22. Reisetag 23.07.2000
gefahrene Kilometer: 581,2 km
Gesamt: 7767,1 km
Strecke: Ünye-Samsun-Sinop-Kastamonu-Safranbolu
Besichtigungen:
 - Sinop
 - Kastamonu
 - Safranbolu
Tagesbewertung:
 
Wir kriechen nach einer völlig verkackten Nacht aus unserem Zelt, das sich wie schon erwähnt direkt an der Küstenstraße befindet, und sind nach wie vor müde. Ich habe zwei Stunden geschlafen, mein Franzose aufgrund des Lärms überhaupt nicht. Ich habe spaßeshalber mal zum Test eine Minute lang die Autos gezählt, die durch die Nacht pfefferten, es waren _____. Also hochgerechnet etwa _____ pro Stunde. Was in dieser Statistik nicht auftaucht: einige davon waren dröhnend laute Laster, die den Boden regelrecht zum Beben brachten. Nun denn. Vollgeschwitzt kommen wir morgens also aus dem Zelt. Ich gehe kurz ins Meer, da es sich aber zu diesem Zeitpunkt eher um eine dickflüssige grüne Algensuppe handelt, nur bis zu den Knien.
Da Duschen nur in Form von am Strand stehenden, kabinenlosen Kaltwasserexemplaren vorhanden sind, dusche ich dort mit Badehose und Shampoo, so früh morgens treibt sich dort noch keiner rum, der diese Umweltverschmutzung beanstanden könnte.
Nachdem ich noch ein bisschen dunkelgrauen Strandsand eingebottlet, den Reifendruck des Autos überprüft und das Zelt verstaut habe, heizen wir Richtung Samsun von Dannen. Die Landschaft ist hügelig und von hässlichen Pflanzen bewachsen, die Gebäude der Küstenorte sind aus Beton, stinklangweilig, und vom Bauschutt, der oftmals vor ihnen liegt, nur bedingt zu unterscheiden.
Kastamonu, Moschee - Foto CGSinop, Moschee - Foto CGKurz vor Sinop wird die Landschaft besser, man fährt durch Nadelholzwäldchen, die direkt bis ans Meer reichen, Siedlungen werden seltener und die Straße verläuft teilweise 2-3 Meter vom Meerwasser entfernt, da kein Strand vorhanden ist. Die frühmorgens noch nicht vorhandene Sonne schimmert jetzt öfters durch, aber als wir in Sinop, einem auf einer Halbinsel erbauten Städtchen, ankommen, um die spärlichen Sehenswürdigkeiten der durchaus glanzvollen Vegangenheit zu besichtigen, ist sie wieder verdeckt. Meinem Franzosen geht es aufgrund akuten Schlafmangels (schon seit 2 Tagen) sehr schlecht.
zwischen Sinop und Kastamonu - Foto CGNach diesem Zwischenstopp fahren wir auf einer wenig befahrenen Straße, die übers Pontusgebirge ins Hinterland führt und auf Passhöhe einen mittelschlechten Zustand aufweist, nach Kastamonu. Der Weg ist lang, die Landschaft ist recht trocken und nach wie vor von Nadelbäumen bzw. -sträuchern beholzt. Es macht Spaß, hier langzufahren.
In Kastamonu angelangt, ist die Sonne verdeckt und aufgrund eines fehlenden Stadtplans finden wir nicht alle sehenswerten Baudenkmäler. Aber bei gutem Wetter und mit Stadtplan wäre die Stadt nicht schlecht. Es gibt, wie etwa in Amasya, eine Menge mittelmäßig bedeutender Sachen zu sehen.
Von dort aus fahren wir über eine gut ausgebaute, zügig befahrbare Straße nach Safranbolu, einem von Touristen wimmelnden Städtchen, das fast nur aus Fachwerkhäusern besteht, in denen sich häufig Souvenirläden befinden.
Wir gehen dort in eine hübsche Moschee, dem eigentlich Interessanten des Ortes, aber hier sind merkwürdigerweise keine Touris. Besser so! Wir suchen uns ein billiges, gutes Zimmer mit Etagenklo und -dusche, die uns aber alles ganz allein gehört, da kein anderer Gast da ist. Abends gehen wir rüber zu einem komischen Lokal, in dem nur einheimische, teils ältere Herrschaften verkehren, um sich Spiele auszuleihen und sie dort an den vorhandenen Spieltischen, einen Tee schlürfend, zu spielen. Wir finden einen freien Tisch und leihen uns ein Kartenspiel aus. Leider kennen wir nur idiotische und absurd langweilige Spiele und mein Franzose muss dringend aufs Klo, also verziehen wir uns kurz darauf.
Im Hotel angekommen, waschen wir unsere Sachen und pennen ein.