Ich empfehle zum Thema "Musik & Gesundheit" den Artikel des Magazins Planet Wissen Macht der Musik zu lesen.
Durch Musik werden die Muskeln im Innenohr stimuliert. Ein Signal wird ans Gehirn gesendet, das sich der Körper schneller entspannt.
"Jeder Musiker ist für ein Teil seines Publikums Therapeut. Bei mir funktioniert das mit der Musik von ABBA und Karen Ann", meint Peter Plate vom Duo Rosenstolz, "während die Musik von Tom Waits oder Leonard Cohen diesen Zweck bei Anna erfüllt."
Musik wirkt unmittelbar auf das limbische System ein. Diese Funktionseinheit des Gehirns, die den Thalamus umgibt, reguliert u. A. die Körpertemperatur, den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel. Sie ist vor allem für die Verarbeitung von Emotionen zuständig.
Aufgrund der Wirkung der Musik verändert sich die emotionale Stimmungslage des Hörenden. Darüber werden die Skelettmuskeln informiert, die mit Entspannung reagieren. Diese Form der Reaktion ist ein körpereigener Schutzmechanismus, mit dem ein Zuviel an Stress abgebaut wird. Aufgrund der beschriebenen Stimulation verringert sich gleichzeitig die Aktivität jener Gehirnregionen, die bei Angst stimuliert werden. In der Folge verändern sich die Konzentrationen einer Reihe von Hormonen im Blut. Hören wir harmonisch klingende Musik, ist bereits nach wenigen Minuten deutlich weniger Kortisol im Blut nachweisbar. Bedenkt man, dass zu viel von diesem Stresshormon zu den wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen wie z.B. Herzinfarkt zählt, ist eine Reduktion von Kortisol durchaus erwünscht.
Musik hilft, Stress zu reduzieren, Stimmung und körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern, senkt bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit Blutdruck und Herzfrequenz, bessert Verhaltensstörungen und psychische Probleme wie beispielsweise Ängste und Depressionen. Die beruhigende Wirkung von Musik wird in Warteräumen von Arztpraxen, in Operationssälen bei chirurgischen Eingriffen oder auf Intensivstationen erfolgreich genutzt. International liegen Forschungsstudien vor,die zeigen, dass bei psychologischen und psychiatrischen Krankheiten durch Musik vielfach eine deutliche Besserung erzielt werden kann.
Wer sich für die Entwicklung des Gehirns interessiert, findet interessante Informationen auf der Webseite Das menschliche Gehirn und seine Makrostrukturen der Uni Wuppertal.
Musik hat eine muskelentspannende Wirkung, wodurch das Schmerzgeschehen beeinflusst werden kann. Der Grund ist, dass die sog. Propriozeption aus Skelettmuskeln sowohl die emotionale Stimmungslage, als auch die Schmerzwahrnehmung beeinflusst und umgekehrt. Unter Propriozeption versteht man die Eigenwahrnehmung des Körpers. Selbst wenn wir unsere Augen geschlossen halten würden, hätten wir einen Eindruck von unserer Körperposition im Raum, von der Position unserer Arme und Hände. Dies wird durch Sinneskörper in den Gelenken und Muskeln möglich, die dem Gehirn ständig entsprechende Informationen übermitteln.
Hören wir ein Musikstück, das uns gefällt, passiert im Gehirn etwas Interessantes: Der Mandelkern (Amygdala), der entscheidenden Einfluss auf das emotionale Gedächtnis hat, weil er für Angst- und Alarmreaktionen zuständig ist, schaltet sich sozusagen ab, während im Gehirn das Belohnungssystem aktiviert wird, wodurch positive Gefühle ausgelöst werden. In solchen Situationen werden Endorphine ausgeschüttet. Dabei handelt es sich um körpereigene Opiate, die Wohlgefühl bewirken und Schmerzen lindern. Daneben werden auch körpereigene Cannabinoide produziert und ausgeschüttet. Dadurch wird unsere Stimmung verbessert, Ärger und Schmerzen werden erträglicher.