KBS 142 BAD OLDESLOE-BAD SEGEBERG
(-NEUMÜNSTER)
Da die Reaktivierung der Teilstrecke Bad Segeberg-Neumünster
feststeht, wird hier die Gesamtstrecke behandelt.
1. Geschichte
Am 10.12. 1875 wird die Strecke Bad Oldesloe-Neumünster durch
die Altona-Kieler Eisenbahn Gesellschaft eröffnet. Nach der Verstaatlichung
1884 dient diese Strecke zusammen mit der Strecke Bad Oldesloe-Schwarzenbek
als Umgehung Hamburgs. Am 19.9.1984 kann man das letzte Mal den Abschnitt
Bad Segeberg-Neumünster mit einem Personenzug befahren. Der Bundeswehr
ist es zu verdanken, daß die Strecke nicht abgebaut wird sondern
für Militärtransporte weiter vorgehalten wird. Zum Fahrplanwechsel
1999 übernimmt die AKN die Bedienung der verbliebenen Gütertarifpunkte
Bad Segeberg und Fahrenkrug im Auftrag der DB. Seit der Bahnreform gibt
es Pläne den Personenverkehr zu reaktivieren und im Jahr 2000 gewinnt
eine Bietergemeinschaft aus AKN
und HHA die Ausschreibung um den
Personenverkehr auf der Gesamtstrecke ab Dezember 2002. Dazu gründen
beide Bahnen die gemeinsame Tochter nordbahn.
Im Rahmen von Mora C wird der Güterverkehr im Jahr 2002 durch die
DB eingestellt. Die Glashütte in Wahlstedt wird seitdem durch die
Westfälische Almetalbahn mit Ganzzügen bedient, der restliche
Güterverkehr welcher sich nach Mora C auf Gastransporte nach Bad Segeberg
beschränkt wird durch Hanserail
abgewickelt. Im Sommer 2002 finden umfangreiche Bauarbeiten in Segeberg
und an der Strecke nach Neumünster statt. Die gesamte Strecke wird
zukünftig von Neumünster ferngesteuert.
2. Streckenführung
Die Strecke wahr früher durchgehend zweigleisig, was heute noch
anhand der großzügigen Trassierung deutlich wird. Die
Fahrt beginnt in Bad Oldesloe an der Strecke Hamburg-Lübeck
auf Gleis 5. Kurz hinter dem Bahnhof überquert die Strecke die Trave
auf einer Kastenbrücke. Der ehemalige Haltepunkt Poggensee ist kaum
noch zu erkennen und wird ohne Halt durchfahren. Kurz danach erreicht der
Zug den Bedarfshaltepunkt Fresenburg. Als die Strecke noch zweigleisig
war, besaß der Haltepunkt über ein Ladegleis, beim Rückbau
des zweiten Gleises ließ man es im Bahnhofsbereich als Ausweichgleis
liegen. Es ist heute das einzige verbliebene Gleis, was daran deutlich
wird, daß das Gleis kurz vor und kurz hinter dem Haltepunkt einen
Schlenker macht. Das Bahnhofsgebäude wird privat genutzt. An der ehemaligen
Ladestraße, heute eine Wiese stehen noch die Reste eines Ölbunkers.
Der erste regelmäßige Halt ist Wakendorf. Bis auf das Streckengleis
ist der Bahnhof komplett zurückgebaut. Das Empfangsgebäude befindet
sich in Privatbesitz und präsentiert sich extrem heruntergekommen.
Bald wird der Bedarfshaltepunkt Altengörs erreicht. Von dort ist es
nicht mehr weit bis Bad Segeberg. Die gesamte Strecke ab Bad Oldesloe ist
ein einziger Streckenblock ohne Kreuzungsmöglichkeit.
Hochbetrieb in Bad Segeberg anlässlich einer Sonderfahrt
(1993)
Der Bahnhof Bad Segeberg besitzt ein mechanisches Stellwerk im Empfangsgebäude.
Wie überall in Deutschland sind auch hier bei Modernisierungsarbeiten
Gleise der Spitzhacke zum Opfer gefallen. Der Bahnhof wird Mittwochs abends
und bei Bedarf Samstags vormittags durch Hanserail
im Güterverkehr bedient. Eine Flüssiggasverladung sorgt für
das meiste Aufkommen. An der Rampe verläd die Bundeswehr sowohl Einzelwagen
wie auch Ganzzüge. Der zivile Güterverkehr wurde von DB Cargo
im Rahmen von Mora C eingestellt. Anfang 2002 wurde an der Ladestraße
noch Holz verladen. Diese wurde aber mitlerweile zum größten
Teil abgerissen, da im ehemaligen Güterschuppen eine Disco entstehen
soll und Parkplätze wichtiger sind als Güterverkehr. Auf der
ehemaligen Ladestraße entstand im Sommer 2002 das neue elektronische
Stellwerk. In Segeberg konnte man bis September 1964 in einen Zug der Kleinbahn
Lübeck-Segeberg nach Lübeck umsteigen bevor die Strecke Ende
1967 komplett stillgelegt wurde, ferner begann hier die Kiel Segeberger
Eisenbahn (KSE) welche im Dezember 1961 stillgelegt wurde. Einige Gebäude
dieser Bahnen sind noch vorhanden. Auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände
der Kleinbahn entstand im Sommer 2002 der neue Haltepunkt Bad Segeberg.
Der erste Halt hinter Bad Segeberg ist Fahrenkrug. Vor dem Umbau wurde
hier ab und zu Holz für ein nahes Sägewerk entladen, teilweise
mit privaten Ganzzügen.
Die ITL Loks 118 003, 120.001 und die AKN Lok V2.022
sorgen für Hochbetrieb am 16.08.2000
Mittlerweile sind von den ehemals umfangreichen Gleisanlagen nur noch das
Streckengleis und das nach Wahlstedt abzweigende
Industriestammgleis vorhanden. Fahrenkrug gehört seit dem Umbau
zum Bahnhof Bad Segeberg, dadurch erspart man sich eine Awanst auf freier
Strecke. Das Ausfahrtsignal Fahrenkrugs nach Norden ist also das Segeberger
Ausfahrtsignal. An dem Stammgleis liegt die Glashütte der Nienburger
Glaswerke, die über eine eigene Werklok verfügen für
Güterverkehr sorgen. Die Glashütte wird mit Ganzzügen durch
die Westfälische Almetalbahn bedient, den restlichen Güterverkehr
wickelt Hoyer Railserv/Hanserail ab. Kurz hinter dem nächsten Bahnhof
Rickling lag Rickling Ölweiche wo bis 1983 Öl aus hiesigen Förderstätten
verladen wurde. Ferner gab es hier einen Händler für Bahnbedarf.
Im weitab jeder Ortschaft gelegenen Bahnhof Kleinkummerfeld haben die Eisenbahnfreunde
Mittelholstein ihr Zuhause gefunden. Kurz darauf erreichen wir an der
Abzweigstelle Neumünster Süd die AKN
Strecke aus Richtung Kaltenkirchen. Hier befindet sich ein Betriebswerk
der AKN, wo die Triebwagen des Nordnetzes gewartet werden. Noch ein Paar
Kilometer und der Eisenbahnknoten Neumünster ist erreicht, wo nach
Kiel,
Flensburg,
Heide,
Hamburg und Kaltenkirchen
umgestiegen werden kann.
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