26. Reisetag 26.09.2002
gefahrene Kilometer: 446 km
Total: 10180 km
Strecke: Essaouira - Safi - Moulay Abdallah - El Jadida - Azemmour - Casablanca
Besichtigungen:
 - Safi
 - Moulay Abdallah
 - Azemmour


Tagesbewertung:
 
   
Casablanca, Minarett - Foto MT

Micha in seinem Logbuch:
"13:06......so, wir haben jetzt gerade ausgerechnet, dass wir 26 km vor El Jadida den 10000sten km der Reice gefahren sind. In genau 100 km würde der Kilometerzähler am Tacho also auf 291065 km springen, wenn er nicht kaputt wäre."

So sieht das aus, allerdings besichtigen wir vorher noch Safi, einen Küstenort, wo es außer einem Minarett und einem gotischen Kirchenteil aus der Portugiesenzeit (der blöderweise zu hat) nichts zu sehen gibt. Dieser Zwischenstopp ist also voll der Reinfall.

 
Moulay Abdallah, Detail an der Westseite des Minaretts - Foto CGder 10000ste Kilometer - Foto CGAzemmour - Foto MT

Logbuch, wieder Michi:
"13:34....Hm, was soll ich sagen? So vor 10 Minuten wurde Guntschi von der marokkanischen Polizei beim Überholen in 'ner Kurve und mit durchgezogener Mittelbegrenzung (ebent 'ne Sperrlinie) erwischt.
Wir durften dann aber, nachdem Guntschi und der Polizist sich gegenseitig in 'nen Smalltalk verwickelt hatten und Guntschi erklärt hat, dass er Meknes und Fes noch besser als Essaouira fand, weiterfahren, ohne irgendwas zu löhnen.
14:40....Kilometerstand: 287672 (der is aber egal, weila sowieso falsch is)  Aber:
Wir sind jetzt 10000 km oder auch 10000000 m, auf jeden Fall ein Viertel des Erdumfangs gefahren. Ja....nicht schlecht Herr Specht"

Nach dem nötigen Fotostopp fahren wir über El Jadida, das ich schon kenne, erst noch mal nach Moulay Abdallah (oder wie das hieß) zurück, um dort mal kurz eine alte Moschee zu sehen, die wohl noch ausm Mittelalter stammt (nich so spektakulär, aber davon gibts in Marokko grad mal 50, wage ich als Nichkenner zu behaupten). Dann nach Azemmour, wo wir eine diesmal spaßige Auseinandersetzung mit dem Parkplatzwächter haben und ooch noch von der Dorfjugend angelabert werden, um dort auf die Stadtmauer zu klettern. Alles in allem nicht sehr spektakulär.
Eine Stunde später, es ist noch hell, kommen wir in Casablanca an, verfahren uns in dieser Megastadt natürlich prompt und fahren vorsichtshalber erstmal immer geradeaus, um wieder aus der Stadt rauszukommen, damit wir die Orientierung wiedergewinnen können. Nun ist es allerdings schon dunkel. 
Ein Viertelstündchen später gelangen wir an die Küste, die immer noch heftig bebaut ist. 
Plan B: anhand einer Lichtintensitätsanalyse des Nachthimmels schlußfolgern wir, dass das Zentrum dieses Geschwürs theoretisch im Norden sein muss. Diesmal gelingt uns der Vorstoß ins Zentrum besser, da wir uns streng an der Küste halten, bis wir an der riesigen Moschee Hassan II. ankümmen. Da ungefähr is dann das Zentrum.
Als allererstes latschen wir erstmal zu diesem Höllengebäude, das auf dem Foto ganz oben vielleicht noch pittoresk aussieht, aber mit 180m das höchste sakrale Gebäude der Welt sein soll. Ein Prestigeprojekt ohne Gleichen, das der vorige marokkanische König Hassan II. so in den 80er-90ern bauen ließ und dessen Baukosten er anders bestimmt besser hätte verwenden können.
Daraufhin beginnen wir eine abenteuerliche Hotelsuche. Der Parkplatz ist schnell gefunden und befindet sich direkt neben der Internationalen Jugendherberge. Also gleich mal die Lage auschecken! Aber der Typ von der Rezeption verlangt - ich reibe mir die Augen - wahnwitzige 90 Dirhämmer (9 €) für 'ne Nacht in einem Zimmer, dass wir obendrein noch mit anderen teilen müssten! Und das pro Person! Ich bin heute großzügig und biete dem Typen 45 Dh, er beginnt daraufhin, ärgerlich zu werden, worauf wir vergnatzt den Saftladen verlassen. Und da denkt man, Jugendherbergen wären billig!
Letzten Endes lassen wir uns von 'nem dreisten Schlepper, mit dem Micha wegen unrationalen Geldforderungen am Ende auch noch Ärger hat, zu sämtlichen Hotels der Altstadt führen, aber die sind alle schon voll. Wir befürchten schon fast, kriecherisch das unverschämte Angebot der Internationalen Jugendherberge annehmen zu müssen. Aber wir finden zum Glück noch ein Hotel (von dem unser Schlepper meine, es wäre dreckig, weil hier zuhauf Neger wohnen würden - offensichtlich ist hier Ausländerfeindlichkeit stark verbreitet) zu akzeptablem Preis. Ham dort gut geschlafen, mussten aber 'ne Kakerlake töten.
Unten noch ein nächtlicher Blick ausm Hotelfenster. Was ich vergessen habe, zu erwähnen: natürlich trubelten auch hier wieder, wie in Essaouira, Horden von diversen Parteisympathisanten singend durch die Gassen, um Unmengen von Wahlwerbezetteln in die Luft zu feuern.

 
Safi, Minarett - Foto CGMoulay Abdallah, Südseite der Moschee - Foto CGCasablanca, Gasse voller Wahlwerbung - Foto CG