32. Reisetag 32.09.2002
gefahrene Kilometer: 1306 km
Total: 14200 km
Strecke: Toury - Paris - Laon - Brüssel - Hannover - Berlin
Besichtigungen:
 - durch Paris cruisen
 - diverse Kirchen in Laon

Tagesbewertung:
 
   

Wir stehen früh auf, aber auch nur, weil wir nich länger schlafen können. Die Situation ist wieder außerordentlich vertrant, da ich mich ein Viertelstündchen lang nicht dazu überwinden kann, etwas anderes zu tun, als doof herumfröstelnd in der Landschaft herumzustehen. Dieser Fakt steht - ohne hier etwas beschönigen zu wollen - in direktem Zusammenhang zum ebenso tranigen Wetter, aber - hey mann - ist ja auch logisch, wir befinden uns ja bereits wieder im Einzugsgebiet des Deutschen Dauertiefs.
Jedenfalls baut Micha das Zelt ab, im Auto stinkt es wegen des gestrigen Vorfalls, gegessen wird nicht, aber wid fahren los. 
Dies gestaltet sich jedoch schwieriger als erwartet. Der Motor springt wegen Kälte nicht auf Anhieb an, und ich muss anfangs durchgängig ein bisschen Gas geben, damit er nicht wieder ausgeht, was beim Bremsen etwas umständlich und gewöhnungsbedürftig ist. Besonders im winterlichen deutschen Stadtverkehr sollte sich dies noch als kompliziert herausstellen.
Aber das gibt sich alles und wir rauschen Paris entgegen, der Verkehr wird immer dichter. Wir fahren über die Peripherique bis La Defense, um symbolisch auf dem verlängerten Champs Elysees in die Stadt einzufahren. Absurderweise ist nirgends Stau. Der Kringel um den Triumphbogen ist, wie erwartet nervig, wir finden zufällig die richtige Straße, die zum Eiffelturm führt, wo wir einen Parkplatz finden!
Schnell zu Fuß auf die mittlere Plattform geklettert, es treiben sich viele deutsche Jugentliche rum - offensichtlich is wieder Klassenfahrtzeit. Schnell wieder zum Auto, unvollständige Stadtrundfahrt gemacht (mit Notre-Dame und Louvre) und dann über St. Denis wieder raus aus dem Geschwür von einer Stadt. Weil: wir wolln ja heut noch nach Berlin.
Ohne uns umständlich zu verfahren, finden wir die Landstraße nach Laon, sehen uns dort zwei Kirchen (von denen wir die eine fälschlicherweise für die Katherale halten) und dann doch noch die richtige Kathedrale an. Ist nicht ganz so schön wie die von Amiens (kommt mir irgendwie zerstört und wiederaufgebaut vor), aber trotzdem sehenswert.

 
Laon, irgend'ne Kirche - Foto CGder schiefe Turm von Pisa (höhö) - Foto CGdie Kathedrale von Laon - Foto CG

Blöderweise ist es schon 4, wir fahren schnell weiter, kaufen in einer Koofhalle Billigzeugs zum Essen und knausern dabei extrem herum, da wir noch die marokkanischen Preise im Hinterkopf haben.
Bei Antwerpen wird es dunkel. Irgendwann sind wir in Deutschland, Michi lotst mich ausgerechnet über irgendsowas wie die Essener Stadtautobahn (echt toll - überall Tempo 80), wieder auf dem richtigen Track, werden wir wegen Unbegrenzt ständig überholt (grmpf, in Marokko war dit nie so). Irgendwo halten wir noch an, um die Frontscheibe sauberzumachen (is nach über 13000 km und kurz vor Zuhause schon mal angebracht - weils in Deutschland schon mal gefährlich sein kann, nüscht zu sehen). Nochmal Toblerone anner Tanke kaufen (arrgh, teuer, macht bestimmt satte 0,5% der gesamten Reiseausgaben aus). Auf der Strecke hören wir sämtliche Tocotronic-Alben durch, das haben wir uns schon länger vorgenommen.
Ab 1 Uhr nachts beginnt die Autobahn leerer zu werden, aber da sind wir schon fast in Berlin. Potsdam - Ludwigsfelde - Schönefeld - so langsam steigert sich die Aufregung. In Adlershof würge ich spontan nochmal den Motor ab. Die Straße nach Müggelheim haben sie komplett erneuert!
3 km vor zu Hause werden wir hyperaktiv und machen blöde Scherze wie: 

"Na, is ja allet jutjejangen" - "Hey, wir sind noch nich da!"

Dann legen wir den abstrusen Triumphmarsch auf, der uns schon bei unserer Fährabfahrt in Afrika begleitet hat, und laufen gegen 2 Uhr hochbewegt in Müggelheim ein. Ich bring Michi schnell nach Hause, fahr noch um die Ecke, und die Reise ist zu Ende.

War soft, auf jeden Fall empfehlenswert, und 100% besser als voriges Jahr, wo ich mit Rucksack in Überlandbussen durch Marokko gefahren bin - man ist einfach wesentlich unabhängiger und kommt in jeden gottverlassenen Winkel des Landes.

Auf der Rückbank des Autos haben wir im Laufe der nun folgenden Entrümpelungsaktionen 43 leere Plastewasserflaschen gefunden, und das, obwohl wir ständig welche unterwegs entsorgt haben.
Das LeereFlaschenWährendDerFahrtNachHintenSchmeißen, eine überaus lässige Handbewegung, ist wohl das, was ich nun am meisten vermissen werde!

 
Laon, irgendeine Kirche (aber nicht die Kathedrale) - Foto CGLaon, Vierung der Kathedrale - Foto CGLaon, Kathedrale - Foto CG

War soft, auf jeden Fall empfehlenswert, und 100% besser als voriges Jahr, wo ich mit Rucksack in Überlandbussen durch Marokko gefahren bin - man ist einfach wesentlich unabhängiger und kommt in jeden gottverlassenen Winkel des Landes.

Auf der Rückbank des Autos haben wir im Laufe der nun folgenden Entrümpelungsaktionen 43 leere Plastewasserflaschen gefunden, und das, obwohl wir ständig welche unterwegs entsorgt haben.
Das LeereFlaschenWährendDerFahrtNachHintenSchmeißen, eine überaus lässige Handbewegung, ist wohl das, was ich nun am meisten vermissen werde!
 
 


- FIN -