In der Semantik geht es um die Beschreibung von Bedeutungen - was
aber sind Bedeutungen? Hier 3 mögliche Antworten:
1. Intensional
Hier wird Bedeutung durch die Beziehung
eines sprachlichen Zeichens zu anderen sprachlichen Zeichen beschrieben,
also sozusagen "sprachintern":
<gleiche Generation>
Oma
Opa
Mutter
Vater
Tochter
Sohn
<weiblich>
<männlich>
Es lassen sich zwei Arten von
Beziehungen unterscheiden:
Gemeinsamkeiten, verbindende Merkmale.
Sie bilden eine Art "Klasse", heißen daher auch klassematische
Merkmale. Im obigen Beispiel z. B <gleiche Generation>.
Unterschiede markierende Merkmale, z.
B. <männlich> im Gegensatz zu <weiblich> ; sie heißen
distinktive Merkmale.
Die Art des Merkmals wird gut strukturalistisch
nicht durch das Merkmal selbst, sondern durch die Beziehung, in der es
zu anderen Merkmalen steht, festgelegt. Die Summe der Merkmale eines Wortes
definiert dieses; die Merkmale nennt man "Seme", die Menge aller Merkmale
eines Wortes (= Lexems) "Semem". Die Menge aller (klassematischen) Merkmale
eines Wortfeldes, also eine Art inhaltsseitiger (semantischer) kleinster
gemeinsamer Nenner, nennt man "Archisemem". Falls es ein ausdrucksseitiges
Pendant dazu gibt (z. B. einen Ober- oder Gattungsbegriff), heißt
es "Archilexem".
Unter dem oben schon erwähnten
Wortfeld versteht man einen Teilausschnitt des Wortschatzes einer Sprache,
der inhaltsverwandte Wörter gleicher Wortart umfaßt, d.h. in
einem Wortfeld sind alle Einträge bedeutungsähnlich (klassematische
Merkmale!), unterscheiden sich jedoch in mindestens einem Merkmal und begrenzen
sich so gegenseitig in ihrer Bedeutung.
Die obige Tabelle stellt solch ein
Wortfeld dar.
2. Extensional
Extensionale Bedeutungsbeschreibung
funktioniert nicht mehr innersprachlich, sondern nimmt Bezug auf außersprachliche
Wirklichkeitsausschnitte. Durch Bezugnahme auf verschiedene Ausschnitte
der Wirklichkeit entstehen zwei verschiedene Begriffe von Bedeutung:
Denotation: das ist eine Art von Kern- oder Hauptbedeutung. Sie hat sachlich
beschreibenden Charakter.
Konnotation: im Gegensatz zur Denotation beschreibt sie die Nebenbedeutungen,
also alles, was neben dem rein Beschreibenden noch in einer Bedeutung mitschwingt,
z. B. emotionale Bewertungen, Assoziationen etc.
3. Bedeutung und Gebrauch
Verwendet man ein Wort denotativ, so bezieht (referiert) man sich auf die
Welt der Gegenstände, der Dinge.
Verwendet man dagegen ein Wort konnotativ, so bezieht man sich dabei
auf den Sprecher oder Hörer, der etwas ausdrücken will.
Diese beiden Arten von Bedeutung kann man verwenden, benutzen oder
eben: Gebrauch davon machen.
4. Semantische Rollen
Charles Fillmore geht bei der Beschreibung vo Bedeutungen noch
ein Stück weiter; jetzt geht es nicht mehr nur um einzelne Bedeutungen,
sondern um größere Einheiten: Sätze und ganze Handlungsabläufe.
Sätze werden in Einheiten zerlegt, die Satzgliedern entsprechen, aber
nicht mehr grammatisch, sondern nach ihrer semantischen Funktion definiert
sind: