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Logbuch, Eintrag Michi:
" 9:51.... So, ich bin dann
jetzt wach und werde gleich mal den Pool testen, aber erstmal auf Toilette."
Eintrag Icke selber:
"10:00.... Sö, Michi
is jetz duschen, ich hab grad in der Landkarte rumgemalt, und wir befinden
uns jetz grad bei irgendwelchen Verwandten von Michi [wie schon erwähnt],
die ihre Existenz von Deutschland in das gestern beschriebene Haus verlagert
haben. Dort hatten wir gestern noch die Ehre, Bekanntschaft mit leicht
beprollten anderen Deutschen zu machen (seniörelig und braungebrannt
wie Leder, Genre: "lass uns mal einen auf tolerant machen und auf spanisch,
der Sprache unserer Wahlheimat, bis 10 zählen... ähömm...grübel..uno...dosch...wie
war dit nochmal?..träsch...), wobei ich mal wieder feststellen musste,
dass man bei Pöbelanten das Thema Politik nur aus rein ethnologischem
Interesse anschneiden sollte. By the way: gehen Spanien-Aussiedler und
Stoiber unter einen Hut? Man mag es nicht für wahr halten.
Dann, abends, das 2. Stoiber-Schröder-Duell
und insbesondere die wichtigen Fernsehstimmen der Ich-Muss-Ein-Wort-Der-Analyse-Hinzufügen-Moderatoren
angesehen und mehrmals laut gelacht (da keine allzu hitzigen Konservatoren
mehr im Raum waren). War aber mal interessant.
Heut gleich Duschen-Pool-Granada
fahrn. Hoffick mal." |
Eintrag wieder Michi:
"12:47....Das wichtigste
und wertvollste Teil an unserem Auto ist jetzt wohl die linke hintere Tür.
Warum, wird hier nicht verraten, aber der wichtigste und wertvollste Quadratmeter
auf einer Schatzinsel ist wohl auch der, wo die mit Gold gefüllte
Schatztruke vergraben ist. Dezenter Querverweis auf die Fotos von gestern.
Also....hoffen wir mal,
dass uns keiner die Tür klaut."
Logbuch, immer noch Michi:
"13:19......Nachdem ich
mir diesen Kuli und einen Block Papier erschnorrt habe und wir uns mit
unserer MickyMaus-Hupe verabschiedet haben, sind wir jetzt wieder on the
road, um in unbekannte Galaxien (oder wenigstens Länder) vorzudringen,
die noch nie ein Mensch zuvor sah (oder zumindest ich nicht)."
Tja, wir fahren knapp 400
km, es ist schon spät, als wir in Granada ankommen, und wir beraten,
ob sichs noch lohnt, sich die Alhambra anzusehn, machen dies dann aber
noch....es handelt sich um ein Architekturensemble von orientalischen und
renaissancigen Gebäuden, die zwar außergewöhnlich schön
sind, die ich mir aber, nach all dem, was ich von der Alhambra gehört
habe, noch besser vorgestellt habe. Vielleicht lag's aber auch nur an den
nerveligen Touristenhorden, auf die ich jetzt abwechslungsweise mal nicht
schimpfe. Immerhin hat dieser ganze Kommerz hier evtl. mal die Nebenwirkung,
dem Durchschnittseuropäer ein wenig Achtung vor der islamischen Kultur
zu verschaffen.
Aber genug der hochtrabenden
Worte.
Kaum verlassen wir die Anlage,
wird es dunkel, und wir verbringen ca. 2 Stunden im Altstadtverkehr, auf
der nächtlichen Autobahn incl. blendenden Gegenfahrzeugen (merke:
nach 4000 km kann man ruhig mal die Frontscheibe säubern!!!) und bei
der Zeltplatzsuche. 20 km von Granada entfernt huppeln wir noch über
diverse Feldwege und Olivenplantagen, in denen wir - für den Bauern
ärgerlich - bestimmt einige Zweige abfahren, um letztenendes auch
noch da zu zelten. |
 
Logbuch Eintrag Michi:
"22:35.....Jetzt werd' ich
erstmal was essen und dann weiterschreiben...."
Logbuch, schon wieder
Michi:
"später....so, bin
jetzt satt, und da wir jetzt aber die Nacht-CD bewerten wollen, müssen
wir das Licht ausmachen und ich auch mit dem schreiben aufhören."
Die Stimmung war wegen chilliger
Musik super. Die überaus akribische Bewertung der Compilation ging
folgendenmaßen zustatten: wir sitzen im Auto, das Licht ist aus,
damit die Nacht-CD in adäquatem Umfeld gehört wird. Nach jedem
Stück sagt jeder von uns eine Note von 0 bis 5, wobei zur Differenzierung
zwischen einzelnen Stücken die Regel eingeführt wird, dass hinterm
Komma noch zwei Stellen zugelassen sind. Micha knipst nach jedem Lied extreem
stimmungsbeeinträchtigenderweise das Licht an, um meine und seine
Note einzutragen, dann wieder Licht aus. Hinterher malt Micha noch sämtliche
Noten in ein Koordinatensystem, dessen Aussagekraft ich stark anzweifel.
Und natürlich findet der Fakt Berücksichtigung, dass der stimmungsbeeinflussende
Bierpegel im Laufe der CD von 0 auf 2 steigt. Merkwürdigerweise fasziniert
mich dieser Unsinn!
Dann schlafen....wegen steinigem
Untergrund und Loch in der Lumatra etwas blöd. |
 
Söö, jetzt noch
ein Eintrag aus dem Reiselogbuch, am folgenden Tag von Micha getätigt,
aber inhaltlich zu diesem gehörig:
"9:22.... Gestern, beim
Besichtigen der Alhambra in Granada, zu der ich bald auch noch was schreibe,
habe ich michzum einen an ein schon etwas älteres spanisches Gedicht
erinnert, welches wie folgt lautet:
Que es eso?
Eso es Queso!
...und zum anderen an etwas,
was ich jetzt schon wieder vergessen habe.
10:41.......So, nun noch
ein paar Worte zur Alhambra: Eigentlich alles ganz schön dort und
auch wie erwartet, aber eine Sache ist doch einer besonderen Erwähnung
wert: alles fing damit an, dass die Spanier unbedingt den Palacio del Generalife
rerstaurieren wollten, dies jetzt auch tun und natürlich Probleme
mit vereinzelten nervigen Touristen haben, die sämtliche Absperrungen
ignorieren. So befanden wir uns nach einer kleinen Kletterpartie über
Baugerüste dann auch bald auf dem zerbaggerten Innenhof, als auch
schon einer von der Security dort auftauchte. Wir sind ja nicht dumm und
haben uns hinter jeweils eine Säule gestellt, die dort glücklicherweise
herumstanden. Selbst die Sonne mit ihrem berüchtigten Schattenwurf
stand günstig, so dass uns der Security-Fritze nicht sehen konnte.
Was dann aber recht unfair
war, war die Tatsache, dass der Mensch noch einen Komplizen hatte, der
das ganze Spiel offensichtlich aus anderem Blickwinkel mitbekommen hat,
und für den das äußerst amüsant gewesen sein muss.
Jedenfalls wurden wir entdeckt und [nachdem wir, uns mit Müh und Not
das Grinsen verkneifend, so getan haben, als würden wir zufällig
hinter der Säule stehen] erstaunlich freundlich auf legales Terrain
zurückbegleitet."
BLAU - wir
ROT -
die Security-Typen mit ihren Blickwinkeln
SCHWARZ
- die Pfeiler
GELB
- die Sonneneinstrahlung
ansonsten
das typische Commandos-Prinzip |
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