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| 16. Reisetag |
17.07.2000 |
| gefahrene Kilometer: |
287,9 km |
| Total: |
5252,2 km |
| Strecke: |
Amasya-Turhal-Zile-Pazar-Tokat-Sivas |
| Besichtigungen: |
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| - Felsengräber
von Amasya |
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| - Dazya Han bei Turhal |
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| - Ulu Camii in Zile |
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| - Mahberi-Hatun-Kervansaray
in Pazar |
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| - Tokat |
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| Tagesbewertung: |
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Wir stehen auf, verlassen
das Hotel, ich nehme aus Versehen den Hotelschlüssel mit und behalte
ihn dann als Souvenir.
Wir tauschen endlich Geld.
Das dauert wieder mal ewig. Tja, die türkische Bürokratie haben
wir ja schon an der Grenze kennengelernt. Und ohne Pass geht das Geldwechseln
sowieso nicht, man muss ja schließlich eine Kopie davon aufbewahren.
Wieso, habe ich bis zum Ende der Reise nicht rausbekommen.
Wir sehen uns schnell noch
ein paar Felsengräber an, die in die Felswand, die das Tal begrenzt,
eingearbeitet sind. Es ist noch so früh, dass wir keinen Eintritt
zahlen müssen, da noch kein Kassierer anwesend ist. Die Gräber
an sich sind aus der Nähe betrachtet auch nicht interessanter als
von weitem, dafür haben wir aber einen smoothen Ausblick auf das Städtchen.
 
Wir gehen dann zurück zum Auto, fahren Richtung Turhal und wundern
uns, dass die Karawansereien, die in meiner Karte eingezeichnet sind, auf
der Straße nicht ausgeschildert sind. Als wir am potentiellen Standort
des dritten Hans vorbeikommen, der sich theoretisch im Bachtal zu Beginn
von Turhal befinden soll, wird es uns zu bunt, und wir suchen den Han,
finden aber nichts weiter als eine kleine schmucklose Turmruine. Enttäuscht
fahren wir weiter nach Turhal rein, wo eine Straße etwa einen Zentimeter
tief unter Wasser steht. Wieso, ist mir nach wie vor unbegreiflich. Dummerweise
konnte ich dadurch eins der Schlaglöcher nicht erkennen, fahre voll
rein und komme ins Schleudern. Nach zwei-drei Mal Gegenlenken liege ich
wieder stabil auf der Straße. Nochmal Glück gehabt.
Ungebremst geht es weiter
bis Zile, wo wir eine Moschee, die Ulu Camii, besichtigen, ein bisschen
rumlaufen und auf einer unbedeutenderen Straße nach Pazar weiterfahren.
Unterwegs will ich gerade an einem Trecker mit drei Anhängern vorbeiheizen,
da schwenkt er mal spontan nach links aus, um bequem rechts in einen Feldweg
biegen zu können. Da er keinen Blinker hat und ich kein Hellseher
bin, komme ich an einer kranken Vollbremsung nicht vorbei. Puh!
Dafür
werden wir aber von der romantisch-ruinösen seldschukischen Mahberi-Hatun-Karawanserei
belohnt, die wir uns ansehn, um dann weiter nach Tokat zu fahren.
Von Tokat bin ich noch enttäuschter
als von Amasya, aber wahrscheinlich nur deswegen, weil ich die Sehenswürdigkeiten
aus seldschukischer bzw. osmanischer Zeit mangels Karte nicht ausfindig
machen kann. Falls ich sie dennoch finde, hindern mich entweder Strommasten,
Zäune, enge Straßenschluchten oder der absurde Sonnenstand (irgendwie
ist immer Gegenlicht) an guten Fotos. Auf einem Stimmungstief angelangt,
aus dem uns auch nicht der beste Dönerteller unserer Reise herausreißen
kann, fahren wir gnatzig auf dem falschen Weg aus Tokat raus, um wieder
zurückzukehren. Wir fahren letztendlich weiter bis Sivas, die verfallenen
Hans am Straßenrand kaum beachtend. Die Landschaft ist aber nach
wie vor schön, es eröffnen sich grandiose Staaten-mäßige
Ausblicke, die man im Nachhinein quasi als Vorankündigung für
noch schönere Landschaften, die wir noch zu Augen bekommen sollen,
betrachten kann. Man sieht beispielsweise die auf einer Strecke von mindestens
10 km schnurgerade verlaufende Straße ganz hinten hinter dem nächsten
Berg verschwinden. Als Radfahrer würde man bei dem Anblick höchstwahrscheinlich
deprimiert aufgeben, gehr mir durch den Kopf.

Irgendwann kommen wir in Sivas an., der Großstadtverkehr ist bereits
weniger gewöhnungsbedürftig als noch in Ankara, so langsam kommt
man damit klar. In einem runtergekommenen Suburb finden wie glücklicherweise
eine billige Absteige mit, man staune, einer Dusche im Zimmer. Super! Wir
erholen uns dort im Zimmer vom Tag und genießen den Ausblick auf
ein vermülltes, mit Bauschutt bedecktes ehemaliges Industrieareal
mit einem Busbahnhof in der Ferne. Wir planen unsere weitere Strecke, es
soll weiter in den tiefen Osten gehen, und wir erwarten gespannt den folgenden
Tag. Ich esse noch ein Relikt eines Büchsengerichts aus Deutschland.
Wegen Halsschmerzen schlafe
ich sehr schlecht, Wer weiß, wo ich mir die zugezogen habe. |
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