21. Reisetag 22.07.2000
gefahrene Kilometer: 335,7 km
Total: 7185,9 km
Strecke: Sumela-Trabzon-Ünye
Besichtigungen:
 - Kloster Sumela
 - Hagia Sophia in Trabzon
 - Konak in „       „
Tagesbewertung
 
Schumela, Kloster - Foto CGAm nächsten Morgen stehen wir recht früh auf, um vor den Touristenhorden am Sumela-Kloster anzukimmen, aber das üppige Frühstück und der allzu heiße Tee halten uns auf. Nachdem ich mich vergewissert habe, dass auch ja kein Diesel ausgelaufen ist, fahren wir los. Schon gestern habe ich stets misstrauisch die Tankanzeige beäugt, aber es tat sich nichts auffälliges. So langsam gewinne ich Vertrauen in die 5-Minuten-Reparatur, und fahre tiefer ins Gebirgstal rein. Bald kommen wir an der Eintrittsgeld-Kasse an, bezahlen, und fahren dann weiter. Die befestigte Straße bricht ab, es führt ein Waldweg, der sehr steil ist, sich durchs Unterholz hochschlängelnd den Berg rauf. Ich, der auf der Piste übers Piringebirge schon ansatzweise Erfahrung in der Fahrt auf steilen Geröllwegen bekommen habe, rege mich künstlich und insgeheim schadenfroh über die Sonntags- Ausflügler auf, deren Motor am Hang ausgeht und die zu doof sind, dann neu anzufahren. Endlich kommen wir am hochgelegenen Parkplatz an, und sehen das spektakulär an einer Felswand klebende Kloster von weitem. Wir müssen noch einen Hangweg durch den Wald langlatschen, keuchende, fette Leute überholen, die allerorten anhalten und mir dadurch unweigerlich einen der Tocotronic-Songs ins Gedächtnis zurückrufen.
Am Kloster angekommen, sind wir recht enttäuscht. Man sieht ein paar Fresken in und an der Kirche, der Rest des Klosters ist recht neu und wird gerade restauriert. Das Kloster besticht wohl wie erwähnt vor Allem durch seine spektakuläre Lage. Wir gehen zurück zum Auto und fahren nach Trabzon, wo wir uns mindestens zweimal verfahren, letzten Endes aber dennoch die byzantinische Kirche finden, die recht schön und einen Besuch auf alle Fälle wert ist, aber leider ist das Wetter hier nicht mehr so gut wie in den Bergen. Das trübe Wetter passt aber gut zu dem pechschwarzen Sand, der vulkanischen Ursprungs ist und der hier überall auf den Stränden rumliegt bzw. diese ausmacht. Aus Trabzon rausgekommen und am Meer angehalten, tun wir ihn in die Plasteflaschen, die ja glücklicherweise zuhauf auf der Rückbank rumliegen, um ihn als Souvenir nach Hause zu befördern.
Schwarzmeerküste - Foto CGTrabzon, Hagia-Sophia - Foto CGTrabzon, Hagia-Sophia - Foto CG Ich fahre weiter, direkt an der Küste lang, westwärts , und links zischen die kleinen schäbigen Betonhotelbauten zwischen hässlichen Bäumen vorbei.
Ich stelle erneut fest, dass das Wetter mich in meiner Stimmung leicht manipulieren kann, denn so trüb, wie es ist, wird es so langsam auch in meinem Kopf. Es kommt merkwürdigerweise eine Reise-End- stimmung auf, obwohl gerade erst die Hälfte der Zeit herum ist. Wahrscheinlich liegt es daran, dass sowohl der räumliche als auch der zeitliche Scheitelpunkt der Reise erreicht ist. Ab jetzt geht es, abgesehen von kleineren Umwegen, nur noch heimwärts.
Auf einer Halbinsel leiste ich mir eine extrem gefährliche Überholaktion, die mein Franzose äußerst verärgert kommentiert, und ich fahre beschämt und kleinlaut weiter. Irgendwie habe ich das Gefühl, bei den kurvigen, ständig durch irgendwelche Ortschaften führenden Straßen nicht richtig voranzukommen. Viel später: wir kommen in einem Küstendorf an, wo wir uns einen Konak ansehen wollten, aber dieser wird gerade renoviert, und irgendwie haben wir keinen Bock auf Besichtigungen, zumal mein Kumpel die Nacht nicht schlafen konnte. Dann suchen wir uns ein paar Orte weiter einen billigen Zeltplatz, bauen das Zelt auf, essen einen Salat im Resto, und versuchen einzupennen, was aufgrund des folgenden Fakts nicht unbedingt klappt: der Zeltplatz befindet sich direkt an einer stark frequentierten Transit-Küsten- straße. Und idiotischerweise haben wir unser Zelt mit einer geschätzten Maximalentfernung von 10 m zu eben dieser aufgeschlagen, da es nicht sonderlich viele Alternativstandplätze gibt. Doch mehr dazu morgen.