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1. Reisetag 01.09.2002 gefahrene Kilometer: 893 km Total: 893 km Strecke: Berlin - Hannover - Amsterdam - Vrouwenpolder/ NL Besichtigungen: - Amsterdam
- Osterscheldedamdie Stadt , die Mädels
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Tagesbewertung:
Meine dritte größere Reise, ich fasse mich kurz: Frühling 2002, ich sitz in Micha&Daves Cottbusser Pseudostudenten-WG und artikuliere so mir nichts dir nichts den Gedanken, ich müsste meine beiden vorherigen Reisen irgendwie toppen. Sommer naht, also was tun?
Plan 1: Transsib nach Wladiwostok, klingt natürlich abenteuerlicher als manches Pauschalangebot in den gängigen Katalogen, ist aber nicht so ganz mein Fall, und zwar wegen folgendem Grund:
So ganz ohne Auto ist eine Reise für mich wegen Unabhängigkeit der Route und ähnlichem Trara nicht wirklich möglich. Mit Auto jedoch sind auf die Schnelle wegen organisatorischen Gründen (Visa, KFZ-Versicherung) keine wirklich außergewöhnlichen Länder drin.
Fazit: es bleiben im südlichen Bereich mal wieder nur Europa, Marokko oder Türkei übrig, d.h. Unspektakuläres oder bereits mir Bekanntes.
Lange Rede - kurzer Sinn ----- ich einige mich mit Micha,'nem alten Kumpel, darauf, mal in die Wüste zu fahren, zumal ich unterwegs dann die Chance hätte, eins meiner bekloppterweise selbst gesteckten Lebensziele zu erreichen, und zwar einen an sich nicht besonders komplizierten Berg in den Pyrenäen zu erklimmen.
Gesagt - getan. Im Sommer mache ich schnell einen Monat Praktikum für mein Studium, dann kaufe ich mir mit Micha 'nen alten Golf, und das übliche Prozedere beginnt:
Wir erledigen organisatorischen Krimskrams, ich packe allerlei flüssigen (Bier) und überflüssigen Krempel (Rest), von dem man meint, man brauche ihn bei so einem Trip, in den Wagen, und pünklich am 1. September um 7 Uhr steck ich endlich wieder 'nen Schlüssel ins Zündschloss und dreh ihn um.Der Motor geht an, ich stecke noch schnell Muttis überaus essentielle Stullen ein, die nach 10 Minuten eh vergeblich gesucht werden und sich aller Wahrscheinlichkeit nach am Ende der Reise in denaturiertem Zustand irgendwo unterm Rücksitz anfinden, hupe zum Abschied noch dreimal, fahre ein paar Meter weiter, lasse Micha noch schnell aufspringen, und -schwupps- sind wir auch schon auf der Autobahn nach Amsterdam, unserem ersten Etappenziel.
Die Fahrt dorthin verläuft echt euphorisch, Micha ist noch hyperaktiv (das wird sich aber bald geben)
und bastelt aus Schnüren pendelnde Discmän- und Händyhalterungen, die eh nicht richtig funktionieren, und ich freu mich, endlich wieder on the road zu sein, mit 5 Wochen Freiheit vor mir.
ERHEBLICHE Verbesserung zur Türkeireise anno 2000: wir können jetz CDs hören. Haben dementsprechend auch spezielle Road-Compilations, die stimmungsartig zu verschiedensten Bedingungen ("Nacht", "Regen", "Autobahn" usw.) passen, geburnt. Topstens!!!!!
Nach ein paar Stunden Autobahn und 10 min rumcruisen im legendären Bad Oeynhausen kommen wir in Amsterdam an, ich fühl mich körperlich leicht unfit, aber wir latschen zu den Sights, zu Mc Do (Ranz!!!),
kurz mal in 'nen Coffee-Shop, dann aber doch wieder raus und zurück zum Auto. Dann an der Küste langfahren über den Rotterdamer Hafen, von dem man blöderweise nichts sieht, und ein paar Dämme, die auf der Karte als "reizvoll" markiert sind, ins südwestliche Zipfelchen Hollands. Wegen einer lustigen Schlenkeraktion meinerseits probiert ein verärgerter arabisch aussehender Holländer bei Tempo 130 Kontakt mit mir aufzunehmen und hält, mir ab und zu nen Vogel zeigend, auf der anderen Spur mit mir mit. Holländer ärgern ist ja eh nen Kapitel für sich.
Dann auf einmal ein Auto mit Nummernschild aus dem Oman!!!! Respect, my dear Mr. Singer-Club, der hat ne weitere Reise hinter sich als wir vor uns!!! (Grmpfl)
Abends vergebliche Zeltplatzsuche, Auto auf n Feld stellen, Sitzlehne zurück, Pilsken auf, rumerzählen, Reiselogbuch und Diktiergerät benutzen, schlafen.
Reisetagebuch, Eintrag Micha [nachträgliche Einschübe in eckigen Klammern]: "Sonntag 01.09.2002 17:56 Amsterdam
- Wir sind trotz ohne Servolenkung gut ausgeparkt, dann, weil es nicht geradeaus ging, links
abgebogen, und da ich in der Zeit, als [ich] dies hier schrieb, nicht mehr aufgepaßt habe, weiß ich
nicht mehr, wie's weiterging.
- Amsterdam...
Hm,
Mädchen sind hübscher als in Berlin, olfaktorisch eine höchst interessante Stadt [Anspielung auf die
öffentlichen Freiluftklos an jeder Ecke], aber irgendwie ist überall die selbe Sülze zu sehen.
Resultat: Für einen 3-Stunden-Trip doch interessantNu aber wieder los und Zeltplatz suchen.
Erst über 'n paar Dämme anna Küste lang und dann gemütlich auf ein Zeltplatz.,Bah, die Zee' ist die Überschrift eines Expo-Gedichts, welches man an einer Brücke an dem
Oosterscheldedam bestaunen kann.
Angekommen in Dingenskirchen (/hoven oder so) [gemeint ist wohl Vrouwenpolder] haben natürlich alle Zeltplatz-Receptie schon zu... also wild campen (vorher noch Essen und jetzt 'n gediegenes Maternus Premium Pilsener)"
nächster Tag