Der große Entertainer am Klavier ist zurück.
Man könnte mutmaßen, dass Udo entweder über hellseherische Gaben verfügt oder seine neue CD sozusagen auf den allerletzten Drücker produziert hat. Anders kann man es wohl nicht erklären, wie aktuell seine Texte sind. "... und auf Schalke wird gezankt" heißt es gleich beim ersten Titel. Bedrückender die Erkenntnis: "Bei den Großen, die uns führen, niemand mehr, dem man vertraut."
Ich empfehle, den Artikel "Seine Songs sind einzigartig" zu lesen und das Interview "Udo Jürgens im Paternoster" anzuhören - ein interessantes Gespräch.
Udo präsentiert meiner Ansicht das schönste Album der letzten Jahre. Es ist ein Album voll wunderschöner Melodien, einfühlsamer Texte, aber auch mahnender Botschaften, denen bei aller Ernsthaftigkeit niemals die Zuversicht abhanden kommt.
Dem vielschichtigen Thema Liebe gewinnen Udo mit seinem Texter Wolfgang Hofer erstaunlicherweise neue Erkenntnisse ab. Mal entschlüsseln sie das Geheimnis ("Liebe lebt"), dann formulieren sie eine hinreißende Liebeserklärung ("Dafür brauch ich dich").
Wenn sich Udo über den gläsernen Menschen lustig macht, sollte man ganz genau zuhören. Auf "Alles Ist So Easy" amüsiert sich Jürgens über die Denglisch-Sprachverhunzung: "Wir tanzen nicht / wir moven / wir zappeln nicht / wir grooven". Manchmal rührt er uns mit Wünschen für den Enkel. "Der ganz normale Wahnsinn" eben, den Jürgens in 14 Titeln beschreibt. (AA 18.03.11)
Mit dem Song "Mein Erster Weg" covert Jürgens sich selbst in jazziger, Percussion- und Bossa Nova-getränkter Adaption. Es ist ein großartiger Song, den er da wiederentdeckt hat. Ursprünglich stammt der Song aus dem Jahr 1967 und ist eine seiner ersten Kompositionen.
Auf der Seite "Der ganz normale Wahnsinn" kann man in die Songs reinhören.