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| 15. Reisetag |
16.07.2000 |
| gefahrene Kilometer: |
231,9 km |
| Total: |
4964,3 km |
| Strecke: |
Bogazkale-Alaca Höyük-Corum-Merzifon-Amasya |
| Besichtigungen: |
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| - Hattuscha |
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| - Yazilikaya |
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| - Alaca Höyük |
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| - Ulu Camii in Corum |
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| - Amasya insgesamt |
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| Tagesbewertung: |
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Wir stehen auf, frühstücken,
fahren zum Eingang des Areals der Hethiter-Hauptstadt, bezahlen den Eintritt
und fahren weiter. Es handelt sich quasi um eine Drive-in-Ruinenstätte.
Ein Auto hat man hier auch bitternötig, weil die ehemalige Stadt sehr
weitläufig ist. Sie soll mal 100000 Einwohner gezählt haben,
steht zumindest im Reiseführer. Dieser ist aber bekanntlich nicht
immer sehr zuverlässig.
An der ersten Station, dem
Großen Tempel, halten wir an, und es kommen sofort ein paar Souvenirhändler
zu uns, die wir erstmal abwimmeln müssen. Dann besichtigen wir den
Tempel. Besser gesagt, die Fundamente von ihm, denn in ganz Hattuscha gibt
es nur noch Grundmauern zu sehen. Das ist zwar nicht sehr spektakulär,
aber die weitläufige Anlage und das hügelige Terrain sind das
Beeindruckende an der ganzen Sache. Wer etwas Phantasie hat und sich vorher
Informationen über diese Sehenswürdigkeit besorgt hat, ist daher
eindeutig besser bedient.
Also
sehen wir uns den Großen Tempel an, und es kommt ein Typ hinzu, der
uns fragt, ob wir Archäologie-Studenten wären, was uns übrigens
öfters passiert. Er behauptet, er wäre hier Grabungshelfer gewesen
und er beginnt, uns einiges zu erklären. Das, was er sagt, klingt
einleuchtend und richtig, aber als ich ihm mehrmals weismache, dass bei
und kein Geld zu holen ist, verschwindet er verständlicherweise. Wir
fahren dann weiter um uns das Löwentor anzusehen, welches aber nicht
so groß wie erwartet und der Größe der Stadt in keinster
Weise angemessen ist. Also weiter bis zum Sphinx-Tor, das interessanter
ist, da es auf einem anscheinend künstlich errichteten Berg steht,
durch den ein enger Tunnel führt, der ebenfalls aus der Hethiterzeit
stammen muss. Wir laufen natürlich durch, auf der anderen Seite des
Tunnels befindet sich eine breite, mit großen Steinen gepflasterte
Rampe, die auf den Hügel überm Tunnel führt. Hochgeklettert,
hat man einen Super-Ausblick auf das großflächige hügelige
Stadtareal, vereinzelt lassen sich Fundamente von Tempeln ausmachen, auf
rechter Hand sieht man an einer Stelle ein paar Archäologen bei der
Grabung.

Wir gehen zurück zum Auto, fahren zum ebenfalls nicht so extrem beeindruckenden
Königstor, an dem man eine originalgetreue Kopie eines Götterreliefs
sehen kann, das entsprechende Original haben wir schon im Museum von Ankara
zu Augen bekommen. Fälschlicherweise wurde der dargestellte Gott früher
von voreiligen Forschern für einen König gehalten, daher der
Name des Tores.
Danach fahren wir weiter
und halten an einem kleinen, tonnengewölbten und von drei fensterlosen
Wänden begrenzten Raum an, der ebenfalls mit Reliefs verziert ist.
Schließlich gehr es zu einer weiteren Anlage von Fundamenten, diesmal
wohl Überreste einer Palastanlage, und wir sind am Ende unserer Besichtigungsrundfahrt.
 Daraufhin
fahren wir zum 2 km entfernten Yazilikaya, wo sich weitere in Felswände
gemeißelte Hethiter-Reliefs befinden. Auch hier treiben sich wieder
einmal mehr Souvenirverkäufer als Touristen rum, einer von ihnen ist
der, mit dem ich gestern zusammen Billiard gespielt habe. Er wünscht
uns eine gute Weiterfahrt, die wir sodann auch antreten - es geht nach
Alaca Hüyük, einer Stadt, die schon vor der Hethiterzeit existierte,
dann hethitisch wurde und letzten Endes ihre Bedeutung gegenüber Hattuscha
einbüßen musste.
Hier lässt sich eine
von zwei Sphinxen flankierte Rampe sehen. Vom Rest kann man nichts interessantes
berichten, es handelt sich wiederum lediglich um Fundamente. Auch hier
gibt es wieder Archäologen bei der Arbeit, denen man zusehen kann.
Machen wir aber nicht. Nach dem Besuch des kleinen und etwas langweiligen
Grabungsmuseums, in dessen Vitrinen sich aber durchaus wertvolle Relikte
der Vergangenheit befinden, fahren wir weiter nach Corum. Dort sehen wir
uns die Ulu Camii an. Wir trauen uns nicht rein, weil wohl gerde
Gebetsstunde ist, aber von außen sieht die Moschee auch ganz ok aus.
Da wir kaum mehr türkisches
Geld haben, kaufen wir uns bloß trockenes Brot zum Essen und verlassen
die Stadt Richtung Amasya. Auf dem Weg dorthin kommen wir an einer Tankstelle
vorbei, die so aussieht wie jede mitteleuropäische auch, bloß
dass in den Bau ein kleiner, fahrstuhlgroßer Raum integriert ist,
der eine winzige Kuppel trägt. Erst denke ich, es würde sich
um ein Klo handeln, dann aber sehe ich das Schild, wo „Mescit“ draufsteht
- Gebetsraum....echt ein spaßiges Völkchen, die Türken!
Dummerweise verpasse ich
den Abzweig nach Amasya und komme in Merzifon raus. Wir fahren in die Stadt,
machen ausnahmsweise keinen Stadtrundgang, sondern versuchen, eine Bank
zu finden - haben aber alle schon zu! Schlecht! Also weiter nach Amasya,
wo wie eh hinwollten.
Amasya,
das in einem an einer Seite von einer Felswand begrenzten engen Flusstal
liegt, weist viele Hans, Hamams, Moscheen u.s.w. als Sehenswürdigkeiten
auf, aber irgendwie bin ich trotzdem ein wenig enttäuscht. In den
Reiseführern wurde das Städtchen als hübsches Fachwerkstädtchen
bezeichnet, es gibt auch viele Hotels und Touris, aber man sollte hier
dennoch kein Rothenburg erwarten. Mit ein paar Restaurierungen, Säuberungsaktionen
und der Abschaffung der beim Fotografieren ewig störenden Strommasten,
Kabel und Bäume könnte man hier jedoch einiges verbessern.
Wir sehen uns auch hier
nach einer Bank um, doch wider Erwarten haben auch hier alle zu. Glücklicherweise
finden wir ein billiges Hotel mit keimigen Etagenklos, das - es ist der
absolute Rekord der Reise - 5DM pro Person kostet. Also überleben
wir doch noch bis zum nächsten Morgen, wo die Banken offen haben müssten.
Da wir so früh eine Unterkunft finden, haben wir noch Zeit, einen
Stadtrundgang mit Besichtigungen zu machen. Die Hans und Moscheen sind
hübsch, teilweise recht alt, aber von der Größe her unspektakulär.
Ein weiterer Rekord: Abendbrot
(eine Art Döner - sehr trocken, dazu Ayran) für 75 Pfennig pro
Kopf!
Ansonsten nichts weiter. |
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