Domenico Scarlatti galt als der größte Cembalovirtuose aller Zeiten. Er schuf neben zahlreichen Opern ein umfangreiches Werk meist einsätziger Cembalosonaten, mit denen er die Entwicklung der Cembalo- und Klaviermusik entscheidend beeinflusste.
Domenico Scarlatti wurde am 26.Oktober 1685 als sechstes von zehn Kindern Alessandro Scarlattis in Neapel geboren. Er wurde vom Vater als Musiker ausgebildet. In den Jahren 1709-14 war er Kapellmeister der Königin Maria Casimira von Polen in Rom, 1715-19 Kapellmeister des Vatikans im Petersdom, 1719-21 Cembalist der Italienischen Oper in London. Er erteilte der Infantin Maria Barbara von Braganza, der Prinzessin von Asturien, Cembalounterricht. 1721-25 war Scarlatti Hofcembalist in Lissabon Als die Infantin später den spanischen Thronfolger heiratete, folgte Scarlatti ihr 1729 nach Sevilla und 1733 nach Madrid. In Spanien fand Scarlatti neben dem Unterricht für die königliche Familie Zeit, seine "Essercizi per Gravicembalo", wie die Sonaten im Erstdruck hießen, zu perfektionieren. Er war von 1729-54 Hofcembalist in Madrid, wo er bis zu seinem Lebensende blieb.
Von Scarlatti sind etwa 560 Cembalosonaten und -esercizi (Übungen) überliefert, meist einsätzig, mit volkstümlichen Anklängen an seine Wahlheimat Spanien. Domenico Scarlatti hat der Klaviermusik in Thematik und Satz neue Wege eröffnet. Er erfand den "Scarlatti-Griff" mit dem Unter- und Übergreifen der Hände. Außerdem verdanken wir ihm den Fingerübersatz bzw. -untersatz, der ein fließendes Spiel am Klavier ermöglicht.
Zu seinen Werken gehört beispielsweise die folgende Sonate in D-Moll, die der bekannte Pianist Ivo Pogorelich spielt.
Wer mehr von Scarlatti hören möchte, findet eine Auswahl unter Musicload.
Domenico Scarlatti starb am 23.Juli 1757 in Madrid. Er hinterließ Kirchenstücke, Kammerkantaten und sogar Opern, die er für die polnische Exilkönigin Maria Casimira in Rom komponierte.
Eine Auflistung der Werke Scarlattis nach verschiedenen Kriterien findet man unter Werkverzeichnis.