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8. Reisetag 08.09.2002 gefahrene Kilometer: 336 km Total: 3520 km Strecke: Torreblanca - Valencia - Ciudad Quesada Besichtigungen: keine Tagesbewertung:
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Logbuch, Eintrag Michi:
" 09:20.....Die Sonne scheint frisch und munter auf unser im Lavendelfeld stehendes Zelt. [Nur, dass es sich, bei Tageslicht betrachtet, doch eher um Disteln und sonstiges Gestrüpp statt Lavendel handelt] Irgendwo auf dem trockenen Lehmboden liegt, sauber hindrappiert eine leere Weinflasche, eingekreist von den verschiedensten Trockenpflanzen. Heute haben wir mit unserem Nachtquartier doch mal Glück gehabt - keine Dorfprolls, keine Wanderer und auch kein rübensäender Bauer. Ich habe dementsprechend gut geschlafen und auch der Guntschi ist jetzt wach. Mitten in der Landschaft stehend, versucht er, unser Camplager auf einen 200er Fujifilm superia zu bannen."Tja, alsdann baut Micha das Zelt ab, während ich mich damit beschäftige, benutzte Zahnpaste auf herumliegenden alten Käse zu spucken, damit sich die Fliegen ärgern, die hier zuhauf herumschwirren. Mit Erfolg. Die Viecher fliegen vergnatzt um den Käse, kommen aber nich ran (höhö)!
Irgendwann krepel ich an den Zündkerzenkabeln herum, dann fahren wir los Richtung Ciudad Quesada. Dies ist ein Ort, der nur für mitteleuropäische Aussiedler gebaut wurde und wo irgendwelche von Michas Verwandten wohl auch ein Haus haben.
Der Weg führt auf der Küstenlandstraße, die sich um die kostenpflichtige Autobahn schlängelt, nach Valencia, wo wir blöderweise hineinfahren, um dort etliche Minuten im Stadtverkehr zu verplempern.... Dann auf der nun kostenlosen Autobahn landeinwärts und dann wieder Richtung Wasser, nach Murcia, glaub ich.
Brenzlige Autobahnaktion: ich sehe so, wie es auf einmal zwei Autos vor uns extrem anfängt zu qualmen, ein Wagen gerät ohne ersichtlichen Grund ins Schleudern und landet totalgeschädigt an der Mittel- Leitplanke. Micha, der Fahrer, sieht nur den Rauch, weil die Sicht wegen Vordermann verdeckt ist, und ehe wir's uns versehen, sind wir auch schon schadlos an der Sache vorbeigefahren. Muss wohl 'n geplatzter Reifen oder sowas gewesen sein, aber ich hab ja eh keine Ahnung. Micha fährt bis zur nächsten Tanke respektvoll langsam weiter, aber nach 15min ist alles beim Alten.
Hinter Elx frägen wir, über die Dörfer huppelnd, an jeder Tanke nach diesem Ciudad Quesada, kriegen Antworten, die wir erstens nicht verstehen und die uns zweitens widersprüchlich (spanisch, höhö) vorkommen. Irgendwann später sind wa als Überraschungsgast bei Michi seinen Verwandten.Logbuch, Eintrag Micha:
"23:18 .... In der Hoffnung, dass der Gratis-Allianz-Kugelschreiber noch ein paar Zeilen durchhält, will ich mal versuchen, das Haus von Edith und Paul [Michis Verwandte, wo wir grad sind] zu beschreiben.
1. Es gefällt mir wirklich gut.
2. Oben angefangen, ist erstmal der blaue Himmel zu erwähnen, darunter das "Solarium" (eine Terrasse auf der Garage zum Sonnen und Braunwerden), dann das Erdgeschoss mit diversen Zimmern, drei kleinen und einer großen Katze, Swimmingpool (in dem ich bis jetzt noch gar nicht war), die tropfende Dusche (die ich gleich nach der Ankunft hier benutzt habe, um den an mir klebenden Dreck endlich abzuwaschen) und das im Keller untergebrachte Gästezimmer, in dem ich mich gerade befinde."Das Grundstück ist, wie alle anderen hier auch, nicht umzäunt, sondern mit zwei Meter hohen Mauern umgeben, was man im Zusammenhang mit dem Fakt betrachten kann, dass hier unter den Bewohnern zahlreiche Gruselgeschichten über irgendwelche Räuber etc. im Umlauf sind, die mir aber recht übertrieben erscheinen.
Zu den Leuten lässt sich meinerseits sagen, dass es sich um slighty zurückhaltende, aber sehr nette Deutsche handelt. Das "zurückhaltend" kann aber auch damit zusammenhängen, das ich sie nur zu dem Zeitpunkt erlebt habe, als grad zwei verfilzte Gestalten, die sich seit 'ner Woche nicht geduscht haben, überraschend in deren Urlaubsidyll eindringen, um deren Küche leerzufressen und zwei Betten in Beschlag zu nehmen.
Tagsüber ein bisschen den Luxus von Essen, Warmwasser und Sauberkeit genießen, abends lustig fernkieken, doch dazu morgen mehr.