21. Reisetag 21.09.2002
gefahrene Kilometer: 586 km
Total: 7577 km
Strecke: Tiznit - Guelmim - Tan Tan - Tarfaya - Laayoune 
Besichtigungen:
 - Guelmim Markt
 - Landschaft

Tagesbewertung:
 
   
zwischen Tan Tan und  Tarfaya - Foto CG

Logbuch, Eintrag Micha:
"09:26....So, nu noch zähneputzen und die Zahnteufel vertreiben...und dann geht's auch wieder los."

Wir latschen also zum Auto, löhnen an irgendeinen selbsternannten Parkplatzwächter einen willkürlich festgelegten Betrag und befinden uns alsbald auf der Straße nach Südwesten. Wir sind äußerst gespannt: es soll in die ehemalige Spanische Sahara gehen, ein Gebiet, das vor etlichen Jahren sogar mal als "Republik Westsahara" selbständig war, dann von Marokko besetzt und infrastrukturell ausgebaut wurde, um den Einwohnern bei einer demnächst zu erwartenden Volksabstimmung eine Entscheidung nahezulegen, die die Zugehörigkeit der Westsahara zu Marokko auch völkerrechtlich absichert. Unser Vorteil ist, dass durch die staatlichen Subventionen inner Westsahara der Sprit und das Mineralwasser halb so teuer sind wie im eigentlichen Marokko (höhö).
Offiziell befindet sich Marokko noch im Krieg mit den dortigen Unabhängigkeitskämpfern ("Polisario"), die aber wohl nach Algerien abgedrängt wurden, so dass die Gegend ungefährlich ist, falls man nicht gerade auf 'ne Tretmine latscht, doch näheres dazu im Auswärtigen Amt

 
Schiffswrack bei Tarfaya - Foto CGStraße nach SW - Foto CG

Aber vor der Westsahara stoppen wir in ner Wüstenstadt namens Goulimine oder Guelmim, wo zufällig gerade Gemüsemarkt (genannt "Kamelmarkt") ist. Die Sache ist merkwürdigerweise interessanter als erwartet, und hier gehts zum Foto-Special Guelmimer Jemüsemarkt. Blöderweise treibt sich der einzige Schmuckhändler der Stadt auch grad dort rum, is aber nur mittelaufdringlich. 

 
Schiffswrack bei Tarfaya - Foto CG

Die Strecke führt in mal kleinem mal großem Abstand zum Meer weiter durch eine monotone Wüstenlandschaft mit Büscheln drin. Also 'ne Fake-Wüste. Wird hoffentlich noch besser!
Bemerkenswert ist, dass selbst die Küste ohne besonderen Vegetationsstreifen ausgestattet ist, quasi die Abfolge Wasser-Kante-Wüste. Völlig absurd!!!
Anfangs handelt es sich um eine schroffe Steilküste, dann um endlose 100m breite flache Sandstrände, die mangels touristischen Einrichtungen menschenleer sind. Vereinzelt stehen gestrandete Schiffswracks komplett durchgerostet am Strand herum,  was hier im Nichts bizarr aussieht. 

 
Gegenverkehr - Foto CG

Die endlose Fahrt auf schnurgeraden Straßen geht weiter, merkwürdigerweise ohne Langeweile hervorzurufen. Irgendwann markiert ein Schild, wo "Tar" oder sowas draufsteht, die ehemalige Grenze zur Westsahara, und ein paar Kilometer weiter sieht man ein Denkmal des Grünen Marsches (die "Befreiung" der Westsahara) mit ein paar Häusern und 'ner Tanke drumherum. Alles in allem nicht besonders spektakulär. Aber schlagartig sind die Benzinpreise nur noch halb so teuer! Und wir fahren ab jetzt des öfteren (ca. alle 100 km) mal an Armeeposten vorbei, wo die Soldaten recht nett sind und unsere Personalien auf eine Liste schreiben, wohl zu unserem eigenen Schutz. Einer von den Militärs meinte stolz, dass man in Marokko schon ein paar El-Kaida-Kunden festgenommen hat, und ich finds nett, dass ich hier als Anhänger der Abendländischen Kultur noch nicht gesteinigt wurde.

 
Guelmim, Fleischhändler =====> zum Foto-SpecialGuelmim, Mohrrübenhändler

Bei Einbruch der Dunkelheit kommen wir in Laayoune, einer Stadt komplett ohne Sehenswürdigkeiten, an und suchen uns ein Hotel. Kostet für uns beide insgesamt 5 €uren. Dann in einem Restaurant, wo sie nur Omelett haben, ein Omelett essen und schlafen gehen, weil abends ausgehen is hier nich.

 
an irgendeiner Flussmündung - Foto CGausgetrocknetes Flussbett - Foto CG
 
irgendwelche Sprallos - Foto CG