbrücke zwischen Eddelak und St Margarethen wurde abgerissen. Die Reststücke Wilster-St Margarethen und St Michaelisdonn-Eddelak wurden beide nach Brunsbüttel verlängert. Am 9. Oktober 1922 wurde die Strecke Niebüll-Klanxbüll eröffnet und am 1. Juni 1927 folgte die Verlängerung über den Hindenburgdamm nach Westerland (Sylt). Seit Anfang der 90er ist die Glückstädter Hafenbahn stillgelegt.

3. Streckenführung
Unser über die KBS 131 gekommene Zug verläßt den Bahnhof Elmshorn in Richtung Westen. Nach Durchfahren des aufgelassenen Haltepunkts Siethwende hält der Zug das erste Mal in Herzhorn. Kurz darauf wird Glückstadt erreicht. Die hier zusammengefasste Sammlung von Kleinlokomotiven und einer Dampflok sowie vieler historischer Güterwagen ist durch die Schließung des hiesigen AWs obdachlos geworden. Die stillgelegte Anschlußbahn zum Hafen ist durch einen Straßenausbau unterbrochen. Im Hafen selber liegt die Strecke noch. Sie führt sehr fotogen zwischen Binnenhafen und einer Häuserzeile hindurch um nach Durchquerung eines Deichtors auf der Pier des Außenhafens zu enden. Hier sind die Gleisanlagen, bestehend aus zwei Gleisen eingepflastert. Die Strecke entfernt sich wieder von der Elbe um nach kurzen Halten in Krempe und Kremperheide Itzehoe zu erreichen. Hier zweigt die im Güterverkehr bediente Nebenbahn zum Zementwerk Lägerdorf ab. Bis 1975 konnte hier in Richtung Wrist umgestiegen werden. Nachdem der ehemalige Haltepunkt Bekdorf durchfahren ist, wird Wilster erreicht. Hier beginnt in einer scharfen Kurve Richtung Norden die 1920 eröffnete neue Streckenführung, während die alte Strecke geradeaus weiterführt und heute dem Güterverkehr nach Brunsbüttel dient. Der aufgelassene Haltepunkt Vaale wird ohne Halt passiert und kurze Zeit später überquert unser Zug die Hochdonner Hochbrück über den Nord-Ostsee-Kanal um im Bahnhof Burg (Dithmarschen) zum Stehen zu kommen. Im nächsten Bahnhof St Michaelisdonn, dessen Einfahrt auch in einer scharfen Kurve liegt, treffen wir wieder auf die Ursprüngliche Trasse, die aus Brunsbüttel Nord kommend ebenfalls noch im Güterverkehr bedient wird. Hier konnte bis 1961 in Richtung Marne und Friedrichskoog umgestiegen werden. Die ehemalige Station Windbergen wird ohne Halt passiert bevor wir Meldorf erreichen. Im Neuen Hafen hat das ALW Heide einen Bauhof, wo eine Küstenschutzfeldbahn ihren Standort hat. In Hemmingstedt, dessen ehemaligen Personenbahnhof wir ohne Halt durchfahren betreibt DEA eine Raffenerie. Der Rangierdienst wird jedoch seit einigen Jahren durch die DB durchgeführt, welche die beiden Werkloks, obwohl noch brauchbar, verschrottete. Nach wenigen Augenblicken hält unser Zug in Heide (Holst). Hier besteht Anschluß an die von der AKN bedienten Strecken nach Büsum und nach Neumünster. Hie war auch von 1905 bis 1937 Anschluß an die Kreisbahn Norderdithmarschen, welche mit einer Ringstrecke Delve und Tellingstedt bediente Die Büsumer Strecke läuft östlich neben uns her, bevor sie uns unterquert und dann noch ein Paar hundert Meter westlich neben uns herläuft bevor sie verschwindet. Die aufgelassenen Stationen Weddingstedt und Wittenwurth werden ohne Halt durchfahren. Unser nächster Halt ist Lunden. Kurze Zeit später poltert der Zug über die Eiderdrehbrücke um Friedrichstadt zu erreichen, wo bis 1934 Anschluß nach Schleswig über die Schleswiger Kreisbahn bestand. An der Abzweigstelle Platenhörn mündet aus Richtung Westen die von der NOB bediente Strecke aus Bad St Peter Ording ein, bevor Husum erreicht wird. Hier besteht neben der oben genannten Strecke Anschluß in Richtung Kiel über Schleswig, welche auch von der NOB bedient wird. Die Strecken nach Flensburg über Löwenstedt und nach Rendsburg sind stillgelegt und abgebaut. Der Bahnhof ist ziemlich heruntergekommen, das Bahnsteigdach befindet sich in erbärmlichem Zustand. Es folgen die aufgelassenen Stationen Hattstedt und Struckum bevor Bredstedt erreicht wird. Hier bestand bis 1942 Anschluß nach Löwenstedt. Nach ein Paar Minuten erreicht der Zug Langenhorn (Schleswig). Etwas später wird die aufgelassene Station Stedesand passiert. Im ebenfalls ohne Halt durchfahrenen Lindholm erreicht uns aus Osten die zur Zeit ohne Planverkehr befindliche Strecke aus Flensburg, bevor wir Niebüll erreichen. Hier besteht Anschluß an die NVAG nach Dagebüll Mole wo die Fähren nach zu den Inseln Föhr und Amrum und zu den Halligen ablegen. Fast alle Schnellzüge übergeben hier Kurswagen an die Privatbahn. Niebüll ist Ausgangspunkt der im dichten Takt fahrenden Autozüge nach Sylt. In Niebüll besteht in den Sommermonaten Anschluß nach Tønder/ Esbjerg. Emmelsbüll wird ohne Halt passiert bevor wir Klanxbüll, den letzten Bahnhof auf dem Festland erreichen. Kurz hinterr dem Bahnhof beginnt der Hindenburgdamm, der uns durch das Wattenmeer zur Insel Sylt bringt. Wer eine Wanderung am Fuß des Dammes unternehmen möchte sollte sich voher über die Gezeiten informieren. Auf Sylt angekommen, hält unser Zug noch zwei mal in Morsum und Keitum, bevor wir in Westerland (Sylt) zum stehen kommen. Hier bestand bis 1970 Anschluß an die Sylter Inselbahn.


218 110 mit einem InterCity in Westerland (05.04.1998)

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