Der PHÖNIX
Anarepa Ralpachan

DER KOMET -

Wenn aus unendlichen 
kosmischen Fernen kommend,
am Himmel sein Licht erstrahlt,
richten Menschen ängstlich fragend
Aug und Herzen himmelwärts.
    Ist er das Zeichen, von dem die Alten sprechen?
    Kommt er als Vernichter und Zerstörer?
    Künder von Wahrheit und Heil dem neuen Äon?
Eifrig messend suchen die Gelehrten
seines Seins Geheimnis zu ergründen.
Letztlich hilflos stehen sie
vor dem kosmischen Geschehen.
    Ruhig und gelassen
    zieht er indes auf des Lichtes Rossen
    der König aus dem All
    in seiner vorgeschriebnen Bahn
und vergeblich sucht des Menschen Intellekt
der kosmischen Mysterien Deutung.
Geist nur kann den Geist erkennen
und die Antwort ist im eignen Sein begründet.
    So unendlich die Sonnen
    so winzig der Mensch
    ewig unabänderlich, für beide gleich,
    sind die Gesetze, die sie führen.
Gottes Fackel steht im Wassermann
erleuchtend hell die Finsternis, ruft dem Menschen zu:
Bewußtsein bist Du, Menschlein,
unzerstörbares Bewußtsein
    Feuer vom gleichen Feuer
    Licht vom gleichen Licht
    unendliches ewiges Licht
    das im kommenden Äon nun endlich die Grenzen
    Deines engen Seins durchbricht.

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Wolfgang Dietermann

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Copyright © 1998, PHÖNIX-Freundeskreis, Last Updated - 26.04.1999 21:09:01