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Es ist morgends, wir stehen
auf und ich freue mich schon auf den Tag, weil ich heute wieder mit Fahren
dran bin. Doch erstmal Duschen! In direktem Zusammenhang dazu die erste
Ernüchterung der Morgens: die Etagendusche, die bestimmt für
12 Zimmer bestimmt ist, sieht reudig aus und der Warmwasserboiler ist natürlich
nur 'ne Attrappe. Nun denn... Sachen zusammenkramen, dann ein merkwürdiges
Check-Out durchführen. Und zwar müssen wir an der Rezeption erst
so ca. 2 Minuten warten, bis mal eine Gestalt erscheint, der man die Zeche
in die Hand drücken darf. Da wir erst gestern eingereist sind, haben
wir nur große Scheine, so dass der Tüp spontan mit unserem Geld
verschwindet. Er kommt jedoch weitere 2 Minuten später ehrlicherweise
mit dem Wechselgeld zurück. Tja, es handelt sich ja schließlich
um das Grand-Hotel Ouezzane.
Wir latschen zum Auto, haben
merkwürdigerweise keinen Ärger mit dem Parkplatzwächter,
einer alten knorrigen Gestalt mit nettem Gesicht. Hier ist man wirklich
noch ehrlich zu den spärlichen Touris.
Kurz darauf befinden wir
uns wieder on the road richtung Süden. Es geht durch abgeerntete Getreidefelder,
die man nicht in Afrika vermuten würde, und durch hügeliges Terrain.
Ich überfahre an einer Kreuzung ein Stopschild mit 50 km/h, was aber
nicht sonderlich imponierend ist, da man hier eh meilenweit sehen kann.
Umso mulmiger wird mir, als uns ca. 400 m weiter eine Polizeistreife entgegenkommt,
aber anscheinend nimmt man solche Vergehen hier eher schwuppich auf die
leichte Schulter. In D-Länd wär ich mein Stück Plaste jetz
bestimmt fürn Weilchen los. |
Kurz darauf steht an der
Straße ein altes Schild mit der Aufschrift "Moulay Idriss". Da wir
dahin wollen, schlagen wir diese Straße ein. Diese wird jedoch immer
dünner und führt dann als unbefestigter Weg durch zwei Dörfer,
wir haben mal wieder Angst um unseren mobilen Schrotthaufen, wie ich ihn
liebevoll zu nennen pflege, und die an der Straße stehenden Dörfler
winken entgeistert. Auf der Karte sehen wir später, dass es noch einen
genehmeren Weg nach Moulay Idriss gegeben hätte.
Nun denn... Moulay Idriss
ankieken (man sollte die Kunden, die einem die Große Terrasse zeigen
wollen, abwimmeln, und dann einfach den Berg hochgehen [es sei denn, man
verspürt den Zwang, wieder Geld für Klimbim auszugeben], um den
Ausblick über das Mausoleum des ersten marokkanischen Königs
zu genießen --- ist aber eh nicht sonderlich spektakulär).
Dann Volubilis besichtigen
(römische Ruinenstätte, die Wichtigste in Marokko. Kann man sich
mal ansehen, aber an der Ägäis stehen zweifellos bessere Ruinen
rum). Dort gibt es wieder eine kleine Streiterei mit dem Parkplatzwächter,
ich handel den Preis herunter, bin aber wegen letztenendes 50 Cent für
'nen Schattenplatz trotzdem verärgert (ja, in Afrika werd auch ich
zu nem Schattenparker *schäm*). |
Danach fahren wir nach Meknes,
dort passiert nichts erwähnenswertes, außer dann man ständig
in 5-Minuten-Gespräche verwickelt wird, in die man sich ruhig mal
einlassen kann. Diesmal wollte man nämlich kein Geld von uns, sondern
war nur mal einfach so interessiert. Dann Sights kieken... Schön-schön.
Besonders die Marktviertel im Westen und die Medrese. |
  
Eintrag mal von mir:
"22.05..... Sö, draußen
vor der Tür nölen diverse Muezzins schon wieder ihr Zeugs vom
Minarett, und wir ham gerade mit Honig bekleckertes und ebenso leckeres
Blätterteigjedööns gegessen, echt billig, der Stuff!! Michi
hat vorhin probiert, ein paar neue französische Wörter aus seinem
Reiseführer zu lernen, dummerweise lag das zur Aufzeichnung solch
drolliger Raritäten gedachte Diktiergerät im Auto.
Ich glupsch mal eben so
über meine Schulter...jetzt liest er grad mein 1984 von Orwell auf
Englisch durch...hatta sich mal vor Monaten entliehen.
*wiederüberdieschulterguck*
jetzt liest er immer noch drin rum. Auf Nachfrage meint er, er sei noch
auf Seite 1. Tjaja, das Wetter ist supi, der Golf auch, und ich hab immer
noch kein Typhus...so könnt es weitergehn....
22.29....Jetz isser auf
Seite 4. "Aba ick hab mir hinten noch wat andret durchjelesen" ,meint er." |

Logbuch, mein Eintrag, allerdings
am nächsten Morgen:
"11.34....Beschreibung eines
durchschnittlichen marokkanischen Hotels: Regeln:
1) Bei einem Festpreis von
60DH ( 6 €uronen ) für ein Doppelzimmer brauch man gar nicht
anzufangen,
was runterhandeln
zu wollen.
2) Die Zimmer sind mit altem
Waschbecken und durchgelegenen Metallbetten ausgestattet.
3) Das Klo ist da wo's stinkt.
Weil:
4) Es hat kein Fenster.
Aber wenigstens eine Tür. Zum Gang hin.
5) Man kacke in ein Loch
im Boden (oder auch nicht, z.B. wegen dem typischen Fall von "kein eigenes
Klopapier
gekauft").
6) Die Duschbrause ist direkt
dadrüber (Der Abfluss ist das Kloloch).
7) Das Zimmerfenster ist
offen und so weit oben angebracht, dass man es nicht schließen kann.
Das hat
Auswirkungen
auf:
8) Pünktlich vor Sonnenaufgang
(ca. um 5) stimmt ein Fuzzi sein Allaaaahakberrhabarberrabrmmmpfl an.
Er leiert
so etwa 10 min. herum, bis sämtliche andere Gebetsausrufer (und natürlich
wir) auch wach
sind
und nach und nach vergnatzt mit einstimmen. Irgendwann hört der erste
auf, die anderen dann
auch,
aber frühestens an dem Punkt, wo statt Einschlafen nur noch "bis um
8 rumwälzen im Bett und
dann
Aufstehen" möglich ist.
Dabei
penn ich in der Vorlesungszeit doch immer bis Mittags!
9) Eines dieser Hotels ist
das "Hotel de Meknes". |
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