28. Reisetag 28.09.2002
gefahrene Kilometer: 424 km
Total: 10857 km
Strecke: Souk el Arba du Rharb - Larache - Tanger - Gibraltar - Los Alazores
Besichtigungen:
 - Larache
 - Tanger

Tagesbewertung:
 
   
Tanger Hafen - Foto CG

Logbuch, Micha:
"10:29....nachdem wir uns heute rüh mal wieder über Geld und wer wem was schuldet unterhalten haben, sind wir jetzt auf dem Weg nach Larache und fahren grad an 'ner "Stadt ohne besondere Sehenswürdigkeiten" vorbei (so der Reiseführer über Ksar-el-Kebir)."

Logbuch, Eintrag von mir:
"15:40, allerdings schon Sonntag.....in Larache betrieben wir wieder hauptsächlich Extrem-Angelabertwerden und nebensächlich Doof-Kieken:

1) Extrem-Angelabertwerding:
    -  von kleinen Leuten
       ( donne moi....[ un dirham, un stilo, un bonbon, quelque chose...]...)
    -  von großen Leuten
       ( schon etwas komplexer, aber die Grundregeln sind folgende:
         - fängt an mit "Hello! English? Francais? Deutsch?...."
         - hört auf mit " Something special? Kif? Haschisch? Chocolate?...?"

2) Doof Kieking:
    -  wenn 'ne Oma uns für 1einhalb Dirham (15 Cent) Clorets-Kaugummis andrehn will, Micha sie auf 
       1 Dirham runterhandelt, und die Oma sie ihm wild zeternd dafür überlässt
    -  wenn Micha sich am letzten Marokkotag unbedingt nochn 36er Kodak-Film kooft
    -  wenn irgendwo Architektur rumsteht (8eckiges Minarett, Burg, vor der Kinder Autoreifen ankokeln)
    -  aber Marokkaner kieken ooch doof (meine langen Haare, und das bei nem Typan, na so was!!!)

 
Larache, kokelnde Kinder vor spanischer Festung - Foto CG 
 

Dann Asilah ansehn wollen, dann aber doch nicht! Weil weiterfahren bequemer ist!
 
 

Dann in Tanger Leute verarschen:

    -  Teppichhändlern sagen, wir wären den 1. Tag in Marokko und kennen die Teppichpreise nicht
       ( der Gag ist nicht zur Nachahmung empfohlen )
    -  Haschischhändlern spontan das Reisediktiergerät unter die Nase halten und sehen, was passiert
       ( das Resultat als MP3 zum kurz mal reinhören DEMNÄCHST hier )

beziehungsweise verarscht werden:

    -  sich von irgendwelchen Hanselns beim Fährticketkauf beeinflussen lassen - man kommt dann 
       mit mathematischer Wahrscheinlichkeit erst auf die übernächste Fähre!!!
    -  sich ausgerechnet die Fähre mit auschließlich deutschen Prolls drauf zu nehmen, die gerade von
       ihrer spanischen Hotelburg 'nen Afrika-Hautnah-Halbtagesausflug machen - auf der Fähre läuft dann 
       garantiert 'ne Dieter-Bohlen-Endlosschleife, und das bis Algeciras!!!

 
Larache, Fisch-Souks - Foto CGLarache, irgendein Mausoleum - Foto CGLarache, altes Minarett - Foto CGTanger, neues Minarett - Foto CGLarache, Kirche - Foto CG
 
Wir kommen nachts in Spanien an, sind aber noch munter. Wir haben es uns schon vor länger Zeit vorgenommen, auf dem Rückweg nach Gibraltar zu fahren, um dort einen alten Schalter zu klauen, und diesen einem Kumpel zum Geburtstag zu schenken, da der Unkunde in Situationen des Erstaunens häufig den selbstgeprägten Ausruf "Alta Schalta aus Gibralta!!!" verwendet.
Der Mond steht günstig, wir machen uns also auf die Pirsch. Absurderweise herrscht in Gibraltar wie in Deutschland Rechtsverkehr, obwohl dieser Zipfel zu England gehört!
Das erste, was auffällt, ist, dass uns keine klaubaren Schalter auffallen, das zweite, dass es hier fast alles wie in England ist: Pubs, Mädels, die wie Engländerinnen aussehn (kennt man ja zur Genüge).
Wir geben die Suche schon fast auf, als wir an einem alten Betrieb vorbeikommen, wo ein Container mit Elektroschrott rumliegt. Wir sind überglücklich und verlassenmit etlichen alten Schaltern Gibraltar.

Der Schalter wurde in Berlin erfolgreich verschenkt und hängt jetzt in unserer Cottbusser StudentenWG als sogenannter Freibierschalter an der Wand. D.h., jeder, der Freibier dabei hat, muss den Schalter umlegen, wobei das verdächtige Klicken sofort sämtliche Bewohner alarmiert. Der Mißbrauch ist strafbar und wird mit einer Strafe nicht unter 2 Bier geahndet, wobei selbstverständlich Eltern für ihre Kinder haften, pipapo....

Auf der weiteren Fahrt nach Malaga schneide ich auf menschenleerer Schnellstraße einen plötzlich auftauchendem Golf-III-Proll in einer dieser absurden Kreisverkehre. Der Unkunde überholt mich, kurbelt bei sagen wir mal 100 die Scheibe runter und brüllt mich in südländischer Manier unverhältnismäßig voll, wobei ich das tu, was ich ab besten kann: doof Kieken. Aber ich war ja zugegebenermaßen schuld.

Um 2 Uhr nachts fahren wir kurz hinter Malaga von der Autobahn ab und suchen ewig 'nen soften Platz zum Cämpen. Finden wir dann auch und schlagen in der Dunkelheit unser Zelt auf. Am nächsten Morgen erwachen wir direkt vor einer unerwartet beeindruckenden Gebirgskulisse.

dit war Marokko - Foto CG