1995 unternahm ein studentisches Projekt mit dem Namen Computer Culture Museum etwas Eigenartiges:
Es stellte mit Hilfe der Technologie Transfer Stelle der Universität Hildesheim einen etwa 30 Jahre alten Lochkartensortierer
auf die weltgrößte und modernste Computermesse, der CeBIT, aus. Und zwar funktionstüchtig! Das sorgte, neben den
anderen altgedienten Computern wie C64 etc., damals für offene Münder und große Augen bei zahlreichen Besuchern.
Februar 1998 wurde ein Verein gegründet, der als gemeinnützig anerkannt wurde. Der Computer
Culture Museum e.V. unternahm Ausstellungen in München (zur Pädagogischen Aktion SPIELkultur), in
Oberhausen zum Kurzfilmfestival, in Hamburg und schließlich auch in Braunschweig - zusammen mit T. Jachmann und
anderen gab es hier eine der bis dato größten Videospielausstellungen (siehe unter "Presse").
Alle Reisen hatten eines gemeinsam: Zum Einen noch vor dem Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn mit einer
Computerausstellung auf die Wichtigkeit der Entwicklung zum neuen Kulturgut hinzuweisen und zum
Anderen noch vor dem Videospielmuseum Berlin auch auf die Bedeutung der Video- und Computerspiele
innerhalb dieser Entwicklung einzugehen.
2003 eröffnete das Museum einen Ausstellungsraum, der immer wieder zu Besuchen einlädt. Dieser Ausstellungsbereich
wurde von dem Kulturpädagogen Ralf Michael Müller optisch und didaktisch als Diplomarbeit gestaltet.
Was sich zunächst wie eine Erfolgsgeschichte anhört, ist aber auch ein Beispiel für fehlende Lobbyarbeit.
So wurden Gespräche mit Abgeordneten der Stadt Hildesheim, der Kreisverwaltung etc. geführt, mit
Firmenvertretern, Werbefirmen, Mediengesellschaften, der Universität Hildesheim etc., nur, um sich einen warmen Händedruck anzuholen.
Das Interesse an dem Museum scheiterte schon an dem Begriff "Museum". Welches Konzept sich aber wirklich dahinter verbarg
und welche Umsetzung es bereits schon erfahren hatte, darüber machte sich noch nicht einmal der Zweitgutachter
der Diplomarbeit von R. M. Müller ein eigenes Bild.
Trotz einer ungünstigen Lage für ein Museum, nicht gerade idealen räumlichen Bedingungen sowie unregelmäßigen Öffnungszeiten,
die auch nur auf die Sommermonate begrenzt waren, fanden seit der Eröffnung über 700 Besucher den Weg ins Museum.
Die Eintragungen in das Gästebuch beweisen: Sie waren recht angetan von dem kleinen Museum. Auch fanden Prominente
den Weg in diese Einrichtung wie Eckhard von Klaeden (MdB) oder Dr. Horst Zuse, dessen Vater Konrad der Erfinder des
programmierbaren Computers ist.
2008 feiern wir, ungeachtet unserer Zukunft, unser 10jähriges Jubiläum. Wir laden ganz herzlich alle dazu ein, die keine
Superlative brauchen, um sich mit Kultur zu beschäftigen.
Ich freue mich auf Sie!
Ralf Michael Müller-Veil
Es folgt noch eine kleine Übersicht der Aktivitäten seit 1993: