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7. Reisetag 07.09.2002 gefahrene Kilometer: 239 km Total: 3184 km Strecke: Sitges - Tarragona - Torreblanca Besichtigungen: keine Tagesbewertung:
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Logbuch, Eintrag Michi:
"Gut geschlafen hab ich nicht, da im Laufe der Nacht unzählige Autos mit den verschiedensten Absichten (wenden, kurz warten, Krach machen, usw.), Mücken und die Hitze nachts genervt haben."Irgendwann wurde es selbst mir, der Inkarnation von Toleranz, zu laut, so dass ich mir in der Enge des Autos was angezogen habe und barfuß zu den Krachmacherprolls gelatscht bin, um mal zu frägen, wie lange die hier noch bleiben wollen, wohl wissend, dass ich mir eine fangen könnte. Man weiß ja nie, wie ausländerfeindlich so'n Spanier is. Auf jeden Fall konnten von 5 Mann grade mal zwei irgendne außerspanische Sprache höchst gebrochen sprechen, aber letztenendes ist nach ner Viertelstunde das letzte Auto abgezogen und bis zum Morgen kam auch keins wieder. Dafür aber 'nen Müllauto und diverse Jogger, teilweise mit Dackel. Hmpf. Naja, diese Nacht haben wir uns selbst eingebrockt.
nochmal Logbuch, Michi:
"An der Tanke unterhalb des Berges mit der Prollwendeschleife bemerkt Guntschi eine Pfütze unter unserem Auto, während ich gerade kacken bin... der Behälter für das Kühlmittel ist defekt, kaputt und hat außerdem noch Löcher.
14.47 .....nach einem provisorischen Abkleben des Problems und nach einer abenteuerlichen Fragerei nach einem "mechanico" sind wir dann dahin gefahren, wo wir jetzt sind [mittleres Foto oben] und stecken hier fest zwischen Siesta und Wochenende (vor Montag wird sich wohl kein Spanier mehr bequemen, uns weiterzuhelfen."Tja, wir fanden zwar ein VW-Autohaus, das gerade im Begriff war, zuzumachen, aber is klar, dass die nicht zufällig 'nen Kühlwasserkanister für nen '86er Jolf II dahaben. Und bei ner gegenüberliegenden Werkstatt konntense uns wegen Ist-nur-auf-Bremsen-spezialisiert auch nicht weiterhelfen.
Fortsetzung Logbuch, immer noch Michis Eintrag:
"18.03.....hilf dir selbst, sonst hilft dir keiner. So is dit, und deshalb hab' ich auch solange an dem Kühlwasserbehälter gerüttelt und gezogen, bis ich ihn in der Hand hatte. Mit Klopapier als Teststreifen wurde dann versucht, das Loch ausfindig zu machen, und es handelte sich letzten Endes um einen mit der herkömmlichen Einfach-Klebeband-Rüberkleben-Variante nicht zu bewältigenden Haarriss [aus dem wegen erhöhtem Behälterdruck Wasserdampf entweicht, kondensiert und dann wegtropft].
Also haben wir in einer Kaufhalle namens "Dia Autoservei descompte %" Kleber (den ich kurz nach dem Kauf gegen Sekundenkleber umgetauscht habe), und, da sie keine Feuerzeuge hatten, Streichhölzer gekauft. Letztere waren für Materialforschungszwecke nötig, da wir Plastik, das ja logischerweise hitzebeständig sein muss, verarbeiten wollten.
Dann alles aneinandergeklebt und gewartet (was wir jetzt immer noch machen, zwischendurch waren wir mal kurz baden). Ich bin gespannt, ob das nochmal funktioniert. Mac Gyver hätte es wahrscheinlich nicht besser gekonnt. Aber vielleicht ham die ja auch eine ähnliche, den guten Mac Gyver überfordernde Szene einfach rausgeschnitten...hoffen wir mal, dass nicht...
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0:20......eigentlich schon Sonntag, aber irgendwie gehört das noch zu heute. Guntschi und ich sitzen im Auto in 'ner Lavendelwüste und trinken Wein und essen Chips.
Ich glaube, Mac Gyver wäre stolz auf uns. Nach diversen Stops (nach 10,20,40 und 80 km) sind keine weiteren Probleme mit dem Kühlwassersystem seit der Abfahrt um so ungefähr 20.00 Uhr aufgetreten [obwohl Betriebstemperatur und somit auch Maximaldruck erreicht wurden]."Wie man sieht, hat die ganze Geschichte Micha als alten Tüftler doch sehr bewegt. Ich meine, die Panne wäre zwar nicht das Ende der Reise gewesen, aber wir hätten bestimmt ein paar Tage mit der Besorgung eines Ersatzkanisters verplempert.
Nun denn...die Nacht wurde noch extreeeem chillig: Fotosession an irgendsoner heftigen Raffinerie am Straßenrand, und dann zwei genehme Stunden lang fahren auf leeren spanischen Landstraßen, die sich leicht kurvig durch die seichten Hügellandschaften ziehen, dazu die softeste Musik überhaupt, Feeling wie in dieser einen Golf-Cabrio-Werbung. Und Spät-Nachts eben auf 'nem Lavendelfeld 'nen gediegenen Trockenen entkorken.