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Logbuch, Eintrag Micha:
"09:26....So, nu noch zähneputzen
und die Zahnteufel vertreiben...und dann geht's auch wieder los."
Wir latschen also zum Auto,
löhnen an irgendeinen selbsternannten Parkplatzwächter einen
willkürlich festgelegten Betrag und befinden uns alsbald auf der Straße
nach Südwesten. Wir sind äußerst gespannt: es soll in die
ehemalige Spanische Sahara gehen, ein Gebiet, das vor etlichen Jahren sogar
mal als "Republik Westsahara" selbständig war, dann von Marokko besetzt
und infrastrukturell ausgebaut wurde, um den Einwohnern bei einer demnächst
zu erwartenden Volksabstimmung eine Entscheidung nahezulegen, die die Zugehörigkeit
der Westsahara zu Marokko auch völkerrechtlich absichert. Unser Vorteil
ist, dass durch die staatlichen Subventionen inner Westsahara der Sprit
und das Mineralwasser halb so teuer sind wie im eigentlichen Marokko (höhö).
Offiziell befindet sich
Marokko noch im Krieg mit den dortigen Unabhängigkeitskämpfern
("Polisario"), die aber wohl nach Algerien abgedrängt wurden, so dass
die Gegend ungefährlich ist, falls man nicht gerade auf 'ne Tretmine
latscht, doch näheres dazu im Auswärtigen
Amt. |

Aber vor der Westsahara stoppen
wir in ner Wüstenstadt namens Goulimine oder Guelmim, wo zufällig
gerade Gemüsemarkt (genannt "Kamelmarkt") ist. Die Sache ist merkwürdigerweise
interessanter als erwartet, und hier gehts zum Foto-Special Guelmimer
Jemüsemarkt. Blöderweise treibt sich der einzige Schmuckhändler
der Stadt auch grad dort rum, is aber nur mittelaufdringlich. |
Die Strecke führt in
mal kleinem mal großem Abstand zum Meer weiter durch eine monotone
Wüstenlandschaft mit Büscheln drin. Also 'ne Fake-Wüste.
Wird hoffentlich noch besser!
Bemerkenswert ist, dass
selbst die Küste ohne besonderen Vegetationsstreifen ausgestattet
ist, quasi die Abfolge Wasser-Kante-Wüste. Völlig absurd!!!
Anfangs handelt es sich
um eine schroffe Steilküste, dann um endlose 100m breite flache Sandstrände,
die mangels touristischen Einrichtungen menschenleer sind. Vereinzelt stehen
gestrandete Schiffswracks komplett durchgerostet am Strand herum,
was hier im Nichts bizarr aussieht. |
Die endlose Fahrt auf schnurgeraden
Straßen geht weiter, merkwürdigerweise ohne Langeweile hervorzurufen.
Irgendwann markiert ein Schild, wo "Tar" oder sowas draufsteht, die ehemalige
Grenze zur Westsahara, und ein paar Kilometer weiter sieht man ein Denkmal
des Grünen Marsches (die "Befreiung" der Westsahara) mit ein paar
Häusern und 'ner Tanke drumherum. Alles in allem nicht besonders spektakulär.
Aber schlagartig sind die Benzinpreise nur noch halb so teuer! Und wir
fahren ab jetzt des öfteren (ca. alle 100 km) mal an Armeeposten vorbei,
wo die Soldaten recht nett sind und unsere Personalien auf eine Liste schreiben,
wohl zu unserem eigenen Schutz. Einer von den Militärs meinte stolz,
dass man in Marokko schon ein paar El-Kaida-Kunden festgenommen hat, und
ich finds nett, dass ich hier als Anhänger der Abendländischen
Kultur noch nicht gesteinigt wurde. |

Bei Einbruch der Dunkelheit
kommen wir in Laayoune, einer Stadt komplett ohne Sehenswürdigkeiten,
an und suchen uns ein Hotel. Kostet für uns beide insgesamt 5 €uren.
Dann in einem Restaurant, wo sie nur Omelett haben, ein Omelett essen und
schlafen gehen, weil abends ausgehen is hier nich. |
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