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Reiselogbuch, Eintrag Micha:
"11:00.....Wir sitzen jetzt
in unserem Auto mitten in einem Olivenfeld, dessen fauler Eigentümer,
im Gegensatz zu dem, der das 10m entfernte Olivenfeld bewirtschaftet, es
nicht für nötig hält hier mal Unkraut zu jäten."
Besser so, denn es ist unwahrscheinlicher,
dass ein fauler Bauer unseren Camp-Platz entdeckt, als ein fleißiger.
Übrigens heizen hier ab und zu mal irgendwelche Gefährte über
die Plantage und wir sehen Bauern Zweige schneiden, werden aber zum Glück
nicht entdeckt. Schnell heizen wir Richtung Granada, sehen uns dort den
Rest an (lauter Kirchen), suchen eine VW-Werkstatt, um Bremsbeläge
zu koofen, finden aber keine, heizen dann nach Malaga (überteuerte
Raststätte inclusive), wo ich bei dem für Autobahnen sehr kurvigen
Gebirgsabschnitt wegen dubiosen Stoßdämpfern ab und zu in komische
Situationen gerate. Dort in die Stadt rein, Bremsbeläge koofen, weiter
nach Westen auf der Küstenstraße, Supimarkt-Stop in so nem Touristenort,
bei extreem flachstehender Spätnachmittagssonne fast blind weiterfahren
(merke: wenn man am Vortage die Frontscheibe als dreckverkrustet einstuft,
wäre es sinnvoll, sie sofort zu säubern).
Es handelt sich um komische
autobahnähnliche Straßen, die dann plötzlich Kreisverkehre
enthalten, schlimmer als in Frankreich! Dann sehen wir von weitem den Felsen
von Gibraltar, was zu einem fahrtechnisch brisanten Fotostop führt. |
Spät abends Ankunft
in Algeciras, dem Fährhafen. Ewig rumcruisen aufm Hafengelände,
Fahrtickets koofen, dabei Preisvergleiche an den einzelnen Schaltern anstellen.
Irgendwie werden wir sofort von mehreren Schleppern belagert, von wegen
sie hätten das billiste Angebot. Naja, das Übliche.
Dann mit dem Auto zum Kai,
dort warten. Zu Fuß machen wir kurz noch das Hafengelände unsicher
und kriegen prompt Ärger mit einem Zollbeamten, der meint, wir kämen
gerade von einen Fähre aus Marokko, aber da wir europäisch aussehen,
juckt ihn das dann auch nicht weiter.
Dann geht es los. Aus Nervosität
würge ich noch schnell mal den Wagen ab, dann fahren wir äußerst
euphorisch mit einem extra rausgesuchten militaristischen Triumphmarsch
auf die Fähre rauf und sind von diesem Moment sehr bewegt. Auto dort
abstellen, möglichst nicht vergessen, die Handbremse anzuziehen, dann
raus aufs Deck ein bischen Gischt abbekommen, nach ner Stunde wieder zurück
zum Autodeck und wieder mit Triumphmarsch rausfahren.
Endlich AFRIKA!!! Back to
the roots!!! Zwar immer noch Spanien (Ceuta, eine hässliche Enklave),
aber was solls. Nun denn, es ist nachts, wir suchen einen Schlafplatz,
finden aber nur ein megateures Hotel und cruisen daher orientierungslos
noch 70 km durch die Stadt. Dies ist sehr beeindruckend, da man hier nur
5 km fahren muss, um entweder am Meer oder an der marokkanischen Grenze
zu sein. Daher kannten wir nach 2 Stunden jede Straße und jeden potentiellen
Schlafplatz. Wir nahmen uns den besten, der immer noch recht reudig war,
futterten was, um dann unsere erste Nacht in Afrika zu verbringen.
 
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