23. Reisetag 24.07.2000
gefahrene Kilometer: 553,2 km
Total: 8320,3 km
Strecke: Safranbolu-Karabük-Ankara-Kirsehir-Avanos
Besichtigungen:
 - Cacabey Camii in Kirsehir
 - Ahi Evran Veli Camii in Kirsehir
Tagesbewertung:
 
Am nächsten Morgen stehen wir mittelfrüh auf, frühstücken im Hotel und fahren dann los, zuerst in die benachbarte Industriestadt Karabük, die keinerlei Sehenswürdigkeiten aufweist, dafür aber ein paar Banken, wo wir Geld tauschen.
Danach fahren wir weiter bis nach Ankara. Wir nehmen jedoch nicht die Autobahn, die in einem Ort namens Gerede anfängt, wir nehmen die Landstraße. Diese ist ebenfalls gut ausgebaut (vierspurig), man kann recht schnell fahren und gleichzeitig Autobahngebühren sparen, die aber eh nicht hoch sind. Die Straße führt größtenteils durch unbewohntes bewaldetes Mittelgebirgsland. Das Wetter ist recht gut.
Vor Ankara angelangt, benutzen wir die völlig leere Ringautobahn, um nicht durch die Stadt fahren zu müssen, zumal der Ring kostenlos befahrbar ist. Er befindet sich in mittelweiter Entfernung zu der Stadt, die in einem von Bergen umgebenen Kessel liegt. Von hier aus wirkt die Stadt, von der man nur ab und zu die Hochhäuser der Banlieue sieht, von ihrer flächenmäßigen Ausdehnung her viel größer, als wenn man sich mittendrin befindet. Wir verlassen den Ring Richtung Süden auf der Straße, die am Salzsee vorbei nach Aksaray führt. Wir biegen aber nach ein paar Kilometern in eine kaum frequentierte Nebenstraße ab, die nach Kirsehir führt.
Unterwegs müssen wir für etwa 5 Minuten anhalten, da eine Schafherde die Straße überquert. Die Zeit nutzen wir für eine detailliertere Analyse des Herdenverhaltens dieser Tiere, und uns fällt auf, dass die Blödheit der Schafe nicht nur sprichwörtlich ist. Einmal vom Hirten angepeitscht, überqueren die Viecher die Straße, um ein paar Meter dahinter abrupt stehenzubleiben. Die nachfolgenden Schafe gehen nicht etwa an den Stehengeblieben vorbei, sondern stellen sich direkt hinter sie. U.s.w. u.s.w…. Daher bleiben die Letzten auf der Straße stehen, verstopfen sie und schließen damit den Eindruck einer homogenen Masse blökender Blödheit überzeugend ab. Nach ein paar Minuten ist es dem armen Schäfer dennoch gelungen, die Straße zu räumen, und wir fahren weiter.
Safranbolu - Foto CGKirsehir, Cacabey-Moschee - Foto CGKirsehir, Ahi-Evran-Veli-Moschee - Foto CG Irgendwann kommen wir in Kirsehir an, besichtigen eine alte schöne Moschee mit offenem Dach, die Cacabey-Camii, die irgendwann offensichtlich mal zur Beobachtung der Gestirne genutzt wurde. Hübsch-hübsch. Danach kaufen wir in einem Nussladen Nüsse und sehen uns die Ahi-Evran-Veli-Camii an, die nicht im Reiseführer steht und in der sich aufgebahrte Särge befinden - so wie in den vielen türkischen Türben.
Wir fahren über Hacibektas weiter bis Avanos in der Region Kappadokien, der von den legendären Tuffsteinkegeln geprägten Landschaft. Je näher wir unserem Tagesziel kommen, je auffälliger werden die Felskegel, in denen sich teilweise bereits eingemeißelte, schon verlassene Räumlichkeiten befinden.
In Avanos findet Jean-Louis eine in seinem Reiseführer indizierte Pension.