KBS 145 KIEL-LÜBECK-LAUENBURG
(-LÜNEBURG)
1. Geographie
Die Strecke 145 beginnt im Kieler Hauptbahnhof
und führt durch die Holsteinische Schweiz über Plön und
Eutin nach Lübeck. Von dort führt sie durch das Großherzogtum
Lauenburg über Ratzeburg und Büchen nach Lauenburg um auf der
dortigen Elbbrücke Schleswig-Holstein zu verlassen und Lüneburg
zuzustreben.
2. Geschichte
Im Jahr 1844 scheiterte ein Antrag der Stadt
Lübeck eine Bahn über Eutin nach Kiel zu bauen.
Eine dänische Auflage an den Bau der Strecke
Hamburg-Berlin war der Anschluß Lauenburgs, welcher durch eine Stichbahn
von Büchen aus realisiert werden sollte. Dieser Abschnitt konnte von
Lauenburger Bürgern bis 1937 kostenlos benutzt werden. Lübeck
wollte nun eine Bahn nach Büchen bauen, was von der Dänischen
Regierung abgelehnt wurde. Darauf suchte Lübeck internationale Unterstützung,
so daß es am 23. Juni 1847 zu einem Staatsvertrag kam, in dem sich
Dänemark verpflichtete, eine Eisenbahn von Büchen bis zur Lübecker
Stadtgrenze zu bewilligen und die Verbindung Lauenburg-Lüneburg zu
unterstützen. Am 27. Februar 1850 wurde die Lübeck-Büchener
Eisenbahn Gesellschaft (LBE) gegründet und am 16. Oktober 1851 konnte
die neue Strecke eröffnet werden, zeitgleich mit der Strecke Büchen-Lauenburg.
Am 15. März 1864 wurde der Abschnitt Lüneburg-Hohnstorf (a d
Elbe) zusammen mit einer Fähre nach Lauenburg eröffnet. Am 31.
Mai 1866 wurde der Streckenabschnitt von Kiel nach Eutin und weiter nach
Neustadt in Holstein eröffnet. Und am 10. April 1873 wurde die Eutin-Lübecker
Eisenbahn (ELE) eröffnet, so daß nun der Schleswig-Holsteinische
Abschnitt der heutigen KBS 145 in voller Länge verteilt auf drei unabhängige
Bahngesellschaften in Betrieb war. Am 1. November 1878 wurde die Lauenburger
Elbbrücke für den Verkehr freigegeben und der Trajektverkehr
eingestellt. Somit war auch die letzte Lücke geschlossen. Am 1. Januar
1938 wurde die LBE verstaatlicht, ihr folgte am 1. Mai 1938 die ELE, so
daß nun die Gesamtstrecke durch die Deutsche Reichsbahn betrieben
wurde. Am 19. April 1945 wurde die Lauenburger Elbbrücke durch deutsche
Pioniere gesprengt und wurde erst am 20. Mai 1951 neu in Betrieb genommen.
3. Steckenführung
218 285 mit einem Eilzug aus Lübeck (25.06.96)
Unsere Fahrt beginnt im Kieler Hauptbahnhof auf Gleis 1. Kurz nachdem er
in einer langgezogenen Rechtskurve verlassen wurde, wird der Abzweig Ss
passiert, wo die Strecke vom Südbahnhof
nach Schönberg (Holst) der VKP
abzweigt. Die beiden "S" stehen für Schönberg und Segeberg. Ferner
zweigen hier die Strecken nach Meimersdorf und das Industriegebiet Wellsee
ab. Mit ähnlicher Streckebführung zweigte hier auch die Kiel-Segeberger
Eisenbahn nach Bad Segeberg ab. Kurze Zeit später wird der ehemalige
Bahnhof Kiel Elmschenhagen passiert. Der Bahnhnsteig des abgebauten Ausweichgleises
ist noch vorhanden, sogar noch mit Stationsschild. Nur ein Kilometer später
durchfährt der Zug den ehemaligen Haltepunkt Kroog. Unser erster Halt
ist Raisdorf. Der Bahnhof ist aller Nebengleise beraubt worden, um Parkplätze
zu schaffen. Außerhalb der Stadt existiert ein Industriestammgleis,
welches von einer Lok der
Seehafen Kiel
bedient wird. Als nächstes hält der Zug in Preetz. Auch hier
mussten Nebengleise Parkraum weichen, Güterverkehr gibt es nicht mehr,
während der Bahnhof früher durch vier Anschlußgleise gut
ausgelastet war. Hier enden unter der Woche Verstärkerzüge aus
Kiel. In Preetz konnte bis in die 30er Jahre in die Kleinbahn
Kirchbarkau-Preetz-Lütjenburg umgestiegen werden. Nachdem der
aufgelassene Bahnhof Kühren und der ehemalige Haltepunkt Wahlstorf
passiert sind erreicht der Zug den Bahnhof Ascheberg (Holst).
Ein V 100 bespannter Nahnverkehrszug fährt in Ascheberg
ein
Foto: Butenschoen
Von rechts mündet die außer Betrieb befindliche Strecke von
Neumünster ein. Der Güterverkehr ist eingestellt, die Nebengleise
verkommen oder abgebaut. Hier beginnt der landschaftlich schönste
Teil durch die Holsteinische Schweiz. Der Personenbahnhof von Plön
liegt idyllisch am Ufer des Plöner Sees. Der ehemalige Güterbahnhof,
ca 200 m südöstlich des Personenbahnhofs wurde aller Gleis beraubt
und dient heute als Gewerbegebiet. Der Bahnhof Plön wurde durch die
Fernsehserie "Kleinstadtbahnhof Lüttin", welche hier spielt bekannt.
Nachdem der ehemalige Bahnhof Timmdorf passiert ist läuft der Zug
in den Bahnhof Bad Malente Gremsmühlen ein.
Bahnhof Malente mit abfahrbereiten Zügen nach Neustadt
und Lütjenburg
(Foto: Sammlung Protze)
Die als Keilbahnhof ausgeführten Station ist ebenfalls fast aller
Nebengleise beraubt. In Malente zweigt die Strecke nach Lütjenburg
ab, die im Sommer häufig für Ausflugsfahrten genutzt wird. Der
nun folgende Abschnitt bis Eutin ist zweigleisig. Auch hier mussten Gleisanlagen
dem Straßenverkehr weichen. Ein Teil des Güterbahnhofs blieb
aber liegen, wohin sich ab und zu sogar noch ein Güterzug aus Lübeck
verirrt.
In Fahrtrichtung links zweigt die stillgelegte Strecke nach Neustadt
(Holst) ab, die bis zu einem
Bundeswehranschluß sporadisch noch genutzt wird. Von Eutin bis
Lübeck fahren zusätzliche Züge.
V 200 033 kurz vor Eutin (24.05.97)
Nachdem der ehemalige Haltepunkt Bockholt und der Betriebsbahnhof Ottendorf,
welcher für Kreuzungen genutzt wird, durchfahren sind hält der
Zug in Pönitz (Holst). Die Nebengleise liegen noch, werden aber nicht
mehr genutzt. Der Güterverkehr ist eingestellt, die stillgelegte Strecke
nach Ahrensbök abgebaut. Nachdem der stillgelegte Haltepunkt Gleschendorf
durchfahren ist, wird Pansdorf erreicht. Diese Station wurde erst zum Sommerfahrplan
2000 wieder eröffnet, wird aber nur von den Verstärkerzügen
Eutin-Lübeck bedient. Im nächsten Bahnhof Bad Schwartau treffen
wir auf die Strecke
Lübeck-Puttgarden. Der
Bahnhof wird zur Zeit umgebaut, wobei er wahrscheinlich sämtliche
Nebengleise verlieren wird. Nach passieren des Abzweigs Waldhalle, wo die
Strecke von Travemünde einmündet, erreicht unser Zug den
Lübeck Hauptbahnhof. Wer den weiteren Abschnitt der Strecke auch bereisen
möchte, ist in den schon wartenden VT628 umgestiegen. Die Strecke
nach Lüneburg verlässt die Hansestadt gemeinsam mit den Strecken
140
nach Hamburg und 150 nach Rostock um sich nach Durchfahrt durch den
Güterbahnhof und der Überquerung der Trave von ihnen zu trennen.
Der Triebwagen durchfährt den Betriebsbahnhof Lübeck Blankensee,
wo die stillgelegte Anschlußbahn zum Lübecker Flughafen abzweigt.
Nachdem der Betriebsbahnhof Pogeez passiert ist erreicht der Zug Ratzeburg
Der Bahnhof wurde in den letzten Jahren ebenfalls stark zurückgebaut.
So ist auf jeder Seite des in Insellage errichteten Empfangsgebäude
nur noch je ein Gleis befahrbar. Die Strecke von Bad Oldesloe ist komplett
abgebaut, die Verlängerung nach Hagenow Land liegt noch bis Hollenbek,
ist aber stillgelegt. Ein Verein bemüht sich um die Aufnahme eines
Draisinenverkehrs. Bis 1934 konnte in Ratzeburg in die Ratzeburger Kleinbahn
nach Klein Thurow umgestiegen werden. Der folgende Bahnhof Mölln wurde
von DB Netz im Zuge von Rückbauaktionen bisher verschont. Hier gibt
es sogar noch sporadischen Güterverkehr. Das Anschlußgleis zum
Hafen am Elbe-Lüeck-Kanal ist stillgelegt. Bis zum 4. Oktober 1959
konnte in Büchen nach Hollenbek umgestiegen werden.Es folgen der Betriebsbahnhof
Güster und die aufgelassenen Haltepunkte Roseburg und Büchen-Nüssau,
unser Zug hält erst wieder in Büchen. Hier wird die Magistrale
Hamburg-Berlin gekreuzt. Im Zuge deren Ausbaus wurde der Bahnhof radikal
rationalisiert. In Höhe der beiden aufgelassenen Stationen Witzeeze
und Dalldorf verläuft die Strecke in unmittelbarer Nähe zur ehemaligen
Grenze um kurz darauf Lauenburg (Elbe) zu erreichen. Die Hafenbahn ist
stillgelegt während das Industriestammgleis noch sporadisch bedient
wird. Auf der sich dem Bahnhof anschließenden kombinierten Straßen-
und Eisenbahnbrücke verlässt der Zug Schleswig Holstein und strebt
seinem Ziel Lüneburg zu.
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