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Es war im Jahre 1903, als die Firma Max Jentzsch & Meerz in Leipzig
gegründet wurde. Sie bildete ein Markstein in der Geschichte der deutschen
Spielautomatenindustrie, die sich der Produktion von Spielautomaten zur
Hauptaufgabe machte. Spielautomaten wurden bis dahin ausschließlich als
Nebenerzeugnis der Hersteller von Musik- und Verkaufsautomaten produziert.
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| So auch der wohl älteste Geldspielautomat, der mechanische Würfelspielautomat
>Fortuna<, der ca. 1895 von den Plagwitzer Musikwerken „Ariophon“ und E.G.
Lochmann & Co in Leipzig Gohlis gebaut wurden. Hier musste eine Platte mit
fünf Würfeln unter einer Glashaube mittels eines Hebels in Bewegung gesetzt
werden, um bestimmte Augenzahlen zu erreichen. An Hand eines Gewinnplanes wurden
dann ein bis zehn Zigarren ausgegeben. |  |
 | Da dem Glücksspiel, wie auch dem Würfelautomat, diverse Verbote auferlegt
wurden, bzw. die Genehmigung der Behörden erforderte, kamen bald die ersten
Münzschleuder und Kugelspielautomaten mit dem Namen >Bravo< und
>Tivoli< zur Erprobung der Geschicklichkeit auf den Markt. Das Tivoli
erschien 1895/96 von der Deutschen Automatengesellschaft Stollwerck & CO in
Köln. Dieses Münzschleudergerät mit Fangtasche gab es in vielen Versionen. So
fällt z.B. die eingeworfene Münze vor eine Schleudervorrichtung in der Mitte des
Spielfeldes und kann von dort je nach Einstellung der Fangtasche nach rechts
oder links in das Spielfeld geschleudert werden. Landet die Münze in einer
Gewinnöffnung, so wird hier ein Knopf vor der Öffnung gedrückt. Dabei ertönt ein
Glockensignal, der den Gewinn als Warenprämie anzeigt. |
Die Entwicklung des Spielprinzip des >Bajazzo< erwies sich als die
begehrteste Variante unter den Geschicklichkeitsspielen, da dieses Gerät es
möglich machte, die über ein Spielfeld durch ein Loch austretende und durch ein
Nagelfeld herabgleitende Kugel durch eine bewegliche Auffangvorrichtung
aufzufangen. Diese bevorzugte Variante war bis Ende der 20er Jahre des vorigen
Jahrhundert ausschlaggebend.
An dem Geschicklichkeitsautomaten
>Bajazzo< schieden sich die Geister wohl am meisten. Geschicklichkeits-
oder Glücksspiel, darüber war man sich in den 1920er Jahren lange Zeit im
Unklaren. Als Glücksspiel war er nach geltendem Recht verboten. |  |
 | Bis in die höchsten Instanzen wurde juristisch gefochten. Sogar ein berühmter
Jongleur wurde von Seiten der Justiz bemüht. Er bezeichnete den >Bajazzo<
als Geschicklichkeitsspiel, das von jedermann erlernbar und spielbar
sei.
Der >Bajazzo< wurde in vielen Varianten hergestellt,
bei denen die Anordnung des Spielfeldes und die Gehäuseformen variierten. Auch
wurde die Spielfigur, der Bajazzo mit Fangkorb, der Zeit entsprechend gegen ein
Zeppelin, Flugzeug oder Fußballer ausgetauscht. |
| Von der Firma Max Jentzsch und Meerz erschienen bis zum 2. Weltkrieg weitere,
sehr erfolgreiche Spielautomaten wie z.B. 1926 der >Jemoc<. Hier musste
die eingeworfene Münze über bewegliche Dreiecke stufenweise nach unten
balanciert werden, bis sie das „Gewinnloch“ erreicht hat und anschließend 2,3
oder 4 Münzen auswirft. >Lucky Dice<, ein weiterer sehr schöner
Spielautomat erschien 1927. Es war ein drei Walzengerät auf denen Würfelaugen
nachgebildet waren. Über den drei Würfeln wurde eine Spieleszene mit einem
Würfeltisch und den Spielern nachgebildet. |  |
 | Nach dem 2. Weltkrieg lagen viele Fabriken der Automatenindustrie in Schutt
und Asche oder wurden demontiert. Leipzig, das ehemalige Zentrum der Deutschen
Automatenindustrie, war durch die russische Besatzung völlig aus dem Rennen
geschlagen.
Einige der hier vorgestellten und weitere historischen
Spielautomaten kann man auch heute noch auf einigen Rummelplätzen antreffen. So
z.B. auf der Leipziger Kleinmesse. |
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