KBS 133 HEIDE (HOLST)-BÜSUM

1. Geographie
Die Strecke verläßt Heide in nördlicher Richtung und führt in einem weiten Bogen über Wesselburen nach Büsum

2. Geschichte
Der Abschnitt Heide-Weddinghusen ging schon am 22. August1877 als Teilstück der Strecke Neumünster-Karolinenkoog der Westholsteinischen Eisenbahn Gesellschaft in Betrieb. Am 01. November 1878 wurde der Abschnitt Weddinghusen-Wesselburen durch die Wesselburen-Heider Eisenbahn Gesellschaft eröffnet. Am 31. März 1880 ging die Wesselburen-Heider Eisenbahn in der Westholsteinischen Eisenbahn auf. Am
01. November 1883 folgte der letzte Abschnitt von Wesselburen nach Büsum. Am 09. Mai 1890 wurde die Gesellschaft verstaatlicht. Das Staatsbahnzeitalter dauerte bis zum 05. November 2000. Seitdem fährt die AKN nach gewonnener Ausschreibung die Züge Heide-Büsum während die Strecke der DB Netz gehört.

3. Streckenbeschreibung
Die Strecke beginnt im östlichen Bahnhofsteil von Heide (Holst) genauso wie die Züge nach Neumünster, während die Züge der Hauptrecke Hamburg-Westerland westlich des Empfangsgebäudes abfahren. Unser Zug verläßt den Bahnhof in nördlicher Richtung parallel zur Haupstrecke. Hinter dem Ortsausgang unterquert unser Zug die Haupstrecke und nähert sich dann auf der anderen Seite wieder an. Nach ein Paar hundert Metern parallel zu den Marschbahngleisen trennen wir uns von ihr um kurz darauf den ehemaligen Bahnhof Weddinghusen ohne Halt zu passieren. Von dem Bahnhof und der Strecke nach Karolinenkoog ist nichts mehr zu sehen. Die Strecke strebt nun durch die flache Marsch nach Westen dem zum Haltepunkt zurückgebauten ehemaligen Bahnhof Tiebensee entgegen. Die Züge halten hier nur bei Bedarf. Der kurz darauf folgende Haltepunkt Haferwisch wird ohne Halt durchfahren. Er viel der Aufnahme des Stundentakts im November 2000 zum Opfer um die Fahrzeit zu verkürzen. Ein kurzes Stück später folgt der Bedarfhaltepunkt Jarrenwisch. Bald erreicht der Zug den ersten größeren Ort - Wesselburen. Der Bahnhof wurde in den letzten Jahren zum Haltepunkt degradiert, sämtliche Nebengleise verloren ihre Anbindung. Wesselburen war Ausgangspunkt eines umfangreichen Schmalspurnetzes der Wesselburener Schmalspurbahnen AG. Jedoch wurde das kaum bekannte Netz, welches nur dem Güterverkehr diente schon 1908 stillgelegt. Es bestand aus den Strecken von Wesselburen nach Hedwigenkoog, Wulfenhusen, Schülpersuler Hafen und zum Wesselburener Koog. Nach dem sich unser Zug wieder in Bewegung gesetzt hat, passiert er die Bedarfshaltepunkte Süderdeich und Reinsbüttel. Auch diese Stationen haben alle Nebengleise verloren. Den ohne Halt durchfahrenen ehemaligen Bahnhof Osterhof ereilte das gleiche Schicksal wie Haferwisch. Kurz darauf passiert die Strecke einen alten Deich. Im ebenfalls ohne Halt passierten Oesterdeichstrich zweigte bis 1908 eine Strecke der Wesselburener Schmalspurbahnen AG nach Friedrichsgabekoog ab. Die Station muß sehr früh aufgelassen worden sein, in einem Streckenplan von 1949 ist sie nicht mehr eingezeichnet. Kurz darauf mündet von links das Gleis der Büsumer Hafenbahn in die Strecke ein. Der Bahnhof Büsum, der jetzt erreicht wird, wurde umfassend modernisiert. Dabei musste das Empfangsgebäude einem Neubau weichen. Auch erhielt der Bahnhof einen AKN-typischen Hochbahnsteig.


VT 2.43 im modernisierten Bahnhof Büsum (17.02.01)
Es ist fast ein Wunder, daß der Bahnhof ein neues Umlaufgleis erhalten hat und das die Weiche zum Hafen liegen blieb. Hier hat die Stadt wohl Druck gemacht um sich alle Optionen offen zu halten. Güterverkehr findet zur Zeit nicht statt und wegen des Stundentakts von 5-22 Uhr sind zusätzliche Züge tagsüber nicht möglich. Nach einer Kurzwende von vier Minuten fährt der Triebwagen zurück nach Heide. Ein weiterer Grund für die Erhaltung der Büsumer Infrastruktur dürfte der Status des Büsumer Hafens als Nato Ausweichhafen sein. Früher liefen die Hauptgleise in einer Drehscheibe zusammen, heute ist davon nichts mehr zu sehen.