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Musik & Film

Foto von Marlene Dietrich

Im Zusammenhang mit Musik & Film muss ich immer an eine berühmte Szene aus dem Film "Der Blaue Engel" denken, in der Marlene Dietrich singt "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" und damit Professor Unrat bezirzt.

Die Filmmusik ist praktisch so alt wie der Film selbst und entstand aus der Tradition des Bühnenschauspiels. Der Stummfilm Die Ermordung des Herzogs von Guise (1908) von Frères Lafitte war der erste Film, für den eigens eine Filmmusik von dem französischen Komponisten Camille Saint-Saëns komponiert wurde. Zu jeder Filmvorführung spielte ein Orchester zu den einzelnen Szenen die entsprechend komponierte Musik.

Filmmusik hat eine wichtige dramaturgische Aufgabe und ist insofern als Stilmittel unverzichtbar. Romantische Filme wie beispielsweise "Schlaflos in Seattle" verlieren ohne musikalische Untermalung ihre Faszination. Der Film "Der weiße Hai" wäre ohne die charakteristische Filmmusik wahrscheinlich halb so spannend. Gute Filmusik erkennt man daran, dass sie von den meisten Zuschauern so gut wie überhaupt nicht wahrgenommen wird. Erst wenn Filmmusik fehlt bemerkt man, wie wichtig die musikalische Untermalung der Filmszenen ist.

Willy Sommerfeld: Dienstältester Stummfilm-Pianist

Foto von Willy Sommerfeld

Willy Sommerfeld war Zeitzeuge der Anfänge des Kinos, als die Bilder laufen lernten und Dialoge der Schauspieler noch nicht zu hören waren. Als er am 11. Mai 1904 in Danzig geboren wurde, steckte der Film noch in den Kinderschuhen. 17 Jahre später verfiel Sommerfeld der Stummfilmdroge mit Klavierbegleitung, als er damit in Berliner Kinos sein Musikstudium finanzierte. Willy Sommerfeld galt als der dienstälteste Stummfilm-Pianist weltweit. Noch mit über 100 Jahren saß er täglich am Klavier, die Musik hielt ihn jung.

Er spielte für Greta Garbo und Charlie Chaplin auf der Leinwand. Er begleitete Fritz Längs Klassiker "Metropolis" und sorgte für Gruselstimmung bei "Das Kabinett des Doktor Caligari". Seine Kunst war, dass er am Klavier stets improvisierte. Die Filme sah er sich vorher nie an. Seine Aufgabe war es, die Stimmung auf der Leinwand im jeweiligen Kinosaal musikalisch zu untermalen, zum Beispiel die Tragik des Alterns in "Der letzte Mann" von Friedrich Wilhelm Murnau, die Zarenhymne in "Sein letzter Befehl" von Josef von Sternberg oder auch die Schmonzetten des alten Berlin für die Filme Ernst Lubitschs. Er spielte ohne Noten. "Die Noten gibt's im Kopp", meinte Sommerfeld einmal schmunzelnd dazu.

Das Berliner Kino Arsenal verschaffte dem pensionierten Kapellmeister 1972 ein Comeback, als er wieder einmal einen Stummfilm begleiten sollte. Danach gab es für Sommerfeld immer wieder neue Aufträge, von "Berlin Sinfonie einer Großstadt" von Walter Ruttmann bis hin zu Gala-Filmvorführungen mit Live-Musik. 1995 wurde Sommerfeld für sein Lebenswerk mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet. Die Internationalen Filmfestspiele Berlin ehrten ihn 2004 mit einer Berlinale-Kamera. 2006 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Willy Sommerfeld starb am 19.12.2007 im Alter von 103 Jahren. (AA. 03.01.08)

Musiker vor und hinter der Kamera

Der große Charlie Chaplin war nicht nur Autor, Regisseur und Hauptdarsteller seiner Filme, sondern komponierte seine eigene Filmmusik. Er schrieb so großartige Songs wie "Limelight".

Der Regisseur John Carpenter läßt mit Filmen wie "Halloween - Die Nacht des Grauens" oder "The Fog - Nebel des Grauens" das Blut in den Adern des Zuschauers gefrieren. John Carpenter beherrscht als Sohn eines Musikprofessors viele Instrumente und hat für fast alle seine Filme den Soundtrack selbst komponiert.

Bekanntlich haben sich Musiker wie Madonna, Olivia Newton-John oder Keith Richards von den Rolling Stones mehr oder weniger erfolgreich als Schauspieler versucht.

Der bekannte Filmregisseur Steven Spielberg wählte John Lee Hooker Musik in seinem Film "Die Farbe Lila"

Szenenfoto aus Die Farbe Lila

Unvergessliche Melodien

Manchmal genügen bereits wenige Töne und man weiß sofort, was ihn erwartet.

Die Titelmelodie der Fernsehserie "Star Trek" ist ein "Klassiker" unter den unvergesslichen Melodien. Man braucht nur die ersten Töne zu hören und verbindet mit diesen typischen Klängen die "unendlichen Weiten des Weltraums".

Der Komponist dieser Melodie, Alexander "Sandy" Courage, starb nun 88-jährig in Pacific Palisades. Alexander Courage komponierte übrigens auch die Titelmelodie der beliebten Fernsehserie "The Waltons".

Nachdem John Barry die berühmte Titelmelodie der James Bond-Film komponiert hatte, verkaufte er sie aus Geldnot für einige Dollar. Im Nachhinein ärgert er sich bestimmt, weil ihn allein diese Melodie reich gemacht hätte. Da er aber auch berühmte Melodien zum Film "Der weiße Hai" oder "Jurassic Park" komponiert hat, dürfte er den "finanziellen Verlust" der James Bond-Melodie wohl verkraftet haben ...

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