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Wir stehen frühs in
unserem Zimmer, das selbst mit äußerstem Wohlwollen lediglich
die Bezeichnung "Lager" verdienet, auf. Wir haben uns letzten Endes dazu
entschieden, in unseren Schlafsäcken auf den unbezogenen Matratzen
zu schlafen. Ging aber.
Dann als erste morgendliche
Panne: unsere Motorhaube geht nicht auf! Da wir gestern als Diebstahlsicherung
die Zündkerzenkabel gezogen haben, müssen wir aber dort ran!
Es folgt kurze Panikschieberei. Dann kramt Micha nen Schraubenzieher hervor,
fingert damit im Kühlergrill herum und die Klappe ist offen. Der Öffner-Draht
ist bloß vom Haken abgefallen, nichts Ernstes weiter.
Wir fahren bis zum Tizi'n'Test-Pass,
der uns Über den Atlas wieder nach Süden führt, machen einen
kleinen Fotostopp und fahren dann über eine recht schmale Straße,
die sich zudem noch im Bau befindet, das Gebirge wieder runter. Irgendein
Schnorrvogel will was von uns.
Kurz vor Taroudannt fahren
wir in einen Feldweg, bauen unsere Türverkleidung ab, nehmen ein paar
der sich dahinter befindenden Scheine und tauschen sie in Taroudannt nach
kurzer Mittagspausen-Wartezeit um. |
Kurz vor Agadir biegen wir
nach Süden ab, Richtung Tafraoute. Die Straße ist schmal. Links
ist ein Abhang, rechts eine Felswand. Und uns kommt ein Tanklaster entgegen.
Es entsteht eine für meine Verhältnisse recht brenzlige Situation,
die auf dem rein zufällig laufenden Reise-Diktiergerät mitgeschnitten
wurde. Hier demnächst die entsprechende Akustik zum reinhören!
Nach uns kam dann im Laufe
des Manövers noch ein Jeepdriver, der nicht mehr vorbeipasste. Siehe
oben.
Es folgt ein überaus
sinnvoller Logbucheintrag von Micha:
"Hier kann man ja nochmal
hinschreiben, was den Tach über so passiert is." ....danke,
Micha! |
Wir befingen uns hier in
einer Gegend, in der die ansässigen Stämme die Vorliebe hatten,
auf sämtliche Hügelgipfel sogenannte "Agadire", Speicherburgen
zu bauen, um sie sich dann gegenseitig auszuplündern, bzw. sich drin
zu verstecken. Wir fahren zufällig an so einem Hügel vorbei und
halten an, um raufzuklettern. Irgendein Typ, den wir zuerst verschreckt
zu haben glaubten, schloss uns die Tür auf.
Innen
sieht das dann ungefähr so aus, wie rechts zu sehen. Jede Familie
des Stammes hat ein Schließfach in der Burg, vor dem eine Steinplatte
auskragt, insgesamt sind das dann so 100 Türchen. Wir drücken
dem Wärter nen bisschen Bakschisch in die Hand und latschen noch einmal
außen um diesen kleinen Agadir und irgendwelche Bewohner, die wohl
noch nie 'nen männlichen Menschen mit langen Haaren gesehen haben,
lachen doof, worauf sich meine Laune etwas verschlechtert. Is das hier
ein Zeichen von Schwäche oder wie?
Später fahren wir noch
an einer anderen Speicherburg vorbei, die wesentlich größer
ist, aber hier sind wir zu faul, nochmal auszusteigen (siehe unten).
Wir fahren also weiter,
bis wir nachts in Tafraoute ankommen, obwohl wir uns eigentlich vorgenommen
haben, nicht mehr nachts zu fahren.
Wir checken in nem billigen
Hotel ein, futtern im dazugehörigen Restaurant noch was, wobei uns
ein Teppichhändler namens Ibrahim anlabert und herumnervt. Er fragt,
was wir für nen Reiseführer hätten und meint, er würde
als "netter Ladenbesitzer, der auch gerne Ausflüge in die Umgebuing
organisiert" im Därr stehen. Wir kieken nach, und das stimmt auch.
Aber offensichtlich meint er, dass deswegen jeder in deinen Laden kommen
muss und probiert uns daher, hinterzuschleifen. Ich meine "Nee, morgen
vielleicht, bin müde", in der Hoffnung, ihm morgen nicht über
den Weg zu laufen. Dies sollte sich jedoch als fataler Irrtum herausstellen. |

Logbucheintrag von mir:
"sehr abends: es riecht
nach Gerberei: muss wohl an meinen Sandalen liegen."
später:
"schon Fr. morgens ca. 1:00.......psychologische
Beobachtung:
Letztens wollt ich Micha
mal was sagen, hab aber erstmal was Wichtigeres gesagt. Später fiel
mir auf, dass ich ihm ja noch das Andere sagen wollte, aber ich wusste
nicht mehr, was das war. Noch später fiel mir ein, dass ich ihm dies
ja dann doch schon zwischendurch gesagt hab. Es handelte sich um irgendwas
mit Pupen oder so." |
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