KBS 101.4 Hamburg-Bad Oldesloe
KBS 140 Hamburg-Lübeck-Puttgarden
1. Geographie
Die "Vogelfluglinie" erreicht zwischen den Bahnhöfen Hamburg Rahlstedt
und Ahrensburg Schleswig-Holsteinisches Gebiet. Sie führt durch norddeutsche
Geestlandschaft über Bad Oldesloe nach Lübeck. Von dort führt
sie entlang der Ostseeküste durch das Östliche Hügelland
über Neustadt (Holst) und Oldenburg (Holst) auf die Insel Fehmarn
nach Puttgarden.
2. Geschichte
2a. Hamburg-Lübeck
Bereits im Jahr 1831 zeigte der Lübecker Kaufmann Emil Müller
die Notwendigkeit einer Eisenbahnverbindung von Hamburg nach Lübeck
auf. Nachdem eine deutsch-englische Aktiengesellschaft die Erlaubnis des
dänischen Königs erhalten hatte, wurde mit den Vermessungsarbeiten
begonnen, welche 1833 beendet wurden. Laut ersten Berechnungen sollte der
Bau 3,5 Millionen Mark kosten. Jedoch verfolgte das dänische Königshaus
nun eigene Pläne zum Bau einer Eisenbahn zwischen Altona und Kiel.
Da das Hamburg-Lübecker Projekt diesen Plänen zuwiderläuft,
löste sich das "Comitee für eine Hamburg-Lübecker Bahn"
am 3. Juni 1839 auf. Somit war das Projekt erst einmal vom Tisch. Im Jahr
1850 scheiterte ein Antrag der Altona-Kieler-Eisenbahngesellschaft, eine
Zweigstrecke von Altona nach Lübeck zu Bauen. Im Jahr 1858 konnte
endlich ein Vertrag zum Bau einer Hamburg-Lübecker Bahn abgeschlossen
werden. Im Frühjahr 1863 begannen die Bauarbeiten und am 1. August
1865 erfolgte die Eröffnung der zunächst eingleisigen Strecke.
1875/76 wurde die Strecke zweigleisig ausgebaut. Die Strecke begann im
Lübecker Bahnhof in Hamburg und hatte bei der Eröffnung folgende
Bahnhöfe: Wandsbek (damals noch Holstein, heute Hamburg), Ahrensburg,
Bargteheide, Oldesloe, Reinfeld und Lübeck. Im Laufe der Jahre sind
in Hamburg die Stationen Hasselbrook, Wandsbek Ost und Rahlstedt und im
Holsteinischen der Haltepunkt Kupfermühle hinzugekommen. Im Eröffnungsjahr
fuhren 4 Zugpaare, heute sind es ein Vielfaches. Die Strecke gehörte
der privaten Lübeck-Büchener Eisenbahn (LBE), welche mit ihren
Städteschnellverkehrsgarnituren in den 30er Jahren große Erfolge
feierte. Sie bestanden aus stromlinienverkleideten Dampflokomotiven mit
passenden Doppelstockeinheiten mit Wendezugstreuerung. Im Dritten Reich
wurde die Bahn verstaatlicht und wird seitdem von der jeweiligen Staatsbahn
betrieben.
2b. Lübeck-Puttgarden
Am 03. September 1881 wurde die Strecke Neustadt (Holst)-Oldenburg
(Holst) von der Kreis Oldenburger Eisenbahn Gesellschaft eröffnet.
Am 17. Januar 1898 folgte die Verlängerung von Oldenburg nach Heiligenhafen.
Am 23 Oktober 1903 wurde der Abzweig Lütjenbrode-
Großenbroder Fähre eröffnet. Am 08. September 1905
nahm die Kreis Oldenburger Eisenbahn den Betrieb auf der Inselbahnstrecke
Fehmarnsund (Fähre)-Burg (Fehmarn)-Orth auf. Am 1. Juni 1925
wurde die Strecke Bad Schwartau-Timmendorfer Strand durch die Reichsbahn
eröffnet. Sieben Tage später ging die Verlängerung nach
Scharbeutz in Betrieb und am 18. August 1925 der Abschnitt Scharbeutz-Haffkrug.
Am 01. Juni 1928 ging der Abschnitt Haffkrug-Neustand in Betrieb, nun war
der Umweg über Eutin nicht mehr nötig um von Lübeck an die
Ostsee zu fahren.
Am 01. August 1941 wurde die Kreis Oldenburger Eisenbahn verstaatlicht.
Am 14. Mai 1951 ging der Abschnitt Großenbrode-Großenbroder
Fähre und der Fährbetrieb nach Gedser in Dänemark in Betrieb.
Am 2. Juni 1956 wurde der Personenverkehr von Burg nach Orth eingestellt.
1963 war das Jahr der Veränderungen, am 30. April wurde der Abschnitt
Fehmarnsund-Burgstaaken stillgelegt und die Strecke Großenbrode-Burg
West mit dem Abzweig Burg West-Burg (Fehm) eröffnet. Am 13. Mai wurden
die Abschnitte Burgstaaken-Burg und Abschnitt Großenbrode-Großenbrode
Kai stillgelegt. Am folgenden Tag ging der Abschnitt Burg West-Puttgarden
und die Eisenbahnfähre nach Rødby Havn
in Betrieb. Am 1. Dezember 1968 wurde mit der Einstellung des Nahverkehrs
nördlich von Neustadt die Verbindungskurve Neustadt Pbf-Abzw Südschleuse
überflüssig und stillgelegt.
Am 1. Februar wurde die Strecke Petresdorf-Orth
stillgelegt, die Reststrecke Burg West-
Petersdorf ist mittlerweile auch ohne Verkehr
und durch Entfernung eines Bahnübergangs an der B 207 unbefahrbar.
Am 29. Mai 1976 wurde die Strecke Lütjenbrode Heiligenhafen stillgelegt.
3. Streckenführung
3a. Hamburg-Lübeck
Kurz vor dem Bahnhof Ahrensburg überquert die Strecke die U1 der
Hamburg Hochbahn AG von Hamburg nach Großhansdorf. Der Bahnhof Ahrensburg
verfügt über zwei Mittelbahnsteige mit je zwei Gleisen. Güterverkehr
gibt es hier nicht mehr. Das Stellwerk steht an der Ladestraße gegenüber
vom Empfangsgebäude. Am nördlichen Stadtrand liegt die Anschlusstelle
Ahrensburg Nord wo eine Anschlußbahn in ein Gewerbegebiet abzeigt.
Im Rahmen von Mora C wurde allerdings der spärliche Güterverkehr
eingestellt. Inzwischen ist die Anschlußbahn durch umgestürzte
Bäume unpassierbar.
234 585 in Bargteheide 11.08.97
Nach ein Paar Minuten Fahrt wird Bargteheide erreicht. Der Bahnhof verfügt
neben dem Hausbahnsteig über einen Mittelbahnsteig, welcher über
einen Bahnübergang erreicht wird. Der Güterverkehr ist eingestellt.
Der Fahrdienstleiter verfügt über einen Raum im Empfangsgebäude.
Von Hamburg Wandsbek bis hier ist ein Gleiswechselbetrieb möglich.
Nach einer langen Geraden erreicht die Bahn den Haltepunkt Kupfermühle,
welcher über zwei Außenbahnsteige verfügt. Ein Paar Kilometer
vor Bad Oldesloe wird die Bahn von der ehemaligen Strecke Bad Oldesloe-
Schwarzenbek überquert auf dessen Trasse heute ein Wanderweg verläuft.
MF 5080 der DSB in Bad Oldesloe (26.06.98)
Der Bahnhof Bad Oldesloe wurde in den letzten Jahren mehrfach umgebaut.
Trotzdem kann man noch die einstiege Bedeutung erkennen. Hintereinander
liegen der Güter- und der Personenbahnhof. Der ehemalige Lokschuppen
an der südlichen Ausfahrt wird heute gewerblich genutzt. Der Güterverkehr
beschränkt sich auf die Anschlüsse im Gewerbegebiet an der Strecke
Bad Oldesloe-Blumendorf (-Ulzburg). Der Personenbahnhof verfügt
über einen Mittelbahnsteig zwischen den Hauptgleisen, zwei Gleise
für die hier endenden Regionalbahnen aus Hamburg und ein Gleis für
die Züge nach Bad Segeberg. Das Stellwerk
steht zwischen dem Personen- und dem Güterbahnhof. Der nächste
Bahnhof ist Reinfeld (Holst). Auch hier sitzt im Empfangsgebäude noch
ein Fahrdienstleiter. Zwischen den Hauptgleisen liegt ein Mittelbahnsteig.
Der Güterverkehr ist auch hier eingestellt. Bis hier sind alle Bahnhöfe
mit Lichtsignalen ausgestattet. Mit überqueren der Stadtgrenze Lübecks
wird es nostalgisch, den hier findet man noch überall Formsignale,
besetzte Blockstellen und Schrankenposten. Wie die Blockstelle Lübeck
Niendorf, die bald erreicht wird. Nach der Überquerung der Trave erreicht
die Strecke den Lübecker Güterbahnhof. Zwischen ihm und dem Personenbahnhof
liegt in Fahrrichtung links das Bw, die Heimat der für Schlewswig-Holstein
typischen BR 218. Der Personenbahnhof verfügt über eine mehrschiffige
Bahnhofshalle mit Mittelbahnsteigen. Der gesamte Bahnhofsbereich ist von
mehreren Brücken aus gut einzusehen.
218 285 in Lübeck Hbf (26.07.97)
3b. Lübeck-Puttgarden
Unser Zug verläßt die Hansestadt nordwärts. Am Abzweig
Waldhalle zweigt die Strecke nach Travemünde
von unserer Strecke ab. In Bad Schwartau trennt sich die Strecke
nach Kiel von uns. Nachdem der Betriebsbahnhof Ratekau durchfahren
wurde erreicht der Zug den nä#chsten Halt, den Bahnhof Timmendorfer
Strand. Über die Bahnhöfe Scharbeutz und Haffkrug erreichen wir
den Bahnhof Sierksdorf. Kurz nach dem Bahnhof durchfährt der Zug einen
Haltepunkt für Sonderzüge direkt am Hansapark. Auf dem nun folgenden
Abschnitt bis Neustadt (Holst) führt die Strecke in Sichtweite der
Ostsee entlang. In dem fast komplett zurückgebauten Güterbahnhof
Neustadts zweigte eine Strecke nach Eutin
ab. Fast alle Personenzüge verlassen hier die Vogelfluglinie um über
eine kurze Stichstrecke den Personenbahnhof Neustadt (Holst) zu erreichen.
Güterverkehr gibt es nicht mehr, die Hafenanschlußbahn ist stillgelegt.
Nördlich Neustadts dient die Vogelfluglinie fast ausschließlich
dem Verkehr nach Dänemark, entsprechend gering ist nach dem Wegfall
der Güterzüge die Zugdichte. Auf dem nun folgenden Abschnitt
halten die Züge nur noch in Oldenburg und Puttgarden, alle anderen
Stationen dienen nur noch als Überholbahnhöfe. Unser Zug durchfährt
die Stationen Hasselburg, Groß Schlamin, Beschendorf, Lensahn und
grüner Hirsch. Der Bahnhöf Lensahn verfügt über umfangreiche
Gleisanlagen mit vier Anschlußgleisen. Unser Zug kommt im Bahnhof
Oldenburg (Holst) zum Halten. Der Bahnhof hat ein einseitig angeschlossenes
Ausweichgleis und ein im Rahmen von Mora C stillgelegtes Ladegleis. Sporadisch
wird Oldenburg durch die NVAG im Güterverkehr bedient. Der Zug passiert
den aufgelassenen Haltepunkt Oldenburg Stadt sowie die Bahnhöfe Göhl,
Heringsdorf (Holst) und Neukirchen (Holst). Im als Gleisdreieck ausgebildeten
Bahnhof Lütjenbrode zweigte eine Stichstrecke nach Heiligenhafen ab.
In Großenbrode, ebenfalls ohne Halt durchfahren, zweigte eine Stichstrecken
nach Großenbrode Kai ab, wo bis 1963 die Eisenbahnfähren nach
Dänemark ablegten. Die Strecke endete bis 1963 in Großenbrode
Fähre von wo aus der Verkehr mit Fehmarn abgewickelt wurde. Die Fähranleger
auf beiden Seiten dienen heute als Yachthäfen und sind von der Fehmarnsundbrücke
gut zu sehen. Auf der Inselseite steht sogar noch die Brücke des Fähranlegers.
Direkt hinter der Fehmarnsundbrücke durchfahren die Züge den
inzwischen gesperrten Ausweichbahnhof Strukkamp. Kurze Zeit später
folgt die Abzweigstelle Burg West. Der Stadtbahnhof von Burg an der alten
Inselbahn wurde über ein Gleisdreieck an die neue Strecke angeschlossen.
Inzwischen ist die Stichstrecke zum Stadtbahnhof abgebaut, das Gleisdreieck
liegt jedoch noch und wird bis auf weiteres betriebsfähig gehalten.
Die ebenfalls in Burg West abzweigende Nebenbahn nach Orth ist durch die
B 207 unterbrochen. Der riesige Güterbahnhof Puttgarden ist nach Einstellung
des Güterverkehrs auf der Vogelfluglinie verwahrlost. Ebenso tot präsentiert
sich das Bw. Für etwas Leben sorgen lediglich die ein paar mal am
Tag fahrenden ECs von Hamburg nach København.
Genauer informiert diese
Homepage über die Eisenbahn auf Fehmarn
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