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Gesundheitsschäden durch Lärm

Schematisches Bild des Innenohrs

Obwohl das Ohr ein wahres Wunderwerk ist, machen sich Menschen wenig Gedanken darüber, wo überall sie täglich ihr Gehör irreparabel schädigen.

MusikussTipp

Um sich bewusst zu werden, wo man Lärmbelastungen ausgesetzt ist, sollte man die "Lärmbroschüre" lesen. Hier wird eine Familie vorgestellt und deren tägliche Lärmbelastungen anschaulich beschrieben.

Wie formuliert Wilhelm Busch so treffend ? "Musik wird störend oft empfunden, dieweil sie mit Geräusch verbunden". Gesundheitsschäden durch Lärm, besonders bei lauter Musik, werden vielfach unterschätzt. Die Tabelle veranschaulicht die Zusammenhänge zwischen Lärmstufen und Lärmwirkungen.

Lärmstufen und Lärmwirkungen

Keinerlei Gefahren gehen von Geräuschen wie Blätterrauschen (etwa 20 Dezibel), einer ruhigen Wohnstraße (40 Dezibel) oder einer Unterhaltung (60 Dezibel) aus. Die Grenze, bei der das Ohr auf Dauer Schaden nimmt, liegt bei 90 Dezibel. Liegt der Schalldruck oberhalb dieser Marke, steigt die Gefahr einer Vertaubung sprunghaft an. Solche Lautstärken können z.B. am Arbeitsplatz in einer Fabrik auftreten. Deshalb hat der Gesetzgeber strenge Vorschriften erlassen, wonach ab 85 bis 90 Dezibel ein Hörschutz getragen werden muss.

Interessanterweise sind die Arbeitsverhältnisse aber nicht das Problem. Heutzutage ist es mehr das, was wir uns in der Freizeit antun, beispielsweise kann ein voll aufgedrehtes Autoradio durchaus schon 100 Dezibel erzeugen. Wer sich diesem Schallpegel mehr als 5 Stunden pro Woche aussetzt, braucht sich nicht zu wundern, wenn das Ohr mit der Zeit immer tauber wird.

Sehr laute Musik kann die Sinneszellen im Innenohr schädigen. Innenohrschäden sind gefährlich, weil sie zu bleibenden Ohrgeräuschen führen können. Der Arzt spricht von einem Tinnitus. Tinnitus-Erkrankte nehmen dann ständig Geräusche wahr, selbst in absoluter Stille. Sogar bleibende Schwerhörigkeit kann die Folge sein.

Ohrenbetäubende Komposition

Um die Komposition "Halat Hisar" (Belagerungszustand) des Schweden Dror Feiler entbrennt eine Diskussion. Der Dirigent Lothar Zagrosek will die Komposition in Berlin aufführen, obwohl sie vom Spielplan des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks genommen wurde. Das Werk war wegen akuter "gesundheitlicher Beeinträchtigungen" der Musiker abgesetzt. Zagrosek sagte, es sei "das falsche Signal", die notwendige Diskussion über künstlerische Werke durch ihr Absetzen zu verhindern. Tatsächlich ist eine Diskussion über derartige Gesundheitsgefährdung aber dringend notwendig.

"Das Stück beginnt mit Schüssen aus Maschinengewehren, die vom Band zugespielt werden und das ist noch die leiseste Stelle", erläuterte Trygve Nordwall vom Bayrischen-Symphonieorchester. Ein Musiker habe nach der Probe drei Stunden lang permanente Ohrengeräusche gehabt. "Es war meine Entscheidung, ich musste das Orchester schützen." Einige Stellen der Komposition seien unspielbar gewesen. (AA 10.04.08).

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