Banner des Kapitels Vom Minnesang zum Pop

Rahmenprogramm

Logo des Song Contests

Zum Eurovisions Song Contest soll ganz Düsseldorf im Zeichen der Musik stehen. So plant Düsseldorf mehr als 50 Veranstaltungen, um den Grand-Prix "sichtbar und erlebbar" zu machen, wie Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) erklärte.

Ein Höhepunkt soll am Vorabend des ersten Halbfinals der "Grand Prix de l'Opera" im Opernhaus sein - moderiert von Barbara Schöneberger (AA 26.03.11). Das internationale Solisten-Ensemble der Deutschen Oper am Rhein und die Düsseldorfer Symphoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Axel Kober bringen die bestplatzierten Arien und Duette des Wettbewerbs im Opernhaus Düsseldorf hochkarätig auf die Bühne. (www.grandprixopera.de)

Blick auf die Proben zum Eurovision Song Contest in Düsseidorf · Foto: dpa .

Der größte Gewinner des Eurovision Song Contests (ESC) könnte am Ende die Stadt Düsseldorf sein. Auf bis zu 140 Millionen Euro schätzt der Geschäftsführer der Werbeagentur Grey worldwide, Christian Hupertz, den möglichen Medienwert des Musikspektakels für die Stadt.

Doch zuvor müsste die Stadt Düsseldorf selbst kräftig investieren und Millionen für Anzeigen und Werbespots ausgeben, um einen ähnlich hohen Imagegewinn wie Oslo erzielen zu können. Schließlich rechnen die Macher des ESC beim großen Finale mit rund 120 Millionen Fernsehzuschauern in 55 Ländern. Zu den Favoriten in diesem Jahr gehört unter anderem die deutsche Vorjahressiegerin, Lena Meyer-Landrut.

Die norwegische Hauptstadt Oslo habe nach dem Eurovision Song Contest im Mai 2010 im Tourismus einen Zuwachs von elf Prozent registriert, sagt Angela Münkert von der Wirtschaftsförderung der Stadt Düsseldorf. Die Zahl der deutschen Gäste habe in den Sommermonaten nach dem Sieg von Lena sogar um 30 Prozent zugenommen. Mit vergleichbaren Ergebnissen rechne man in Düsseldorf auch. Mittelfristig erhofft sich die Stadt sogar ein höheres Plus als in Oslo. Schließlich liegt Düsseldorf deutlich zentraler als die norwegische Hauptstadt und ist damit für Millionen Touristen leichter erreichbar.

Doch der mögliche Werbeeffekt ist nicht alles. Hinzu kommen noch die direkten Wirtschaftseffekte. Denn das Großspektakel lässt in Düsseldorf vielerorts die Kassen klingeln - in den Hotels, in denen die Mitglieder der 43 Teilnehmer-Delegationen untergebracht, sind, aber auch dort, wo die 2 500 zu dem Ereignis erwarteten Journalisten und die zahlreichen benötigten Techniker übernachten. Und auch Restaurants, Kneipen und Taxifahrer dürften von den angereisten Fans profitieren.

Die Stadt selbst hat kräftig investiert. Auf insgesamt zehn Millionen Euro beziffert Munkert die Ausgaben Düsseldorfs für den Song Contest. Ob sich diese Investition wirklich gelohnt hat, wird sich allerdings wohl erst in einigen Monaten, wenn nicht Jahren sagen lassen. Schon heute gibt es allerdings auch skeptische Stimmen.

Rainer Spenke, der Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, sagt, die ursprüngliche Goldgräberstimmung in der Branche habe einer gewissen Ernüchterung Platz gemacht. Zwar seien zusätzliche Übernachtungsgäste immer willkommen. Angesichts von drei Millionen Übernachtungen jährlich falle das Plus durch den ESC aber doch nicht so sehr ins Gewicht. Dies gilt umso mehr, weil die Hotels zum Zeitpunkt des Finales durch die zeitgleich stattfindende Messe Interpack ohnehin gut ausgebucht seien.

Auch das Ausmaß des Werbeeffekts für Düsseldorf ist umstritten. Christian Hupert kritisiert, dass die Stadt bislang noch zu wenig aus den Möglichkeiten gemacht habe. "Mein Gefühl ist, dass Düsseldorf das nicht richtig ausgeschlachtet hat", sagt der Werbeexperte. Letztlich werde man wohl erst nach einer Jahr wissen, ob es nur ein "wildes Wochenende" gewesen sei - oder ob es der Stadt gelungen sei, sich auf Dauer für Touristen attraktiver zu machen.

Noch skeptischer ist der Leiter des Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung, Peter Zellmann. Er meint: "Mit der Werbewirksamkeit von Großveranstaltungen ist es wie mit den guten Vorsätzen zum neue Jahr - nach drei Tagen sind sie vergessen." Ohnehin werde der wirtschaftliche Effekt von Großveranstaltungen überschätzt. Was bei diesen Gelegenheiten ausgegeben werde, fehle dann an anderer Stelle. "Die Menschen können nur an einem Ort sein und ihr Geld nur einmal ausgeben", sagt er. · dapd (AA 03.05.11)

An den Seitenanfang

Hier gehts zurück zur Startseite