Einsatzdauer
Inzwischen ist unser Sensor seit Mitte Juli 2001 aktiv, er hat also beide Sonnenschein-"Extremas" miterlebt.
Ausfälle sind, auch bei extremsten Frost (-18 °C) nicht zu verzeichnen.
Hauptproblem stellt derzeit das Schattenproblem dar, da der Sensor nicht Schattenfrei aufgestellt werden konnte. So ergibt sich eine etwas zu kleine Sonnenscheindauer bei dem niedrigen Sonnenstand in Dezember/Januar kurz nach SA und vor SU.
Das Problem des Sonnenstandes
Die erste eigene Software zum Auswerten der Sonnenscheindauer ging von einem festen Grenzwert aus für die Festlegung der Sonnenscheingrenze (analog der Globalstrahlungsgrenze =120W/m²). Hier zeigte sich aber schnell, dass durch die Übergangsphasen von SA und SU bis zu max. 3-4 h (Sommer!) zu wenig Sonnenstunden ermittelt worden. Es musste eine Software-Lösung gefunden werden. bei der der Grenzwert für den Übergang korrigiert würde. Klar war auch, dass die Korrektur unmittelbar mit dem Sonnenstand korreliert. Eine direkte Proportionalität zwischen Sonnenstand und Beleuchtungsstärke konnte jedoch nicht angesetzt werden, da die Beleuchtungsstärke (wahrscheinlich aufgrund unseres Diffusors) zwischen den Übergangsphasen nahezu konstant blieb. Siehe hierzu Bild 1. Als günstigste Lösung ergab sich die folgende: Während der Übergangsphase wird der Grenzwert proportional dem Sonnenstandswinkel (phi) nachgeführt bis zum Grenzwert für Sonnenschein (gw_sun) und bis ein Sonnenstand erreicht wird (gw_phi). Darüberhinaus bleibt er konstant mit einem geringen, zu vernachlässigendem Fehler. Die anfänglichen Überlegungen, dass mit sinkendem Sonnenstand im Winter auch sich der Wert des Sonnenscheingrenze mit verringert muss, hat sich meines Erachtens nicht bestätigt.
| Datum | Beleuchtungsstärke (=Bewölkungsindex) |
| 30.7.2001 | 61 (Maximum) |
| 23.12.2001 | 58 (Maximum) |
Der Fehler liegt bei unter 5% so daß diese Abhängigkeit vernachlässigt wird. Sie kann aber durchaus durch geschickte Wahl der Berechnungsparameter mit berücksichtigt werden. Dazu gleich mehr...
Mathematik und Astronomie
Grundlage unserer Berechnung ist also die Kenntnis des Sonnenstandes (oder der Elevation bzw. Deklination). Die Berechnung erfolgt bei uns unter Benutzung des Delphi-Tools (unser Auswerteprogramm ist ja auch in Delphi geschrieben) Moontool, das eine hervorragende Sammlung etlicher astronomischer Berechnungen beinhaltet. So erhält man unter Angabe der aktuellen Uhrzeit, Längen- und Breitengradangaben die entsprechend Höhe über Horizont berechnet.
Daraus wird dann wie folgt der Grenzwert gebildet:
für einen Sonnenwinkel 0...<=phi<=gw_phi gilt:
gw_sun = gw_sun_const * elev / gw_phi
wobei gilt:
elev Sonnenstand [0..90 Grad ] Berechnung mittels moontool: procedure Sun_Position_Horizontal(date:TDateTime; longitude,latitude: extended; var elevation,azimuth: extended);
Description
Calculates the horizontal coordinates of the sun at a given time and place. Negative elevation means the sun is not visible because it is underneath the horizon, whereas 90 degrees means the zenith; the azimuth is defined as 0 degrees for south direction, 90 degrees for west and so on.
The observer's latitude is negative for the southern hemisphere and positive for the northern hemisphere; the longitude is positive for points west of Greenwich, negative for points east, and both given in degrees.oder über Näherungsformel (siehe Punkt 4!)
gw_sun_const fester Grenzwert für Sonnenschein bei uns als Wert 55 (kann ja nach Skalierung unterschiedlich sein) gw_phi Grenzwert für den Sonnenstandswinkel [Grad] bis zu dem eine Anpassung erfolgen soll Bestimmt den Verlauf der Steigung der Reduktion; wir haben gute Werte für gw_phi =10 erhalten, wird ein höherer Wert genommen als der minimale Sonnenstand im Dezember (ca 12°), wird der konstante GW gw_sun_const nicht erreicht. Somit kann man die geringe Reduktion der Beleuchtungsstärke im Winter ausgleichen
für einen Sonnenwinkel phi > gw_phi gilt:
gw_sun = gw_sun_const
Näherungsformel für den Sonnenstand
Sollte jemand nicht die Möglichkeit haben das Moontool zu nutzen, so gibt es eine Näherungsformel die ich unter
http://lexikon.astronomie.info/faq/index.html
gefunden habe (ABER: keine Erfahrung damit!):
| Es sei frac(x) die Funktion, die die Nachkommastellen einer Zahl
zurueck gibt: also frac(7.21) = 0.21 aber frac(-0.1) = 0.9, frac(-1.2) =
0.8; Es sei T die Anzahl Jahrhunderte seit dem 1.1.2000, ist also im
Moment noch negativ. Naeherung: T = 0.01*(Jahreszahl - 2000 + (Tagnummer-1)/365.25) Tagnummer: 1.1 = #1, 2.1 = #2 , u.s.w Wenn es genauer sein muss, muss man das Julianische Datum (JD) gebrauchen: T = (JD - 2451545.0)/36525.0 P2 = 6.28318.. ( = 2*pi)
M = P2 * frac(0.993133+99.97361*T)
DL = 6893.0 * sin(M) + 72.0*sin(M+M)
L = P2 * frac(0.7859453 + M/P2 + (6191.2*T +DL)/1.296e+6)
X = cos(L)
Y = 0.91748*sin(L)
Z = 0.39778*sin(L)
r = sqrt(1.0 - Z*Z)
Deklination = (360/P2)*arctan(Z/r), in Gradmass
Rektaszension = (48.0/P2)*arctan(Y/(X+r)),
in Stunden, falls < 0 muss man 24 Stunden hinzu addieren.
Wenn Sie die Naeherung fuer T gebrauchen, ist die Position der Sonne auf
ein Grad genau, mit dem Julianischen Datum erreichen Sie eine
Bogenminute, also 60 x genauer. Die errechneten Koordinaten beziehen
sich auf das Aequinoktikum des Datums, also das was man braucht, um z.B.
die Hoehe ueber dem Horizont zu berechnen.
Literatur: Oliver Montenbruck, Thomas Pfleger Astronomie mit dem Pesonal Computer |
01-Oct-1999, Roland Brodbeck
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