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Die Bäsle-Briefe

Portrait der Kusine Thekla

Eine andere Seite von Wolfgang Amadeus Mozart lernt man durch die Briefe an seine Kusine Thekla kennen. Darin äußerst er sich humorvoll, bisweilen derb-zotig, mit einem Hang zum Obszönen. Dort spielt er mit seinen Phantasien in einer anderen Weise als mit seiner Musik. Im ersten Augenblick mag man von diesen verbalen Phantasien ziemlich überrascht sein. Manche Musikwissenschaftler erklären die frivolen Auswüchse in Mozarts Sprache streng wissenschaftlich. Sie vertreten die Ansicht, er könne an einer abgemilderten Form des Tourette-Syndroms gelitten haben.

MusikussTipp

Interessant ist die Seite mit der Lebensgeschichte des Bäsle, wie von ihr selbst erzählt. Eine schön und originell gemachte Seite mit Informationen.

Lange Zeit wurden die Briefe als Schweinereien abgetan. Heutzutage setzt sich die Meinung durch, dass ein 21 jähriger schreibt, wie es in Salzburg damals gebräuchlicher Umgangston war, wo erotische Anspielungen gespickt mit Fäkalkomik gang und gäbe waren. Die in den Briefen oft erwähnten Worte "Arsch", "scheißen" und "Dreck" waren zur damaligen Zeit nichts Absonderliches.

Kleine Kostprobe gefällig ? Mozart schreibt im dritten Brief:

Verzeihen sie mir meine schlechte schrift, die feder ist schon alt, ich scheisse schon wircklich bald 22 jahr aus den nemlichen loch, und ist doch noch nicht verissen! - und hab schon so oft geschissen -- und mit den Zähnen den dreck ab-bissen.

Unveröffentlichtes ...

Es gibt unveröffentliche Werke von Mozart, die zu seinen Lebzeiten unveröffentlicht geblieben sind. In diesen Kompositionen verarbeitet er die zotige Sprache. So komponierte er 1782 in Wien einen dreistimmigen Kanon "Leck mir den Arsch fein recht schön sauber", der Aufnahme ins berühmte Köchelverzeichnis fand (382d). Diese Werke boten einen willkommenen Grund, das Mozarts Image im Film Amadeus so obszön darzustellen - ein derber "Humor" passt filmisch einfach besser. Der wahrscheinlich originale Text von Mozart, der erst 1991 wiederentdeckt wurde, lautet [Quelle]:

Leck mire den A.. recht schon,
fein sauber lecke ihn,
fein sauber lecke, leck mire den A...
Das ist ein fettigs Begehren,
nur gut mit Butter geschmiert,
den das Lecken der Braten mein tagliches Thun.
Drei lecken mehr als Zweie,
nur her, machet die Prob'
und leckt, leckt, leckt.
Jeder leckt sein A...fur sich.

Mozart hat seine derben Zoten sogar in einem sechsstimmigen Kanon mit dem Titel Leck mich im Arsch verarbeitet.

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