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| 25. Reisetag |
26.07.2000 |
| gefahrene Kilometer: |
127,4 km |
| Total: |
8605 km |
| Strecke: |
Avanos-Göreme-Derinkuyu-Uchisar-Avanos |
| Besichtigungen: |
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| - Freilichtmuseum
Göreme |
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| - Sakli Kilise Göreme |
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| - Unterirdische Stadt
Kaymakli |
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| - Kirche in Derinkuyu |
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| - Burgberg Uchisar |
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| - Kirche in Cavusin |
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| - Mönchtal bei
Zelve |
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| Tagesbewertung: |
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Nach dem Frühstück,
das wir wieder in der komischen Sitzecke mit leider anwesenden wichtigtuerischen
Doofmännern und -frauen einnehmen, fahren wir zum Freilichtmuseum
Göreme, das trotz der für Urlauber recht frühen Stunde von
Touri-Gruppen überladen ist. Die japanischen sind wie üblich
die Interessiertesten.
  
Auf dem Museumsgelände steht eine ansehnliche Ansammlung von teils
bunt befreskten Höhlenkirchen auf einer bemerkenswert kleinen Fläche,
für deren Besichtigung man allerdings auch eine ansehnliche Ansammlung
von Geld legen muss. Die Kirchen sind durchaus schön, und ihre Art
ist einzigartig auf der Welt, aber sie ähneln sich untereinander stark.
Ich komme wegen des Fotoverbots
leider kaum zu Fotos, weil man in den Kirchen selten allein ist.
In zwei älteren Felskapellen,
die aufgrund ihrer beträchtlichen Anzahl keinen Namen tragen, sondern
durchnumeriert sind (Nr. 25 u. 27) sind wir allein, da die Kapellen wegen
ihrer archaisch-primitiven und unbunten Bemalung zum Glück nicht in
das Besichtigungsprogramm der unter Zeitnot stehenden Japaner passt.
Ich komme hier zu Fotos, was mir eine gewisse innere Befriedigung verschafft.
Daraufhin konzentriere ich
mich darauf, das Herdenverhalten der Touris zu beobachten, die wie Schäfchen
dem Reiseführer folgen. Dieser unterscheidet sich in nichts als einem
hochgehaltenen Fähnchen von den gelangweilten Besuchern. Die Szene
erinnert mich leicht an die Schafherde hinter
Ankara.
Die Touristen setzen allesamt
eine Miene auf, als hätten sie einen Heidenrespekt vor den Fresken,
als würde jede der Kirchen einen bleibenden Eindruck in ihnen hinterlassen.
Fühlen sie sich unbeobachtet, stöhnen sie ob der Hitze und der
endlosen Worte des Führers auf und wischen den Schweiß von ihrer
Stirn, ohne ihr sinnloses Interesse aufzugeben, das sie sich wahrscheinlich
nur einreden. Dann watscheln sie mit ihren Kameras und Sonnenschirmchen
( !!! - ich habe nie zuvor tragbare Sonnenschirmchen gesehen, und hier
gleich in Massen) hinter ihrem Führer zur nächsten Kirche hinterher,
die eben gehörten Fakten bereits vergessend. Wozu? Vermutlich, um
weitere Informationen ungreifbar an sich vorbeirauschen zu lassen und sich
dennoch schlau und an Erfahrung bereichert vorzukommen.
 
Die Touristenmassen hinter uns lassend, laufen wir zum Auto zurück,
das wir wohlweislich nicht auf den kostenpflichtigen Parkplatz abgestellt
haben, und folgen zu Fuß einem rostigen Schild, das in die Landschaft
weist, wo aber kein richtiger Weg vorhanden ist. Das Schild weist auf die
Sakli-Kilise, die „Versteckte Kirche“ hin. Sie ist tatsächlich nicht
leicht ausfindig zu machen, und wir finden sie nur zufällig irgendwo
hinter einem Hügelrücken. Sie ist nicht weniger schön als
die Kirchen vom Freilichtmuseum, aber sie steht alleine und schwer zugänglich
im Gelände herum, daher ist hier keine Menschenseele zu sehen, und
der Eintritt ist frei. Die auch hier irgendwo rumstehende El Aznar Kilise,
oder wie auch immer sie heißt, zu suchen, ist uns dann doch zuviel,
und wir fahren über Nevsehir, wo wir uns kurz verfahren, weiter nach
Kaymakli. Dort besichtigen wir eine unterirdische, in den Felsboden gemeißelte
Stadt. In den engen Gängen, die sich in 10 oder mehr Etagen durch
den Fels winden und die Wohn- und Lagerkammern verbinden, ist es sehr kühl
- im Gegensatz zur extrem heißen Umgebung. Irgendeiner erzählte
uns, es wären 54°C in der Sonne.
Derzeit sind noch nicht
alle Gangsysteme der ehemaligen Stadt erforscht. Die gesamte Anlage ist
keineswegs schön oder kunstgeschichtlich von Bedeutung, aber dafür
durchaus interessant, besonders, was die Belüftung der Räume
angeht: dafür sind spezifische, sehr tiefe brunnenartige Schächte
in den Stein geschlagen worden. Ihre Tiefe ist mangels Beleuchtung nur
durch den Reinspuck-und-Horch-Test auszumachen. Und dieser offenbart eine
wirklich beeindruckende Tiefe.
 
Nach der Besichtigung dieses Röhrensystems ärgern wir uns mit
einem Parkplatzwächter rum, von dem wir beim Parken nicht bemerkt
haben, und handeln den Preis runter. Dann fahren wir nach Derinkuyu, wo
es ebenfalls eine unterirdische Stadt (Yeralti Sehri) zu sehen gibt, wie
in einigen Orten Kappadokiens, aber deswegen kommen wir nicht. Wir wollen
uns eine griechische Kirche des vorigen Jahrhunderts ansehen, aber sie
ist zu. Also fahren wir zurück bis nach Uchisar, wollen eine Abkürzung
nehmen, allerdings kommen wir in ein Dorf, aus dem nur eine Straße
rausführt, nämlich die, auf der wir gekommen sind. Sackgasse!
Letztendlich kommen wir in Uchisar an. Dort klettern wir auf den Burgberg,
von einer Burg ist aber nichts zu erkennen. Dafür hat man von dort
oben aber eine prächtige Aussicht über die gesamte Ebene mit
den Tuffsteinkegeln drin, die bis Avanos reicht. Mit dem präzisen
Fernglas meines Kumpels können wir das Freilichtmuseum von Göreme
anhand einer nahen Straße lokalisieren, es aber aufgrund einer davorstehenden
Hügelrückens nicht sehen. Selbst das Eingangsloch zur Sakli-Kilise
kann ich ausfindig machen, aber es ist recht kompliziert, die Lage eines
Lochs neben 1000 anderen Löchern zu beschreiben.
Im Westen kann man auch
den Erciyes Dagi, einen 4000 m hohen erloschenen Vulkan sehen, und im Osten
steht, dem Burgfelsen direkt gegenüber, ein besonders hoher und markanter
Wohnfelsen, in den mindestens 10 Stockwerke von Räumen gehöhlt
sind.
Wir klettern daraufhin den
Berg wieder runter und fahren zu einer weiteren Felsenkirche, die sich
in Cavusin befindet, und deren Besichtigung sich wegen den enthaltenen
Fresken lohnt. Hier findet wieder die bereits gestern beschriebene Husten-Fototaktik
Anwendung.

Da wir noch etwas Zeit haben, fahren wir ins Tal der Mönche bei Zelve,
einer Landschaft mit sehr großen Felskegeln, die oben merkwürdig
verformt aussehen, etwa pilzförmig. Ganz oben kann man Mönchszellen
finden, allerdings ist es ohne Kleidung, die dreckig werden kann, unmöglich,
sie alle zu erreichen. Etwas tiefer im Gelände findet man wieder Taubenschläge,
die teilweise noch genutzt werden.
Dann ist der Tag aber zu
Ende, und wir fahren zur Pension. |
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